21.04.2026

„Wohin Filmleidenschaft führen kann“

Emsland Filmklappe feiert ihre Preisträger - Gewinner treten auf Landesebene an

 

Meppen. Künstliche Intelligenz (KI), Gäste aus dem Emsland, die mit ihrer Filmleidenschaft derzeit international für Aufmerksamkeit sorgen, und eine Preisträgerin, die gleich zweimal ausgezeichnet wurde – das waren die Besonderheiten der 13. Emsland Filmklappe, die jetzt mit der Ehrung der Siegerfilme im Meppener Kino zu Ende ging.

 

„Die Emsland Filmklappe in Zahlen: Das sind 17 Filme, an denen insgesamt 95 Schülerinnen und Schüler beteiligt waren. Nichts davon vermittelt einen Eindruck von der Kreativität und dem Können der Jungfilmerinnen und -filmer, die mit ihren Kurzfilmen oftmals ihre Gedankenwelt für Außenstehende geöffnet oder gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen haben“, sagte Landrat Marc-André Burgdorf als Schirmherr der Veranstaltung.

 

In der Kategorie Kita – Klasse 1 bis 6 vergab die Jury unter dem Vorsitz von Wettbewerbsleiterin Christina Almandoz den ersten Platz an den Film „Mystery in the cinema“ von Schülern einer 6. Klasse des Kreisgymnasiums St. Ursula, Haselünne. Dieser Thriller, entstanden aus einem Schulprojekt im Englischunterricht, wurde im Centralkino Lingen gedreht und erzählt die Geschichte einer Entführung im Kino.

 

KI verändert die Welt. Während sie enorme Chancen bietet, birgt sie aber auch erhebliche Gefahren. Diesem aktuellen Thema widmete sich eine Gruppe junger Filmemacher vom St. Ursula Gymnasium aus Haselünne in ihrer Dokumentation „Deepfakes“. Sie konnten sich in der Kategorie Klasse 7 bis 10 den ersten Platz holen. „Die Gruppe hat bewiesen, dass Medienkompetenz weit über das bloße Bedienen von Geräten hinausgeht. Sie umfasst das Durchschauen von Manipulation und die Übernahme von Verantwortung im digitalen Raum. Für diese inhaltlich fundierte und gesellschaftlich relevante Arbeit verleihen wir den ersten Platz“, heißt es in der Begründung der Jury.

 

In der Kategorie Jahrgangsstufe 11 bis 13 und Berufsbildende Schulen (BBS) überzeugte der Beitrag „Ab zum Mond“ von Adrian Singh vom Franziskusgymnasium Lingen. Der 18-Jährige, der alleinverantwortlich für Regie, Drehbuch, Schnitt, Ton, Musik und Produktion zeichnet, erzählt in seinem aufwendig gestalteten Knetanimationsfilm die Geschichte von einem Jungen, der lernen muss loszulassen – seine Kindheit, Freunde und seinen Großvater, der stirbt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Erinnerungen das Schöne lebendig halten.

 

Ava Babashahi Ashtiani konnte sogar zwei Preise mit privaten Filmprojekten abräumen, die sehr unterschiedlich waren. Mit der selbstgezeichneten Animation „Ana“, untermalt von selbst komponierter und eingesungener Musik, sicherte sich die 19-Jährige Schülerin des Franziskusgymnasiums Lingen den von der emsländischen Filmmusikerin Annette Focks initiierten Sonderpreis Musik. Die kurze Animation zeigt, wie stark Anorexia Nervosa (Magersucht) das Leben von Betroffenen prägt. „Ava hat es geschafft, ein hochkomplexes und schmerzhaftes Krankheitsbild in klaren Bildern, mit beeindruckend wenigen Worten und dafür umso gewaltigeren Klängen treffend zu beschreiben. Die Musik ist hier keine begleitende Untermalung. In ,ANA´ übernimmt die Musik die Hauptrolle.“, heißt es von der Jury.
In der kurzen Dramedy (Drama und Komödie) „Bis gleich“, ebenfalls von Ava Babashahi Ashtiani, macht sich eine junge Frau für ein spontanes Date fertig. Sie hetzt durch ihre Beautyroutine, nur um am Ende von ihrem Date wegen eines Fußballspiels im Fernsehen versetzt zu werden. Ashtiani sicherte sich mit diesem Beitrag in der Kategorie Jahrgangsstufe 11 bis 13 und BBS den zweiten Platz.

 

Unter dem Titel „Von der Emsland Filmklappe zur Berlinale“ könnte die folgende Erfolgsgeschichte von Zoran Garic und Alwin Terhalle stehen: Die beiden ehemaligen Mitglieder von JUZ-TV, die bereits als Schüler bei der Filmklappe mitgemacht haben und jetzt beruflich Filme produzieren, konnten sich kürzlich mit ihrem Beitrag „Kaiguan“ bei den „99Firefly-Film Awards 2026“, dem weltweit größten Kurzfilmwettbewerb, in den Top 3 platzieren. Der Film, der das Thema KI behandelt, ist auch während der diesjährigen international besetzten Berlinale präsentiert worden. Bei der Filmklappe Emsland waren die beiden Filmemacher aus Papenburg zu Gast und berichteten in einem Kurzinterview über ihre Erlebnisse und Erfahrungen. „Es war sehr motivierend für die Schülerinnen und Schüler zu sehen, wohin Filmleidenschaft führen kann“, sagte Almandoz.

 

Alle erstplatzierten Filme und die Beiträge, die einen Sonderpreis gewonnen haben, werden nun am 29. Juni beim Landesfinale in Hannover antreten und haben die Chance, der beste Film Niedersachsens zu werden. Das hat für die emsländischen Teilnehmenden in der jüngsten Vergangenheit bereits gut funktioniert: Im Wettbewerb der Niedersachsen Filmklappe 2023 gehörte die Europaschule Gymnasium Papenburg mit ihrem Gewinnerfilm „Five Minutes“ zu den landesweiten Preisträgern in der Kategorie Klassen 11 bis 13 und BBS. Eine lobende Erwähnung erhielt der Film „Carpe Diem“ vom Gymnasium Georgianum, Lingen. Bei der Niedersachsen Filmklappe 2024 konnten die Schülerinnen der Oberschule Lengerich für den Film „Liebe ist für alle“ den Sonderpreis für politisches Engagement und gesellschaftliche Teilhabe entgegennehmen.

 

Auch in diesem Jahr war die Sparkasse Emsland Hauptsponsor der Filmklappe. Neu war, dass jeder Teilnehmende eine kleine Tüte Popcorn spendiert bekam. Alle Teilnehmenden konnten zudem kleine Filmklappen aus dem 3D-Drucker als Schlüsselanhänger mit nach Hause nehmen. Hinter einem QR-Code auf dem Anhänger verbergen sich auf einer digitalen Pinnwand Tipps zum erfolgreichen Filmen und nützliche Informationen zum Medien- und Urheberrecht.

 

Die 14. Emsland Filmklappe startet nach den Sommerferien 2026. Nähere Informationen sind online unter https://medienzentrum-emsland.de/filmklappe/ zu finden.

 

 

Bild: Alle Preisträger der 13. Emsland Filmklappe versammelten sich vor der Leinwand im Meppener Kino zum Gruppenfoto. (Foto: Landkreis Emsland)