„Echte Sympathieträgerin“ nimmt ihren Abschied
Ursula Mersmann beendet im Herbst nach 24 Jahren ihre Tätigkeit als Beauftragte für Menschen mit Behinderungen
Lingen. Die menschliche Qualität einer Gesellschaft lässt sich daran ablesen, wie sehr sie sich erfolgreich um Chancengerechtigkeit bemüht. Gradmesser dafür ist auch das Eintreten dafür, dass Menschen mit Behinderungen gesellschaftlich teilhaben können. Ursula Mersmann hat als ehrenamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Emsland dieses Ziel seit 2002 verfolgt. Jetzt gibt sie zum Herbst 2026 dieses Amt auf. Landrat Marc-André Burgdorf hat Mersmann und ihre Tätigkeit im Rahmen der Inklusionskonferenz in Lingen am vergangenen Mittwoch (10. Juni) gewürdigt.
„Unser Dank lässt sich kaum in Worte fassen. Wir empfinden hohe Anerkennung für die geleistete Arbeit“, sagte Landrat Marc-André Burgdorf. Er schätze Mersmann für die Art, wie sie das Amt ausgefüllt habe. „Hochengagiert, kompetent, zuverlässig, authentisch und mit sehr viel Herzblut und Einfühlungsvermögen“, sei sie der Aufgabe nachgekommen.
Ursula Mersmann ist nun nur noch für wenige Monate Ansprechpartnerin für die unterschiedlichsten Anfragen, Anliegen und Bedürfnisse: sei es die Gewährleistung eines barrierefreien Zugangs, die Förderung der Selbsthilfe, regelmäßige Sprechstunden in den Kreishäusern in Meppen, Lingen und Aschendorf oder die Beteiligung an öffentlichen Baumaßnahmen. Die Aufgaben seien im Lauf der Jahre vielfältiger und zeitaufwändiger geworden, sagt Mersmann. Sie betonte, dass sie das Amt über all die Zeit mit viel Motivation und Freude wahrgenommen habe: „Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, empfinde ich vor allem Dankbarkeit. Es war mir ein großes Anliegen, die Interessen der Betroffenen hörbar zu machen und Wege zu finden, Teilhabe im Alltag greifbar zu gestalten. Dass wir dabei so vieles bewegen konnten, war nie mein alleiniger Verdienst. Es ist das Ergebnis eines konstruktiven Miteinanders zwischen Verwaltung, Politik, dem Beirat und den vielen engagierten Menschen in unserer Region“.
Seit Einführung des Amtes im Jahr 2002 nimmt Mersmann diese Aufgabe wahr. 2006, 2012, 2016 und zuletzt 2021 war sie vom emsländischen Kreistag in dieses Amt wiedergewählt worden. Auch nachdem sie 2021 nach einem Vierteljahrhundert Abschied von ihrem Mandat als Kreistagsabgeordnete nahm, blieb sie der Aufgabe als Beauftragte für Menschen mit Behinderungen treu – dies nunmehr seit 24 Jahren.
Auf eigenen Wunsch scheidet sie Ende Oktober aus dem Amt aus. Es muss durch den Kreistag neu besetzt werden, denn auch künftig werden Anforderungen an eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu erfüllen sein. Bei der Nachfolge müsse berücksichtig werden, dass die Aufgabe anspruchsvoll sei und mit Ursula Mersmann eine „echte Sympathieträgerin“ ihren Abschied nehme, betonte Burgdorf.

Bild: Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis (l.) und Landrat Marc-André Burgdorf (r.) würdigten Ursula Mersmann bei ihrem Abschied als ehrenamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderungen. (Foto: Landkreis Emsland)