Emslandplan 2.0 - Nachhaltiges Wassermengenmanagement in die Fläche bringen

 

Unter dem Einfluss des Menschen hat sich auch das Emsland stark verändert. Die Begradigung der Ems, der Bau des Dortmund-Ems-Kanals, die Entwässerung und das Abtorfen des Bourtanger Moores - kein anderer Teil Niedersachsens hat nach dem Zweiten Weltkrieg einen solch rasanten Wandel erlebt wie das Emsland. Es war eine gemeinsame Kraftanstrengung, beschlossen am 05. Mai 1950 vom Deutschen Bundestag, gebündelt im „Emslandplan“, koordiniert durch die Emsland GmbH und umgesetzt in vielen Arbeitsstunden durch die Menschen vor Ort, die aus dem einstigen Armenhaus Deutschlands eine heute prosperierende Region gemacht hat. Noch heute ist das Emsland von einem weitverzweigten Entwässerungssystem durchzogen. Das durch den Emslandplan geprägte Gewässersystem ist ausgelegt auf das Ziel der Landentwässerung, um möglichst viele Flächen landwirtschaftlich nutzen zu können und so zur Ernährungssicherheit der damals verarmten Landbevölkerung beitragen zu können.

 

Aber ist das emsländische System der Landentwässerung in Zeiten eines zu beobachtenden Klimawandels mit einer zeitlichen und räumlichen Verschiebung von Niederschlagsereignissen mit der gleichzeitigen Zunahme des Bedarfs an landwirtschaftlicher Beregnung in trockenen Sommern noch zeitgemäß? Können wir es uns leisten, das anfallende Niederschlagswasser zügig durch unser weit verzweigtes Entwässerungssystem abzuführen? Müssen wir nicht nachhaltiger mit der Ressource Wasser umgehen? Welche Auswirkungen haben der zu beobachtende Klimawandel und die steigenden Bedarfe auf die für die Daseinsvorsorge so wichtigen Grundwasservorräte? Was können wir tun, um durch ein nachhaltiges Wassermengenmanagement die Bedürfnisse aller Beteiligten angemessen berücksichtigen zu können? Welche Lösungen können zunehmenden Nutzungskonkurrenzen entgegenwirken?

 

Im Rahmen der Kreistagsinitiative "Wasser im Emsland" wurde beschlossen, ein Umdenken im Umgang mit der Ressource Wasser einzuleiten. Daher hat der Dachverband der Wasserwirtschaft im Landkreis Emsland, ein Zusammenschluss der emsländischen Unterhaltungsverbände und Wasserversorger, mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen das Projekt "Emslandplan 2.0 - Nachhaltiges Wassermengenmanagement" ins Leben gerufen.

 

Der Abschlussbericht sowie der Handlungsleitfaden zur Planung und Umsetzung lokaler Wassermengenmanagementkonzepte stehen Ihnen hier zum Download bereit.


 

  • Zuwendungsgeber: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz

 

  • Förderrichtlinie: Entwicklung von Wassermengenmanagementkonzepten

 

  • Zuwendungsempfänger: Dachverband der Wasserwirtschaft im Landkreis Emsland

Dazu zählen:

    • der Unterhaltungs- u. Landschaftspflegeverband Nr. 94 "Große Aa und Ems I",
    • der Unterhaltungs- u. Landschaftspflegeverband Nr. 99 Untere Hase,
    • der Unterhaltungsverband Nr. 100 Nordradde,
    • der Unterhaltungs- u. Landschaftspflegeverband Nr. 101 Ems II,
    • der Unterhaltungsverband Nr. 102 Ems III,
    • der Unterhaltungsverband Nr. 103 Ohe-Bruchwasser,
    • der Unterhaltungsverband Nr. 104 Ems IV,
    • der Unterhaltungs- u. Landschaftspflegeverband Nr. 114 Vechte,
    • der Wasserverband Hümmling,
    • der Trink- und Abwasserverband Bourtanger Moor,
    • der Wasserverband Lingener Land,
    • die Stadtwerke Lingen GmbH,
    • die Stadt Meppen/Stadtwerke,
    • der Trink- und Abwasserverband Bad Bentheim, Schüttorf, Salzbergen und Emsbüren.

 

  • Projektlaufzeit: 19.11.2020 - 31.12.2021

 

  • Projektbeschreibung:

Ziel des Projektes ist, alle einschlägigen Akteure im Landkreis Emsland vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden klimatischen Veränderungen, aber auch steigender Bedarfe zu einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser zu sensibilisieren, grundlegende Möglichkeiten eines effizienten Wassermengenmanagements aufzuzeigen und gemeinsam Herangehensweisen zu erarbeiten, um innerhalb der nächsten zehn Jahre lokale Wassermengenmanagementkonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Der Prozess soll helfen, Netzwerke zu bilden, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und lokale Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu ermöglichen, auch um langfristig den Wasserbedarf (z.B. öffentliche Wasserversorgung, Beregnung) decken zu können.


Damit alle mitwirkenden Akteure gleichermaßen von der Zusammenarbeit profitieren, ist es erforderlich, eine gemeinsame Wissensbasis im Hinblick auf die hydrologischen und hydrogeologischen Verhältnisse im Projektgebiet (Bestandsaufnahme, Zusammenhänge und Grundlagen des Wasserhaushalts) zu schaffen. Gemeinsam werden Maßnahmen und Umsetzungsmöglichkeiten für ein optimiertes Wassermengenmanagement entwickelt und diskutiert. In diesen Diskussionsprozess sollen sich alle Akteure mit ihren Belangen einbringen können, damit Chancen und Risiken bei der Umsetzung lokaler Wassermengenmanagementkonzepte frühzeitig bekannt und deutlich werden.

 

  • Projektgebiet:


Projektgebiet