02.09.2026

Dynamische Lage mit mehreren Flächenbränden

Katastrophenschutzstab des Landkreises Emsland übt Ausnahmesituation

 

Meppen. Eine außergewöhnliche Hitzewelle mit bis zu 36 Grad Celsius herrscht seit gut 14 Tagen im Landkreis Emsland. Niederschläge sind seit mehreren Wochen nahezu vollständig ausgeblieben. Die Vegetation und Böden sind ausgetrocknet, zahlreiche kleinere Gewässer führen Niedrigwasser. Dieses realitätsnahe, aber doch imaginäre Szenario bildete die Basislage für die dreitägige Übung, die der Katastrophenschutzstab des Landkreises Emsland absolvierte.

 

Langsam beginnend baute sich die Situation immer mehr zu einem äußerst dynamischen Geschehen mit mehreren Flächenbränden, Evakuierungen und einer beunruhigten Bevölkerung auf. Das Übungsszenario sah vor, dass es zu Schwankungen in der Strom- und Wasserversorgung kam. Zugleich waren Rettungsdienst, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen stark belastet. Fiktive Großbrände im Hedwigswald bei Werpeloh und im Naturschutzgebiet Esterweger Dose beschäftigen den Stab – nach tagelanger Beobachtung erreichte der angenommene Brand im Hedwigswald ein kritisches Stadium. Werpeloh musste evakuiert werden. Auch eine kontrollierte Stromabschaltung über mehrere Stunden sowie der Ausfall der Wasserversorgung in Haren (Ems) forderten die Aufmerksamkeit des Krisenstabes. Die Gemeinde hatte ihre Notfallinformationspunkte aktiviert, bei denen Bürgerinnen und Bürger Hilfe und Schutz fanden.

 

„Wir haben mit dieser Übung die Bewältigung einer Lage geprobt, die durch die mehrtägige Übung aufwachsen konnte und damit vielfältig und sehr realistisch war“, sagt der zuständige Dezernent und Stabsleiter Christoph Exeler. Für das an den drei Tagen eingesetzte Personal war die Übung eine spannende und erkenntnisreiche Erfahrung.

 

Kritisch beobachtet wurde das Agieren des Stabes vom Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz, das die Übung leitete und im Fazit zufrieden mit der gezeigten Leistung war. Ein so genannter Gegenstab, besetzt mit Mitarbeitenden des Niedersächsischen Landesamtes und der Kreisverwaltung, bildete die Außenwelt ab und rief mal als besorgter Bürger das Bürgertelefon an oder nahm in der Funktion eines Bürgermeisters Kontakt zum Stab auf. Ein „Höhepunkt“ war eine Pressekonferenz, in der Exeler und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp den „Journalisten“ Rede und Antwort standen. Die Medienriege, wieder besetzt durch den Gegenstab, spielte ihre Rolle gut und stellte kritische Fragen.

 

Als Grundlage für das Gesamtszenario diente ein Drehbuch, das vom Niedersächsichen Landesamt zusammen mit dem zuständigen Fachbereich Sicherheit und Ordnung des Landkreises Emsland erstellt worden war. Es legte unter anderem Schadensszenarien und zeitliche Abläufe fest.

 

Landrat Marc-André Burgdorf dankte bei seinem Besuch des Stabes den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung für ihren Einsatz. Er hob auch das Engagement der Fachberater von Technischem Hilfswerk, Bundes- und Landespolizei, der Bundeswehr, der Feuerwehr und des Fachberaters Sanität hervor, die an der Übung teilnahmen und den Stab unterstützten. „Ihre Hilfe und ihr Fachwissen sind unverzichtbar, das hat sich hier erneut gezeigt und das können wir nicht hoch genug anrechnen“, betonte er.

 

 

 

Bild 1: Der Katastrophenschutzstab des Landkreises Emsland übte über drei Tage eine Lage mit Hitzewelle, Ausfällen in der Strom- und Wasserversorgung und Bränden. Hier die Schicht A gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Nds. Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz.

 

 

Bild 2: Intensiv arbeitete der Krisenstab im Lagezentrum des Meppener Kreishauses an der Bewältigung der herausfordernden Lage. (Fotos: Landkreis Emsland)