24.06.2026

Neues Frauenhaus in Meppen eröffnet am 1. August 2026

Landkreis Emsland und Land Niedersachsen stärken Schutzangebote für gewaltbetroffene Frauen und Kinder

 

Lingen/Meppen. In Meppen entsteht wieder ein Frauenhaus: Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Ems-Vechte e.V. eröffnet zum 1. August 2026 eine neue Einrichtung mit acht Schutzplätzen für Frauen und ihre Kinder. Damit stehen nach der Schließung des früheren Frauenhauses in diesem Mai infolge der Insolvenz des damaligen Trägers SkF Meppen erneut Schutz- und Unterstützungsangebote vor Ort zur Verfügung. Das Land Niedersachsen un-terstützt den Aufbau der neuen Einrichtung.

 

„Wir freuen uns über das Vertrauen des Landes Niedersachsen und die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland. Die Neugründung des Frauenhauses ist ein wichtiger Schritt, um Frauen und Kindern in akuten Krisensituationen Schutz, Sicherheit und neue Perspektiven zu bieten“, erklärt Bianca Farwick, Geschäftsführerin des SkF Ems-Vechte.

 

Der SkF Ems-Vechte e.V. übernimmt die Trägerschaft des Frauenhauses. Als anerkannter Wohlfahrtsverband verfügt der Verein über langjährige Erfahrung in der Beratung und Unterstützung von Frauen, Kindern und Familien. Mit seinen vielfältigen sozialen Angeboten ist der Verband in der Region fest verankert und bringt umfassende Expertise im Bereich des Gewaltschutzes mit.

„Jede Frau und jedes Kind, die vor Gewalt fliehen müssen, brauchen einen sicheren Ort. Mit dem neuen Frauenhaus schaffen wir zusätzliche Schutzmöglichkeiten im Emsland und stärken die bestehenden Hilfsangebote nachhaltig. Wir freuen uns, dies gemeinsam mit dem SkF Ems-Vechte umsetzen zu können“, sagt Sozialdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis (Landkreis Emsland).

 

Das neue Frauenhaus bietet acht Schutzplätze sowie eine umfassende sozialpädagogische Begleitung. Neben der sicheren Unterbringung erhalten die Bewohnerinnen Unterstützung bei rechtlichen, finanziellen und persönlichen Fragestellungen sowie bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven.

 

Die Neugründung erfolgt vor dem Hintergrund eines weiterhin hohen Bedarfs an Schutz- und Unterstützungsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen. Häusliche Gewalt zählt nach wie vor zu den größten sozialen Herausforderungen in Deutschland. Auch die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim verzeichnet steigende Fallzahlen in der Region. Laut Kriminalstatistik stieg die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent.

 

Fachverbände, Frauenhäuser und Beratungsstellen weisen seit Jahren auf den Mangel an Schutzplätzen hin. Das Land Niedersachsen fördert derzeit 46 Frauenhäuser und verfolgt das Ziel, die Hilfestrukturen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder weiter auszubauen. Mit dem neuen Frauenhaus in Meppen wird das Hilfesystem im Emsland um ein wichtiges Angebot ergänzt.

 

 

Bild: (v.l.) Sozialdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis freut sich, gemeinsam mit Bianca Farwick, Geschäftsführerin des SkF Ems-Vechte, und Dr. Simona Schule, Vorsitzende des SkF Ems-Vechte, eine Nachfolgelösung für das ehemalige Frauenhaus des SkF Meppen anbieten zu können. Das neue Frauenhaus öffnet am 1. August. (Foto: Landkreis Emsland)