05.03.2021

Landkreis setzt auf „luca“

Flächendeckender Einsatz der App zur Kontaktnachverfolgung – Ende der „Zettelwirtschaft“

 

Meppen. Der Landkreis Emsland setzt bei der Eindämmung der Corona-Pandemie weiter auf digitale Unterstützung: Die Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten soll künftig mit Hilfe der speziell entwickelten Software „luca“ zügiger und effektiver erfolgen. „Das schnelle Unterbrechen von Infektionsketten bleibt ein zentrales Instrument im Kampf gegen die Pandemie. Wenn jetzt einzelne Bereiche des Lebens wieder geöffnet werden, aber gleichzeitig die Pflicht zur Dokumentation von Kontaktdaten und Verweildauern besteht, kann ‚luca‘ eine große Hilfe für alle Beteiligten sein“, unterstreicht Landrat Marc-André Burgdorf.

 

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen vom Einsatz zum Beispiel in Gastronomiebetrieben, Krankenhäusern, Friseurbetrieben oder Kirchen bis hin zur Anwendung im privaten Bereich. Gäste oder Kunden müssen ihre Kontaktdaten nur einmal in der luca-App eintragen und registrieren sich dann – etwa beim Betreten eines Restaurants – indem vor Ort ein QR-Code gescannt wird. Das Ende eines Besuches kann manuell bestätigt oder per Geofencing automatisch erfolgen, d.h. das Handy erfasst, wenn ein Standort verlassen wird. In einfacher Weise kommt der Anbieter somit seiner Dokumentationspflicht nach, gleichzeitig werden sämtliche Informationen datenschutzkonform verschlüsselt und sind bei Bedarf für das Gesundheitsamt verfügbar.

 

Dazu gibt eine infizierte Person Informationen über ihre Aufenthaltsorte der letzten 14 Tage digital frei und teilt diese direkt mit dem Gesundheitsamt. Wenn hier der Besuch eines Restaurants vermerkt ist, kann das Gesundheitsamt wiederum über seinen Zugang zum luca-System auf die Kontaktdatenlisten für den entsprechenden Zeitraum zugreifen, wenn der Betreiber der betreffenden Einrichtung diese freigibt. Die Daten können dann direkt in die Software „SORMAS“ übernommen werden, die beim Landkreis Emsland als einem der ersten Landkreise bundesweit bereits seit Mai vergangenen Jahres für das Corona-Kontaktmanagement im Einsatz ist. Auf diesem Wege ist es möglich, direkte Kontaktpersonen schnell zu ermitteln und weitere Maßnahmen (z.B. Quarantäne) umgehend einzuleiten.

 

Für Nutzer – auch die Betriebe – ist die App kostenlos, anfallende Kosten für den Einsatz im Emsland würde der Landkreis Emsland übernehmen. „Diese digitale Lösung kann das Ende der Zettelwirtschaft aus dem vergangenen Jahr markieren. Wir appellieren an alle Betriebe, aber auch an alle Bürger, das Angebot anzunehmen, es wird uns dabei helfen, ein Stück weit mehr Normalität zurückzugewinnen“, so Burgdorf. „Denn die App macht die Dokumentation schneller und zuverlässiger, gleichzeitig verringert sich der Aufwand für alle Beteiligten. Außerdem haben wir nicht mehr mit Namen wie ‚Donald Duck‘ auf den Kontaktbögen zu kämpfen“, ergänzt der Landrat. Ein konkreter Starttermin sei derzeit nicht zu benennen. Der Landkreis strebe aber eine schnellstmögliche Einführung des Systems an und stehe dazu mit den Berliner Machern der App in Kontakt, so Burgdorf abschließend.

 

Zuletzt war die luca-Anwendung, die als Ergänzung zur offiziellen Corona-Warn-App der Bundesregierung konzipiert ist, aufgrund verschiedener Fernsehberichte und der Unterstützung durch Smudo von der Band „Die Fantastischen 4“ bundesweit in den Fokus gerückt.