Innovationsbooster fürs Emsland?
Interreg-Projekt COMET rund ums Einstein-Teleskop – Standortsuche läuft
Meppen. Mit dem Start des europäischen Interreg Projekts COMET bündeln Deutschland und die Niederlande ihre Kräfte, um die Entwicklung des Einstein-Teleskops (ET) voranzutreiben. Das unterirdische Observatorium wird eines der modernsten Forschungseinrichtungen Europas im Bereich der Gravitationswellenforschung und soll grundlegende Fragen über das Universum beantworten.
Das Projekt COMET eröffnet kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie z. B. Forschungseinrichtungen beider Länder neue Chancen: Sie können gemeinsam an Innovationsprojekten in den Bereichen vibrationsfreie Kühlung, Optik und Datenverarbeitung arbeiten. Das Projekt unterstützt sie finanziell, hilft bei der Partnervermittlung und schafft Zugänge zu internationalen Märkten. Auch die Unternehmen im Landkreis Emsland sowie der Region Weser-Emskönnen davon profitieren.
Innovation ohne Grenzen
COMET - kurz für Comaking the Einstein Telescope - ist eine Kooperation von sechs Organisationen aus den Niederlanden und Deutschland. Unter der Leitung von Oost NL arbeiten NMWP, LIOF, Emsland GmbH, TCNN und die TransferAgentur der Fachhochschule Münster zusammen, um technologische Innovationen in der Grenzregion zu fördern.
Die Emsland GmbH als Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Emsland engagiert sich als deutscher Partner insbesondere für die Förderung von Innovation und Technologieentwicklung in der Region Emsland und darüber hinaus. Ihr Ziel ist es, regionale Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit niederländischen Partnern zu vernetzen und grenzüberschreitende Innovationsprojekte zu initiieren und zu begleiten. Der Bereich Innovation & Technologie unterstützt KMU gezielt bei der Entwicklung neuer Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle - von der ersten Idee bis zur Umsetzung. „Durch die Beteiligung der Emsland GmbH wird die regionale Innovationsinfrastruktur gestärkt. Die Unternehmen, insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen im Landkreis Emsland erhalten so leichteren Zugang zu internationalen Forschungsnetzwerken und profitieren von neuen Impulsen für Technologieentwicklung und Kooperation“, sagt der zuständige Dezernent Michael Steffens. Ziel ist der Aufbau internationaler Konsortien, die gemeinsam an Technologien arbeiten, die für das Einstein-Teleskop von entscheidender Bedeutung sind.
Technologische Innovation für die Grundlagenforschung
Das COMET-Projekt läuft bis Dezember 2028 und konzentriert sich auf Schlüsseltechnologien für das Einstein-Teleskop - eine europäische Forschungseinrichtung, die Gravitationswellen misst und damit neue Erkenntnisse über das Universum ermöglicht. Das Teleskop soll in Form eines Dreiecks gebaut werden, dessen Seiten jeweils zehn Kilometer lang sind und in einer Tiefe von 250 bis 300 Metern verlaufen.
Die Grenzregion zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland gilt aufgrund der vibrationsarmen geologischen Bedingungen und der starken Forschungsinfrastruktur als aussichtsreicher Standort. Im Jahr 2027 soll über den Standort des Einstein-Teleskops entschieden werden - zur Auswahl stehen neben der Grenzregion zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland zudem das Bundesland Sachsen und die italienische Insel Sardinien. Die kommenden Jahre sind daher entscheidend für die technologische Vorbereitung und den Aufbau internationaler Partnerschaften.
Von der Weltraumforschung zu praktischen Anwendungen
„Die Innovationen und Anwendungen, die im Zuge des Projekts COMET für das Einstein-Teleskop entstehen, können späterhin auch in anderen Branchen wie Hightech, Energie und Gesundheitswesen Verwendung finden“, betont Markus Meppen von der Emsland GmbH. „Selbst wenn das Einstein-Teleskop letztlich nicht im deutsch-niederländischen Grenzgebiet entstehen sollte, behalten die im Rahmen von COMET entwickelten Innovationen ihren Wert. Sie stärken die Innovationskraft der Region und positionieren Unternehmen für künftige europäische Hightech-Projekte“, betont Steffens.
Über COMET
COMET ist ein Interreg VI-Projekt, das die Kooperation zwischen deutschen und niederländischen KMU und Wissensinstitutionen fördert, um Innovationen für das Einstein-Teleskop zu entwickeln. Das Projekt wird im Rahmen des Interreg VI-Programms Deutschland-Niederlande durchgeführt und mit über 2,7 Mio. Euro durch die Europäische Union, das niederländische Wirtschaftsministerium (EZ), das MWIKE NRW, die Niedersächsische Staatskanzlei sowie die Provinzen Groningen, Fryslân, Drenthe, Flevoland, Overijssel, Gelderland, Noord-Brabant und Limburg mitfinanziert.
Weitere Informationen sind bei der Emsland GmbH unter der E-Mail-Adresse markus.mebben@emsland.de und unter www.emslandgmbh.de/innovation erhältlich.
Bild: So soll es aussehen: Das Einstein-Teleskop (Foto: ©Marco Kraan/Nikhef)