12.08.2026

Suchtprävention lebt vom offenen Dialog

Drogen-ABC: Kreuzbund stellt gemeinsam mit Landkreis Emsland überarbeitete Neuauflage vor

 

Meppen. Die Nachfrage nach dem Drogen-ABC des Kreuzbund Diözesanverbandes Osnabrück war bundesweit so groß, dass die Erstauflage aus dem Jahr 2025 mit 8.000 Exemplaren innerhalb kurzer Zeit vollständig vergriffen war. Nun liegt die erste überarbeitete und deutlich erweiterte Neuauflage vor, die auf bewährte Art verlässliche Informationen mit beeindruckenden Schilderungen von Einzelschicksalen verbindet. Das Drogen-ABC klärt so sachlich auf und führt zugleich eindringlich vor Augen, wie wichtig Suchtprävention und -behandlung sind.

 

„Von Liechtenstein bis Flensburg erreichten den Kreuzbund nach unserer ersten Auflage Anfragen aus psychologischen Beratungsstellen, Fach- und Rehabilitationskliniken, Arztpraxen, Schulen, Städte, Landkreise, Therapieeinrichtungen sowie weiteren Institutionen der Suchthilfe und Prävention,“ sagt Wolfgang Gehrs, damaliger Vorsitzender des Kreuzbund Diözesanverbands Osnabrück. Das Echo sei überwältigend gewesen, betont Gehrs.

 

„Suchtprävention beginnt mit Wissen. Das neu aufgelegte Drogen-ABC vermittelt verständliche und aktuelle Informationen über Suchtmittel und deren Risiken. Zudem lebt Prävention vom offenen Dialog – und genau dazu soll diese Broschüre beitragen. Ich danke allen Akteuren und dem Kreuzbund für das außerordentliche Engagement, das die Präventionsarbeit im Landkreis nachhaltig stärkt“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

 

Jessica Schwegmann, Diözesanbeauftragte für junge Menschen, war maßgeblich an der Umsetzung der Neuauflage beteiligt. Sie ist sicher, dass die Resonanz auch bei der jetzigen Veröffentlichung groß sein wird: „Es ist ein einzigartiges Projekt. Der Bedarf an praxisnahen Informationen zum Thema Sucht ist groß – das haben die Nachfragen in der Vergangenheit gezeigt. Die überarbeitete Auflage richtet sich an junge Menschen ebenso wie an Eltern, Lehrkräfte, Beratungsstellen, Kliniken, Arztpraxen und alle, die Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen übernehmen. Wir wollen alle gleichermaßen erreichen und Mut machen, offen über Sucht zu sprechen.“

 

Die neue Ausgabe des Drogen-ABC wurde um 30 Seiten ergänzt und berücksichtigt neben den klassischen Suchterkrankungen zahlreiche aktuelle Entwicklungen insbesondere im Bereich der medialen Sucht sowie dem Thema „Sucht und ADHS“. Neu aufgenommen wurden unter anderem Themen wie Medien- und Onlinesucht, Glücksspiel, Smartphones und weitere Verhaltenssüchte, die insbesondere junge Menschen in ihren zunehmend digitalisierten Lebenswelten betreffen.

 

Das Nachschlagewerk, von dem erneut 8000 Stück gedruckt wurden, verknüpft erneut fundierte Informationen mit persönlichen Erfahrungsberichten von Betroffenen und Mitbetroffenen. „Ziel ist es, Wissen zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und insbesondere durch die Lebensberichte betroffener Personen andere Menschen zu ermutigen, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagt Gehrs. Über Sucht zu reden, das eigene Schicksal in Gesprächen und gedrucktem Wort mit anderen zu teilen, empfinde er als sehr mutige Geste, betont er.

 

Entstanden ist das Projekt aus dem Engagement junger Menschen im Kreuzbund. Gemeinsam mit zahlreichen Betroffenen, Fachleuten und ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren wurde das Drogen-ABC kontinuierlich weiterentwickelt. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Caritas, der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS), dem Fachausschuss Suchtselbsthilfe der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) in Niedersachsen sowie dem Behindertenbeirat des Landkreises Emsland. Die Förderung erfolgte durch die AOK – Die Gesundheitskasse.

 

Das Drogen-ABC ist kostenlos erhältlich unter der E-Mail-Adresse wolfgang.gehrs@gmail.com

 

 

 

Bild: Für die Neuauflage des Drogen-ABC warben Wolfgang Gehrs (4. v. l.) und Jessica Schwegmann (6. v. l.) vom Kreuzbund gemeinsam mit Landrat Marc-André Burgdorf (3.v.l), und Sozialdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis (3. v. r.) sowie weiteren Unterstützern und Betroffenen und Mitbetroffenen. (Foto: Landkreis Emsland)