Zentrales Nervensystem für die
Sicherheit der Menschen
Symbolische Grundsteinlegung für Neubau der Leitstelle Ems-Vechte in Versen
Meppen. Die Verträge sind unter Dach und Fach, jetzt geht es an die Umsetzung: Mit der symbolischen Grundsteinlegung für den Neubau der Leitstelle Ems-Vechte AöR in Meppen-Versen am heutigen Dienstag (10. März) erfolgt ein entscheidender Schritt für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.
Die Landräte Uwe Fietzek (Landkreis Grafschaft Bentheim) und Marc-André Burgdorf (Landkreis Emsland) eröffneten gemeinsam mit dem Vorstand der Leitstelle, Michael Albers und Sascha Lehky, offiziell die Baustelle und ließen gemeinsam eine Zeitkapsel ein. In ihr sind tagesaktuelle Zeitungsausgaben sowie u. a. ein aktueller Dienstplan, Alarmdepesche, Dienstabzeichen und ein Mannschaftsfoto der Leitstelle als Zeitzeugnisse für die Nachwelt enthalten.
„Im Einzugsgebiet der Leitstelle, das dem der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim entspricht, leben etwa 460.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Um im Notfall diesen Menschen Hilfe leisten zu können, benötigen wir eine operative Leitstelle, die 24/7 besetzt ist, Notrufe entgegennimmt, Einsätze für Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz koordiniert und Einsatzkräfte alarmiert. Sie ist unser zentrales Nervensystem für die Sicherheit der Menschen in der Region. Dafür braucht es entsprechende Räume und moderne Infrastruktur, die wir mit dem Neubau schaffen werden“, sagen Burgdorf und Fietzek.
Die Kreistage der Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland hatten den Neubau der Leitstelle Ems-Vechte gemeinsam beschlossen. Sie wird nun auf einem Grundstück an der Süd-Nord-Straße/Antwerpener Straße im Rahmen eines Öffentlich Privaten Partnerschafts (ÖPP)-Inhabermodell entstehen. Totalunternehmer ist das Bauunternehmen G. Büter aus Ringe (Grafschaft Bentheim). Das Bauunternehmen wird den Bau der Leitstelle sowie der Außenanlagen mit Funktionsflächen wie Pkw- und Fahrradstellplätzen durchführen. Weiterhin sind neben der schlüsselfertigen Errichtung der Leitstelle auch die Finanzierung sowie Wartungsleistungen am Gebäude und Außenbereich Gegenstand der getroffenen Vereinbarungen.
Bereits Mitte Februar waren erste vorbereitende Erdarbeiten vorgenommen worden. „Noch ist nicht viel zu sehen, aber bald wird das Fundament gegossen und werden erste Wände hochgezogen sein“, sagen Albers und Lehky, die sich bereits beide auf ihren neuen Arbeitsplatz freuen. Ende November 2027 ist die Fertigstellung des Gebäudes geplant. Danach findet ein operativer Probebetrieb statt. Erst, wenn dieser reibungslos durchgeführt werden kann, wird die Leitstelle für die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland an ihrem jetzigen Standort in der Kreisverwaltung in Meppen aus dem Regelbetrieb entlassen.
Zehn Arbeitsplätze, plus zwei zusätzliche Arbeitsplätze in Reserve werden die Disponenten ab 2027 in dem dreigeschossigen Flachbau vorfinden. Hinzu kommen zwei weitere Plätze für Telenotärztinnen und -ärzte sowie vier zusätzliche Arbeitsplätze für Sonderlagen und -einsätze. Auf insgesamt 4300 m² Fläche entstehen verschiedene Funktionsbereiche wie die Leitstelle mit Nebenflächen, Verwaltungs- und Bürobereiche, ein Konferenzbereich, ein Werkstattbereich, Technikflächen, Verkehrswege und Sanitäranlagen.
Auch muss eine Leitstelle als kritische Infrastruktur in höchstem Maß verfügbar und darum unabhängig durch eine Rückfallebene sein. „Der ausfallsichere Betrieb der Leitstelle ist essentiell und muss durch geeignete Maßnahmen gewährleistet sein“, betonen die beiden Landräte. Neben den technischen Maßnahmen innerhalb des Gebäudes und bei den Außenverbindungen, die beispielsweise bei einem Stromausfall den Weiterbetrieb der Einrichtung gewährleisten, muss es auch eine Redundanz für den Fall einer Räumung des Gebäudes geben. Dafür müssen außerhalb der Leitstelle Räume mit Technik und Mobiliar vorgehalten werden. „Die Nutzung der jeweiligen Leitstellen in Meppen und im Kreishaus in Nordhorn können als Ausweichstandorte in Frage kommen, weil sie ausfallsicher sind und diese Lösung wirtschaftlich ist“, sagen Burgdorf und Fietzek. Hier steht eine abschließende Entscheidung noch aus.
Landrat Fietzek betont in diesem Zusammenhang: „Die Entscheidung für eine gemeinsame Leitstelle mit Standort im Emsland war damals in der Grafschaft mit Diskussionen verbunden. Es stand die Frage im Raum, ob wir dadurch unsere Eigenständigkeit einbüßen. Heute sehen wir sehr deutlich: Das Gegenteil ist der Fall. Die Leitstelle Ems-Vechte hat sich zu einer Vorzeige-Leitstelle entwickelt, die für ihre Qualität und Innovationskraft bekannt ist. Für die Sicherheit der Menschen in beiden Landkreisen war diese Entscheidung genau richtig.“
Darüber hinaus entspricht der Neubau dem KFW 40 Standard. „Mit den Planungen setzen wir mit der Nutzung einer Wärmepumpe, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie einer Gebäudehülle nach Passivhaustandard und einer maximalen Belegung mit hocheffizienten PV-Elementen ein nachhaltiges Energiekonzept um“, sagt Julia Wolterink von der Firma G. Büter.
Die voraussichtlichen Gesamtkosten für den Leitstellenneubau betragen rund 27,3 Mio. Euro. Für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim ergeben sich über einen Zeitraum von 20 Jahren jährliche Belastungen von insgesamt rund 1,9 Mio. Euro. Hinzu kommen u. a. weitere Betriebskosten und Investitionskosten.
Hintergrund:
Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim haben den gemeinsamen Leitstellenverbund („Leitstelle Ems-Vechte AÖR”) im Jahr 2021 ins Leben gerufen und einen Neubau der gemeinsamen Leitstelle beschlossen. Seit 2021 wird die Leitstelle bislang in den Räumen des Kreishauses in Meppen betrieben.
Bild 1: Bei der symbolischen Grundsteinlegung wurde eine Zeitkapsel eingelassen.

Bild 2: (v. l.) Bürgermeister Helmut Knurbein (Stadt Meppen), Landrat Marc-André Burgdorf (Landkreis Emsland), Landrat Uwe Fietzek (Landkreis Grafschaft Bentheim), sowie Michael Albers und Sascha Lehky vom Vorstand der Leitstelle Ems-Vechte bei der offiziellen Grundsteinlegung.
Bild 3: Aktuell braucht es noch viel Phantasie, aber auf dieser Fläche in Meppen-Versen soll die Leitstelle bis Ende 2027 entstehen. (Fotos: Landkreis Emsland)