05.03.2026

Tierische „Helden“ gegen Raupenbefall

Nistkästen sollen Bruttätigkeit von Meisen unterstützen – Natürlicher Feind des Eichenprozessionsspinners

 

Meppen. Sie sind nur etwas über 10 Zentimeter groß, haben ein auffällig gefärbtes Gefieder, einen kurzen kräftigen Schnabel und sind die tierischen „Helden“ im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS): Meisen sind wichtige natürliche Fressfeinde des EPS und sollen bei dessen Bekämpfung mit eigens angefertigten Brutkästen unterstützt werden.

 

„Mit Beginn der Brutzeit sollen die Nistkästen, die die Kreisstraßenmeistereien installieren werden, dafür sorgen, dass sich Meisen zahlreich ansiedeln, um den Baumschädling biologisch zu bekämpfen. Das ist umweltgerecht und nachhaltig. Die Wirkung ist bei Massenbefall zwar begrenzt, aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. Als Mitglied im europaweiten Projekt Green Team, bei dem es darum geht, Kommunen von innen heraus klimafest zu machen, liege es dem Landkreis Emsland sehr daran, mit den Folgen der Klimaerwärmung so naturverträglich wie möglich umzugehen, so der Landrat weiter.

 

Einige der Nistkästen wurden aktuell mit Beginn der Brutzeit im Esterfelder Forst an Eichen entlang der Versener Straße in Meppen angebracht. Diese Arbeit übernahmen Markus Kuhl und Simon Schmitz von der Kreisstraßenmeisterei Bawinkel, begleitet von Landrat Burgdorf und dem zuständigen Dezernenten Dr. Michael Kiehl. „Kreisweit sollen 335 Brutkästen entlang von Kreisstraßen und dortigen Fuß- und Radwegen aufgehängt werden, um gegen den EPS vorzugehen“, erläutert Kiehl. Hergestellt werden die Kästen in Kooperation mit der St. Lukas Qualifizierung und der Arbeit Caritas GmbH.

 

Der EPS gehört zur Leibspeise unterschiedlicher Vogelarten, allen voran Meisen, die insbesondere die Raupen im frühen Larvenstadium an ihre Jungtiere verfüttern. Bereits seit 2020 installiert der Landkreis Emsland daher an seinen Kreisstraßen Nistkästen für Meisen. Von der Kreisstraßenmeisterei Bawinkel, die für das südliche und mittlere Emsland zuständig ist, waren bislang 235 Nistkästen angebracht worden, von der Kreisstraßenmeisterei Dörpen mit Wirkungsbereich im nördlichen Emsland weitere 100 Kästen.

 

War zu Anfang des EPS-Befalls insbesondere der Südkreis betroffen, ist das Vorkommen der Raupe durch das Fortschreiten der Klimaerwärmung mittlerweile gleichmäßig auf das gesamte Kreisgebiet verteilt. Kontakte mit den Brennhaaren der Raupe können zu Hautrötungen verbunden mit starkem Juckreiz führen. Darüber hinaus kann es zu Reizungen der Atemwege und der Augen kommen. Für den Landkreis Emsland, der nicht zuletzt insbesondere für Radtouristen ein gefragtes Urlaubsziel ist, stellt der Raupenbefall daher eine besondere Herausforderung dar, der er mit unterschiedlichen Maßnahmen begegnet. Zusätzlich zu den Meisen-Nistkästen werden zur Bekämpfung des EPS weiterhin die Raupennester bei starkem Befall durch Fachfirmen abgesaugt. Biozideinsätze, wie sie im geringen Umfang ausschließlich in den Jahren 2020 und 2021 im südlichen Emsland erfolgt waren, werden hingegen nicht mehr durchgeführt.

 

 

Bild 1: (v. l.) Der zuständige Dezernent Dr. Michael Kiehl, Landrat Marc-André Burgdorf sowie Markus Kuhl und Simon Schmitz von der Kreisstraßenmeisterei Bawinkel präsentieren die Meisennistkästen.

 

 

Bild 2: An den Eichen entlang der Versener Straße wurden einige der insgesamt 335 Nistkästen angebracht. Im Hintergrund ist ein bereits installierter Nistkasten zu sehen. (Fotos: Landkreis Emsland)