Breitbandausbau nimmt nächste Etappe
Im südlichen und mittleren Emsland startet 3. Projektphase – Anbindung grauer Flecken
Haselünne. Der Breitbandausbau im Landkreis Emsland schreitet weiter voran: Nachdem im Mai die Anbindung der grauen Flecken in der dritten Projektphase für das Los Nordwest eingeleitet wurde, startet dieser am vergangenen Montag (29. Juni) nun auch im südlichen und mittleren Emsland. Mit einem symbolischen Spatenstich an der Alten Loher Schule in Haselünne markieren Landrat Marc-André Burgdorf und Carsten Lagemann, Geschäftsführer Westconnect GmbH, gemeinsam den Start der Verlegung von Glasfaserleitungen mit Anschlüssen direkt ins Gebäude durch die Westconnect GmbH.
Das Los Mitte-Süd umfasst die Gemeinden Emsbüren, Geeste, Salzbergen und Twist, die Samtgemeinden Freren, Herzlake, Lengerich und Spelle sowie die Städte Haren (Ems), Haselünne, Meppen und Lingen (Ems). Insgesamt sollen in den zwölf Kommunen 1.839 Adressen (Privathaushalte und Unternehmen) von emslandweit insgesamt 8.451 grauen Flecken einen leistungsstarken Zugang zu Glasfaser-Internet erhalten. „Die Alte Loher Schule steht sinnbildlich für alle kleinen Orte, die bislang nur über eine Breitbandversorgung über Kupferkabel verfügen und nun ans Glasfasernetz mit Spitzengeschwindigkeiten bei der Datenübermittlung angeschlossen werden“, sagt Burgdorf. Mit einem leistungsstarken Glasfaseranschluss, der den aktuell höchsten technischen Standards entspricht, steigen die Übertragungsraten von bislang bis zu 100 Megabit pro Sekunde über Kupferleitungen auf künftig 1.000 Megabit pro Sekunde an.
Westconnect plant zur Umsetzung der dritten Ausbauphase Tiefbauarbeiten mit einer Trassenlänge von rund 247 Kilometern. Es ist vorgesehen, etwa 393 Kilometer Leerrohre und 870 Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen. 130 Glasfaserverteilerschränke sollen neu errichtet werden. Das Unternehmen geht davon aus, die Arbeiten – je nach Witterungsverhältnissen – voraussichtlich bis Ende 2027 abzuschließen.
Carsten Lagemann, Geschäftsführer der Westconnect GmbH, sagt: „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung, dieses Los umsetzen zu dürfen. Besonders wichtig ist uns dabei die über viele Jahre gewachsene, verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland. Auf dieser starken Basis wollen wir den Ausbau gemeinsam erfolgreich weiterführen und den Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen in der Region eine leistungsfähige sowie zukunftssichere digitale Infrastruktur bieten.“
Interessierte im südlichen und mittleren Emsland haben die Möglichkeit, im Zuge des geförderten Ausbaus einen kostenlosen Glasfaseranschluss für ihr Gebäude errichten zu lassen. Die entstehenden Kosten werden durch Fördermittel von Bund und Land sowie durch die Kommune getragen. Voraussetzung für den Hausanschluss ist eine unterschriebene Grundstückseigentümererklärung (GEE). Liegt diese nicht vor, wird lediglich ein Abzweig am Grundstück erstellt; ein späterer Anschluss ist in diesem Fall kostenpflichtig.
Der Bund übernimmt 50 Prozent der Gesamtkosten des „Graue-Flecken-Ausbaus“ im Landkreis Emsland von 53,7 Mio. Euro, das Land Niedersachsen 25 Prozent. Der kommunale Anteil in Höhe von 25 Prozent wird vom Landkreis Emsland und den Kommunen getragen. Der Förderbetrag für das Los Mitte-Süd umfasst ein Finanzvolumen von 15,79 Mio. Euro, die Investitionskosten seitens der Westconnect liegen bei rund 18,35 Mio. Euro.
Mit einem offiziellen Spatenstich im Mai 2026 hatte der Landkreis Emsland die dritte Phase des Breitbandausbau, in der alle grauen Flecken an Glasfaser angebunden werden sollen, eröffnet. Die Telekom Deutschland GmbH machte mit dem Flächengebiet Nordwest (Samtgemeinden Dörpen und Lathen, Gemeinde Rhede (Ems)) den Anfang. Im Laufe des Jahres wird ein weiterer Spatenstich im Los Nordost folgen. Dieses umfasst die Stadt Papenburg sowie die Samtgemeinden Nordhümmling, Werlte und Sögel. Den Zuschlag erhielt die Bietergemeinschaft epcan GmbH/MUENET GmbH.
Seit 2016 wird der Breitbandausbau im Landkreis Emsland umgesetzt. Beginnend mit der ersten Projektphase und ab 2021 in der zweiten Projektphase wurden die „weißen Flecken“ (Downstream von weniger als 30 Megabit pro Sekunde) mit leistungsstarker Glasfaseranbindung versorgt. Die zweite Projektphase soll Ende dieses Jahres abgeschlossen werden können. Etwa 200 Mio. Euro werden nach geplantem Abschluss des Ausbaus Ende 2027 in die digitale Infrastruktur des Landkreises Emsland geflossen sein.
Bild 1: Carsten Lagemann, Geschäftsführer des beauftragten Unternehmens Westconnect, (l.), und Landrat Marc-André Burgdorf freuen sich, dass der Breitbandausbau in der Gebietskulisse des mittleren und südlichen Emslands beginnen kann.

Bild 2: Gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der zwölf beteiligten Kommunen nahm Landrat Marc-André Burgdorf (6. v. r.) den ersten symbolischen Spatenstich vor. (Fotos: Landkreis Emsland)