Neue Ansätze für Umgang mit Demenz
Pflegestützpunkt und Demenz-Servicezentrum richten Fachforum zum Welt-Alzheimertag aus
Meppen. Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz (KI) nehmen eine zunehmend wichtige Rolle in der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen ein. Sie helfen, Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, bieten Alltagsunterstützung und gewährleisten emotionale Stabilität und Sicherheit. Der Nutzen von KI in der Demenzpflege ist ein zentrales Thema auf dem Fachtag Demenz anlässlich des Welt-Alzheimertages. Zu diesem laden der Pflegestützpunkt und das Demenz-Servicezentrum des Landkreises Emsland am Mittwoch, 23. September, ab 9.45 Uhr ins Alte Gasthaus Kamp, Schullendamm 64, in Meppen ein.
Mit den drei Schwerpunktthemen „Was bringen neue digitale Technologien für Menschen mit Demenz? Einblicke in neue Forschung zur Künstlichen Intelligenz, Selbstbestimmung, Sicherheit und Lebensqualität“ sowie „Sicher und selbstbestimmt zu Hause leben – Technische Alltagshilfen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen" und „Mediation für Angehörige von Menschen mit Demenz" sollen am diesjährigen Fachtag Demenz neue Ansätze im Umgang mit Erkrankung für die Praxis aufgezeigt werden.
Zielgruppe des Fachtages sind alle pflegenden An- und Zugehörigen, Fach- und Betreuungskräfte der ambulanten und stationären Pflege, Ehrenamtliche sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.
Prof. Dr. Manuela Weidekamp-Maicher von der Hochschule Düsseldorf (Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften) wird der Fragestellung „Was bringen neue digitale Technologien für Menschen mit Demenz? Einblicke in neue Forschung zur Künstlichen Intelligenz, Selbstbestimmung, Sicherheit und Lebensqualität“ im ersten Vortrag des Tages nachgehen. Sie ordnet in ihren Ausführungen das Verständnis von Lebensqualität von Menschen mit Demenz und die Relevanz von Sicherheit ein, untermauert mit Beispielen die Bedeutung technischer Unterstützung für Menschen mit Demenz und zeigt den ethischen Konflikt zwischen Autonomie und Sicherheit, zwischen Menschen mit Demenz und An- und Zugehörigen auf. Abschließend gibt sie einen Einblick in aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen mit dem „Gamechanger“ KI.
Monika Caspers, Leitung Außendienst für Hausnotruf & Mobile Ortung, und Christian Saathoff, Leitung Hausnotruf und Vertragswesen der Firma Sandersfeld Sicherheitstechnik GmbH aus Leer (Ostfriesland), referieren zum Thema „Sicher und selbstbestimmt zu Hause leben – Technische Alltagshilfen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen". Sie stellen ein klassisches Hausnotrufgerät vor, welches mit verschiedenen Erweiterungen für noch mehr Sicherheit sorgen kann. Beispielsweise informieren Bewegungsmelder oder ein Türkontakt Angehörige darüber, wenn demenzerkrankte Personen das Haus verlassen oder auch stürzen. Verschiedene Ortungsgeräte für demenzerkrankte Personen per App oder auch Notruf- und Serviceleitstelle lassen ebenfalls Lokalisierungen zu. Ein so genannter Herdwächter, der den Herd bzw. Backofen automatisch überwacht und bei Gefahr, z. B. bei Überhitzung, abschaltet, reduziert das Brandrisiko erheblich und sorgt ebenfalls für mehr Sicherheit.
Jeanette Kießling ist Desideria Familien-Coach und systemische Beraterin in der Metropolregion Hannover. Sie wird bei diesem Fachtag die „Mediation für Angehörige von Menschen mit Demenz“ vorstellen und über Konflikte, welche durch die Demenzerkrankung eines Angehörigen in Familien entstehen können, berichten. So können Konflikte beispielsweise durch die Aufteilung der Pflegeaufgaben, finanzielle Belastungen durch die Pflegesituation, unterschiedliche Erwartungen oder Vorstellungen von Pflege, aber auch von der Unterbringung oder bevorstehenden Lebensende der erkrankten Person hervorgerufen werden. Aber auch alte aufbrechende Familienkonflikte, weitere Personen, die sich gewollt oder ungewollt einbringen, räumliche oder emotionale Nähe- und Distanzunterschiede sollen thematisiert werden. Was Mediation dabei leisten kann und was genau Mediation ist, stellt Kießling in ihrem Vortrag ebenfalls dar.
Die Veranstaltung endet gegen 15 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei. Verbindliche Anmeldungen sind bis Mittwoch, 16. September, unter der Telefonnummer 05931/44-1210 und der E-Mail-Adresse demenzservicezentrum@emsland.de möglich.