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rtieften Einblick in politischen Alltag
„Frau.Macht.Demokratie.“: Emsländische Teilnehmende besuchen Abschlussveranstaltung in Hannover
Meppen/Hannover. Zwölf Tandems haben bei der siebten Auflage des Mentoring-Programms „Frau.Macht.Demokratie.“ im Landkreis Emsland teilgenommen. Über ein Jahr lang begleiteten an Kommunalpolitik interessierte Frauen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger bei der Ausübung ihrer Tätigkeit. Damit erhielten die Teilnehmerinnen des Mentoring-Programms einen vertieften Einblick in den politischen Alltag und hatten die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Emsland, Marlies Kohne, hat das niedersachsenweite Programm im Emsland organisiert und begleitete die Mentees und Mentoren zur Abschlussveranstaltung nach Hannover. Sie gehörten mit zu den über 200 Teilnehmenden, die der Niedersächsische Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi in der Landeshauptstadt empfing. Er machte deutlich, dass der Frauenanteil bei den Mandaten in den kommunalen Vertretungen in Niedersachsen immer noch bei nur rund 31 Prozent liege. Die Gründe für die „Unterrepräsentanz von Frauen in politischen Gremien“ sieht er in strukturellen Hürden, an Mehrfachbelastungen, an tradierten Rollenbildern und nicht zuletzt in politischen Rahmenbedingungen, die Engagement nicht immer erleichtern, begründet.
„Nur eine Politik, die Frauen gleichermaßen einbezieht, ist eine Politik, die gerecht, nachhaltig für alle ist und die Vielfältigkeit der Menschen abbildet,“ sagt Kohne. Im Landkreis Emsland liegt die Beteiligung von Frauen in den Kommunalvertretungen derzeit knapp 20%. „Ich würde mir eine ausgewogenere Präsenz von Frauen und Männern im Kreistag und in den emsländischen Räten wünschen. Um dies zu erreichen, bieten wir das Mentoring-Programm kreisweit an“, sagt Kohne. Und zwar durchaus erfolgreich: Von den zwölf teilnehmenden Mentees haben sich einige bereits für eine Kandidatur entschieden. Sie wollen künftig in den Räten der Städte, Samtgemeinden und Gemeinden mitwirken und politische Entscheidungen treffen.
Zwar ist das Programm nun offiziell beendet, aber die Projektträgerin, die Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung e.V., wird bis zum Sommer noch einige digitale Angebote für die Mentees vorhalten. Auch im Landkreis Emsland werden die Teilnehmenden weiter durch Angebote des Gleichstellungsbüros bis zur Kommunalwahl am 13. September im Austausch bleiben.
Bild: Aus dem Emsland haben gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Emsland, Marlies Kohne (r.), insgesamt neun Mentees und Mentorinnen an der Abschlussveranstaltung in Hannover teilgenommen, nicht alle sind auf dem Foto zu sehen. (Foto: Landkreis Emsland)