13.08.2026

Leitstellenrohbau nimmt Formen an

Arbeiten befinden sich im Zeitplan – Fertigstellung Ende 2027 anvisiert

 

Meppen. Der Baufortschritt ist nicht zu übersehen: Inzwischen ist das erste Obergeschoss der Leitstelle Ems-Vechte, die derzeit in Meppen-Versen gebaut wird, im Rohbau entstanden. Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan.

 

Unter der Führung von Julia Wolterink vom G. Büter Bauunternehmen aus Ringe (Landkreis Grafschaft Bentheim) besuchten Michael Albers und Sasche Lehky vom Vorstand der Leitstelle sowie die beiden Landräte Marc-André Burgdorf (Landkreis Emsland) und Uwe Fietzek (Landkreis Grafschaft Bentheim) die Baustelle und überzeugten sich vom Fortgang der Maßnahme. Realisiert wird die neue Leitstelle als dreigeschossiger Neubau mit Flachdach im Rahmen eines Öffentlich Privaten Partnerschafts (ÖPP)-Inhabermodells. Der Umfang des ÖPP-Inhabermodells bezieht sich auf die gesamte Koordination von der Planung über die Errichtung und die Wartung der Immobilie durch den Totalunternehmer G. Büter, wodurch die Projektrealisierung deutlich beschleunigt und aus einer Hand sichergestellt wird.

 

„Mit dem sichtbaren Fortschritt auf der Baustelle wird deutlich: Ein zentrales Zukunftsprojekt unserer Landkreise nimmt Gestalt an. Der Neubau der Leitstelle ist eine der wichtigsten Investitionen in die öffentliche Daseinsvorsorge der vergangenen Jahre. Damit stärken wir nachhaltig den Bevölkerungsschutz sowie die Gefahrenabwehr und schaffen eine Infrastruktur mit modernster Technik und funktionalen Arbeitsplätzen, die den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht wird“, sagen die Landräte Burgdorf und Fietzek.

 

Waren beim symbolischen Spatenstich in diesem März auf dem insgesamt etwa 4300 m² großen Grundstück lediglich erste vorbereitende Erdarbeiten zu erkennen, die Umriss und Standort des künftigen Leitstelleneubaus anzeigten, sind inzwischen das Fundament gegossen und erste Wände hochgezogen worden. Die Rohbauarbeiten finden derzeit im letzten Obergeschoss statt. Die Betonage der letzten Decke ist für Mitte September vorgesehen.

 

Auch die Gestaltung der Außenfassade konnte festgelegt werden: Klinker, Fassadenplatten und die Fenster wurden ausgewählt. Ab Mitte September wird die so genannte Pfosten-Riegel-Konstruktion installiert. Die filigrane Rahmenkonstruktion kommt zum Einsatz, um die Glasfront am Gebäude befestigen zu können. „All diese Ausstattungsmerkmale geben dem Neubau der Leitstelle ein ganz eigenes Gesicht“, sagt Wolterink.

 

Ende August ist geplant, mit den Innenputzarbeiten im Technikbereich zu beginnen. Parallel zum laufenden Baugeschehen finden die umfangreichen Abstimmungen für die Installation der Leitstellentechnik statt. Erst nach der Endreinigung, wenn der Bau staubfrei ist – dies ist für Mai 2027 vorgesehen – kann die Montage der sensiblen Leitstellentechnik beginnen.

 

Noch ist ein wenig Phantasie notwendig, um die verschiedenen Funktionsbereiche, die hier entstehen sollen, nachvollziehen zu können. Herz des Gebäudes ist der Leistellenbetriebsraum, der für die Überwachung, Steuerung und Koordination der Notfalleinsätze genutzt und rund um die Uhr besetzt sein wird. In ihm werden insgesamt zehn Leitstellenarbeitsplätze sowie zwei Arbeitsplätze in Reserve für Leitstellendisponenten vorgehalten.

 

Zudem sollen künftig Arbeitsplätze für zwei Telenotärzte sowie zusätzliche vier Arbeitsplätze für Sonderlagen und -einsätze eingerichtet werden. Hinzu kommen ein Verwaltungs- und Bürobereich, Konferenzbereich, Werkstattbereich, Technikflächen, Verkehrswege und Sanitäranlagen sowie Außenflächen.

 

Darüber hinaus wartet der Neubau mit einem nachhaltigen Energiekonzept nach KFW 40 Standard auf. Dank Wärmepumpe, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, einer Gebäudehülle nach Passivhaustandard und einer maximalen Belegung mit hocheffizienten PV-Elementen einschließlich Speicher wird eine optimale Energieeffizienz erreicht.

 

Ende November 2027 ist die Fertigstellung des Gebäudes geplant. Danach findet ein operativer Probebetrieb statt. Erst wenn dieser reibungslos durchgeführt werden kann, wird die Leitstelle für die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland an ihrem jetzigen Standort in der Kreisverwaltung in Meppen aus dem Regelbetrieb entlassen.

 

Die voraussichtlichen Gesamtkosten für den Leitstellenneubau betragen rund 27,3 Mio. Euro. Für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim ergeben sich über einen Zeitraum von 20 Jahren jährliche Belastungen von insgesamt rund 1,9 Mio. Euro. Hinzu kommen u. a. weitere Betriebskosten und Investitionskosten.

 

Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim haben den gemeinsamen Leitstellenverbund („Leitstelle Ems-Vechte AÖR”) 2021 ins Leben gerufen und einen Neubau der gemeinsamen Leitstelle beschlossen. Seit 2021 wird die Leitstelle bislang in den Räumen des Kreishauses in Meppen betrieben.

 

Bild 1: Das Grün des Leitstellenemblems wird sich später auch am Eingangsbereich der Leitstelle wiederfinden.

 

 

Bild 2: Der Rohbau der Leitstelle von der Eingangsseite gesehen. Im Bereich davor werden noch Parkplätze geschaffen. Der Zugang zur Leitstelle als kritische Infrastruktur ist beschränkt. Im Foyer können sich künftig Besucher über einen digitalen Infoterminal anmelden.

 

 

Bild 3: Der Blick auf den Leitstellenrohbau von oben.

 

 

 

Bild 4 und 5: Im künftigen Konferenz- und Sitzungsraum, der mit großen Fensterfronten angelegt wird, positionierten sich alle Teilnehmenden der Führung durch den Leitstellenrohbau für ein Gruppenfoto.

 

 

Bild 5: Der dreigeschossige Bau mit Flachdach hat seine endgültige Höhe noch nicht erreicht. Zu erkennen ist bereits der Lichthof, der zusätzlich natürliches Tageslicht in die tiefer gelegenen Räume leitet. (Fotos: Landkreis Emsland; Foto 3: Fa. G. Büter)