Breitbandausbau: Fragen und Antworten

Wissenswertes zum Ausbauprojekt des Landkreises durch die Firma innogy. 

 

Im Emsland startet ein neues Internetzeitalter: Der Landkreis Emsland hat mit der innogy SE für das Ausbaugebiet Mitte und Süd sowie der Deutschen Telekom für den Norden eine Vereinbarung geschlossen, die den Bau und Betrieb eines umfangreichen Breitbandnetzes vorsieht. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen und landwirtschaftlichen Betriebe sowie die Attraktivität der Lebens- und Wirtschaftsbereiche zu steigern und zukunftsfähig zu machen. Im südlichen und im mittleren Emsland geht der Ausbau jetzt los - hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Projekt!

 

 

  • Wie ist die Vorgehensweise bei den angelaufenen Ausbauprojekten?

Die Ausbauprojekte zum Breitband im mittleren und südlichen Emsland sind in der Umsetzung. Im Norden werden wir kurz nach Ostern starten. In einem ersten Schritte hat der Landkreis alle Grundstückseigentümer im mittleren und südlichen Emsland angeschrieben, die im Rahmen des geförderten Ausbauprojektes einen Glasfaseranschluss durch die innogy Telnet GmbH erhalten können.

 

  • Wo wird ausgebaut, wer erhält einen entsprechenden Anschluss?

Die Förderrichtlinien des Bundes und des Landes geben für die Ausbauaktivitäten des Landkreises eindeutige Bedingungen vor: Es dürfen nur die Haushalte erschlossen werden, die bisher eine Übertragungsrate von weniger 30 Mbit/s im Download haben und bei denen kein Telekommunikationsunternehmen eine Ausbauplanung angekündigt hat. Diese Anschlüsse werden als weiße Flecken bezeichnet.

 

  • Wer bewertet diese Aspekte und entscheidet damit über die Teilnahme am Projekt?

Zur Klärung der Frage, ob eine Versorgung von 30 Mbit/s im Download bereits vorliegt, gibt es ein vorgeschriebenes Verfahren, die sogenannte Markterkundung. Hier müssen die verschiedenen Telekommunikationsunternehmen Angaben zur bestehenden und zur geplanten Versorgung machen. Im Ergebnis der Datenauswertung kann es sein, dass die Grenze zwischen einem weißen Fleck und einem „versorgten“ Haushalt genau zwischen zwei Nachbarn verläuft. Geschuldet ist dies im Einzelfall der Länge des Kupferkabels zu sogenannten Kabelverzweigern. Bei der Frage, ob man die Leistung auch tatsächlich erhält, spielt es auch eine Rolle, welches Telekommunikationsunternehmen den Kabelverzweiger aufgerüstet hat.

 

  • Warum sind einzelne, unterversorgte Haushalte nicht angeschrieben worden?

Wie beschrieben wurden die Bereiche identifiziert, die kein Anbieter mit mindestens 30 Mbit/s versorgen möchte. Diese wurden in einem europaweiten Verfahren zur Versorgung ausgeschrieben. Die innogy TelNet und die Telekom Deutschland konnten sich in einem Ausschreibungsverfahren durchsetzen und erhalten für den Ausbau der „weißen Flecken“ einen Zuschuss. Die Förderung beträgt für das gesamte Emsland fast 60 Mio. Euro und wird durch Gelder des Bundes, des Landes, der Städte und Gemeinden sowie des Landkreises finanziert. Damit ist es möglich, im Ausbaugebiet 90% der bisher unterversorgten Haushalte und Unternehmen mit schnellem Internet zu versorgen. Welche Haushalte dies sind, haben die Unternehmen in ihrem Angebot definiert. Es wurden jetzt also alle Grundstückeigentümer angeschrieben, die in dem vom Landkreis festgelegten und von der innogy beplanten Ausbaugebiet im mittleren und südlichen Emsland liegen. Ein Ausbau aller Haushalte war aufgrund der Siedlungsstruktur und der resultierenden immensen Investitionskosten nicht darstellbar. Die Anschreiben für das Ausbaugebiet Nord, wo die Telekom den Zuschlag erhalten hat, werden noch folgen.

 

  • Was ist die Perspektive für die verbleibenden 10% der Haushalte?

Neben dem kabelgebundenem Ausbau gibt es eine Versorgungmöglichkeit über Richtfunk, über den auch eine hohe Bandbreitenleistung abgebildet werden kann. Es besteht dazu bereits ein Angebot eines emsländischen Unternehmens, das sich auf diese Technik spezialisiert hat. Ebenso werden Gespräche mit der innogy geführt, wie nach dem jetzt anlaufenden Ausbau auch eine weitere Einbindung von Haushalten in das Glasfasernetzes erfolgen kann. Aber auch mit anderen Anbietern sind wir im Gespräch. Darüber hinaus hat die neue Bundesregierung bereits weitere Förderprogramme angekündigt, mit deren Hilfe genau diese Haushalte angeschlossen werden sollen. Dort werden wir uns sicherlich wieder beteiligen.

 

  • Warum haben einzelne Haushalte mehrere Schreiben erhalten?

Mit dem Anschreiben wurde eine Grundstückseigentümererklärung versandt, die dem ausbauenden Unternehmen erst erlaubt, den Glasfaserhausanschlusses herzustellen. Häufig hat ein Grundstück mehrere Eigentümer, wie zum Beispiel beide Ehepartner oder Eigentümergemeinschaften. Jeder im Grundbuch hinterlegte Eigentümer wurde angeschrieben, da eine Zustimmung aller am Grundstück beteiligten Parteien für den Glasfaserhausanschluss erfolgen muss. Gibt es aber auf einem Grundstück mehrere Wohneinheiten (z.B. ein Doppelhaus), aber nur einen Eigentümer, so wird auch nur dieser angeschrieben. Die konkrete Anschlusssituation in diesen Häusern ist dann mit der innogy zu besprechen.

 

  • Was ist als Grundstückseigentümer zu beachten?

Der Glasfaserhausanschluss wird bis zum Anschlusspunkt kostenlos ins Haus gelegt. Dazu sind natürlich Bauarbeiten auf dem Grundstück und am Hause erforderlich.

 

  • Wann ist das Netz für den Kunden nutzbar?

Im ersten Schritt muss der Ausbau erfolgt sein. Um den eingerichteten Anschluss anschließend nutzen zu können, muss ein Vertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen geschlossen werden - dies kann die innogy sein, aber auch jedes andere Unternehmen, das die Leitungen der innogy anmieten möchte. Die Förderregularien verlangen, dass das gebaute Glasfasernetz für andere Anbieter offen ist.

 

  • Welche sonstigen Anbieter werden das Netz nutzen und Angebote für den Kunden erstellen?

Das ist offen. Interessierte Telekommunikationsunternehmen müssen mit der innogy als Netzbetreiber das Gespräch suchen und entsprechende Vereinbarungen schließen. Davon ist abhängig, ob und zu welchen Konditionen Produkte anderer Anbieter für den Kunden erhältlich sein werden.

 

  • Wie geht es derzeit weiter?

Die innogy wird jetzt in mehreren Bauabschnitten das Glasfasernetz in den „Boden bringen“. Im Vorfeld der Bauarbeiten sind Außendienstmitarbeiter in den Siedlungen unterwegs und informieren zum Projekt sowie zu den Verträgen. Bis zum Start der Bauarbeiten bleibt in den Ausbaugebieten Zeit, sich für den kostenlosen Hausanschluss zu entscheiden.


 

Fragen können direkt an das Unternehmen innogy gerichtet werden, das dazu eine Kundenhotline geschaltet hat. Diese ist erreichbar unter: 05902 502-1204 (Mo-Fr von 9 Uhr bis 16 Uhr).