Wegen der Leidenschaft für die Chemie
Jungforscherin Paula Schoe erhält „Sonderpreis des emsländischen Landrats“
Meppen. Paula Schoe ist fast schon erfolgsverwöhnt: Was die Schülerin des Gymnasiums Marianum Meppen an wissenschaftlichen Themen anfasst, überzeugt regelmäßig bei den Wettbewerben von Jugend forscht. Auch in diesem Jahr konnte sie sich beim Regionalwettbewerb in Lingen mit ihrem anspruchsvollen Projekt „Multispektroskopische Analyse eines neuartigen Betanin-Chlorophylls/TiO₂-Antennenkomplexes“ im Fachgebiet Chemie das Ticket zum Landeswettbewerb sichern und errang dort den nächsten Sieg.
Mit diesem herausragenden Ergebnis qualifizierte sich die Schülerin des 12. Jahrgangs für den Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ Ende Mai in Herzogenaurach. Dort wird Paula Schoe das Land Niedersachsen auf nationaler Ebene vertreten.
Erster Kreisrat Martin Gerenkamp gratulierte in Vertretung für Landrat Marc-André Burgdorf der hochtalentierten Jungforscherin nun im Meppener Kreishaus zu ihren Leistungen und zeichnete sie mit dem „Sonderpreis des emsländischen Landrats“ aus. Begleitet wurde sie von den Lehrkräften und Projektbetreuern Nicole Schröder und Nils Kreienhop sowie von Siegfried Wigger, Leiter des regionalen Jugend forscht-Wettbewerbs.
„Ich bin beeindruckt vom kreativen wissenschaftlichen Denken und der vielseitigen Begabung der Preisträgerin Paula Schoe“, sagte Gerenkamp beim Treffen. Schoe lebt nicht nur ihre Leidenschaft für die Chemie aus, sondern investierte u. a. auch viel Zeit und Energie in die Schriftstellerei. Mehrere Bücher sind unter ihrem Namen bereits erschienen.
Schoes aktuell erfolgreiche Forschungsarbeit befasst sich mit der Herstellung eines neuartigen Synergieeffekts zwischen Betanin (natürlichem roten Pflanzenfarbstoff), Chlorophyll (grünem Farbstoff u. a. aus Pflanzen) und Titandioxid (Tio2)-Mikropartikel (sehr feinen Feststoffpartikel aus Titan), der im vergangenen Jahr erstmals beobachtet wurde. Aufbauend auf dieser Entdeckung überprüfte Schoe die bereits formulierte Hypothese, dass sich ein strukturierter, selbstorganisierter Antennenkomplex bildet, der eine effiziente Energieübertragung ähnlich der natürlichen Photosynthese ermöglicht.
Die 18-Jährige aus Dörpen schaut auf eine lange Liste von Erfolgen zurück. Nicht nur wurde ihre Arbeit neben dem ersten Platz beim diesjährigen Landeswettbewerb mit einem Sonderpreis ausgezeichnet – einem Forschungspraktikum am Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock und damit an einem der größten Forschungszentren für diesen Bereich - Schoe konnte sich auch über den „Sonderpreis der Bildungsregion Emsland“ freuen, den sie durch ihren Sieg beim Regionalwettbewerb erhalten hat.
Bereits 2025 hatte Schoe auf regionaler und später dann auf Landesebene mit ihrem Projekt „Synergetische Nutzung natürlicher Farbstoffe als Sensibilisatoren zur Photokatalyse“ im Arbeitsbereich Chemie einen ersten Platz gemacht und beim Bundesfinale in Hamburg einen Sonderpreis Chemie für ihre Forschungsarbeit entgegennehmen können. Sie erhielt zudem den 2025 zum ersten Mal vergebenen „Sonderpreis des emsländischen Landrats“.
Der „Sonderpreis des emsländischen Landrats“ wird ausschließlich jungen Nachwuchsforschenden ausgehändigt, die in einer der beiden Alterssparten (Jugend forscht und Jugend forscht junior) einen Landessieg erreicht haben und die eine emsländische Schule besuchen. Dieser mit dem Landessieg verknüpfte Sonderpreis ist mit 150 Euro je Projekt dotiert.
Analog dazu erhalten seit diesem Jahr emsländische Erstplatzierte des Regionalwettbewerbs einen „Sonderpreis der Bildungsregion Emsland“. Dieser ist mit einem Preisgeld in Höhe von 75 Euro je Projekt verbunden. Schoe ist auch hier die erste Preisträgerin, die sich über die Auszeichnung freuen kann.
Bild: (v. l.) Nicole Schröder und Nils Kreienhop als Projekt betreuende Lehrer, Preisträgerin Paula Schoe, Siegfried Wigger, Leiter des regionalen Jugend forscht-Wettbewerbs, und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp bei der Übergabe des „Sonderpreis des emsländischen Landrats“ im Meppener Kreishaus. (Foto: Landkreis Emsland)