20.08.2026

Wichtigen Meilenstein beim Großprojekt genommen

Verlegung der Kreisstraße 158 Bokeler Bogen: Freigabe des ersten Teilabschnitts

 

Der Landkreis Emsland und die Stadt Papenburg realisieren mit dem „Bokeler Bogen“ (Verlegung der Kreisstraße (K) 158) gemeinsam ein 38-Millionen-Euro-Infrastrukturprojekt, mit dem das Hafengebiet erweitert und auch die Verkehrssicherheit bei künftig bis zu 20.000 Fahrzeugen täglich, die die K 158 in diesem Bereich passieren, gesteigert werden. Der erste Bauabschnitt von der Einmündung zum Tor 1 der Meyer Werft bis zur neuen Kreuzung der Kreisstraße 158/104 konnte nun fertiggestellt werden. Baubeginn war Anfang 2025.

 

„Ein wichtiger Meilenstein beim Großprojekt Bokeler Bogen ist geschafft“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf, der gemeinsam mit Papenburgs Bürgermeisterin Vanessa Gattung und weiteren Gästen aus der Kommunalpolitik von Landkreis und Stadt die offizielle Verkehrsfreigabe für den Abschnitt am vergangenen Dienstag (18. August) vornahm. „Bei den bestehenden Verkehrsprognosen mit sich steigernden Kraftfahrzeugzahlen war die Verlegung notwendig. Im heutigen Zustand kann die Kreisstraße diese Verkehre nicht abwickeln. Mit dem Bokeler Bogen schaffen wir zudem ein tragfähiges Fundament, um den Hafen- und Gewerbestandort weiter zu entwickeln und Arbeitsplätze zu sichern. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaftsregion Emsland“, so Burgdorf weiter.

 

„Mit der Verlegung und dem Ausbau der K 158 schaffen wir eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung Papenburgs. Eine leistungsfähige Infrastruktur ist die Grundlage dafür, dass sich Unternehmen hier ansiedeln und bestehende Betriebe weiterentwickeln können. Damit ist die neue Straße weit mehr als eine verkehrliche Verbesserung: Sie ist ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort Papenburg. Ich freue mich sehr, dass dieses wichtige Projekt nun sichtbar voranschreitet und wir damit neue Möglichkeiten für die Zukunft schaffen,“ sagt Gattung.

 

Die neue Verkehrsführung von der Emsbrücke zur Bundesstraße 70 verläuft nun auf einer Länge von rund 1,4 km über den neuen Streckenabschnitt bis zur neu errichteten Ampelanlage an der Kreuzung K 158 (neu)/K104. Von dort aus wird der Verkehr für die kommenden Monate - bis zur Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts der neuen K 158 - über die bestehende K 104 bis zur Einmündung der K 104/K 158 (alt) geleitet und folgt anschließend dem gewohnten Verlauf zur Bundesstraße 70. Zudem ist auf dem neuen Teilstück mit einer Fahrbahnbreite von 8 m ein abgesetzter Radweg in bituminöser Bauweise mit einer Breite von 2,50 m entstanden.

 

Die für diese Arbeiten notwendige Vollsperrung wurde effizient genutzt, um nicht nur das Vorhaben in diesem Streckenabschnitt zu finalisieren, sondern gleichzeitig auch dringende noch ausstehende Instandsetzungsarbeiten an der Emsbrücke durchzuführen.

 

„Der Blick richtet sich nun auf den nächsten Projektschritt: der Fertigstellung der K 158 neu“, sagen Gattung und Burgdorf. Im zweiten Bauabschnitt beginnend ab der Einmündung der K 104 bis zur Bundesstraße 70 sind bereits umfangreiche Erd- und Asphaltarbeiten durchgeführt worden. Das Brückenbauwerk über die Bahntrasse ist ebenfalls fertiggestellt. Bevor dieser Abschnitt allerdings für den Verkehr freigegeben werden kann, stehen noch diverse Asphaltierungsarbeiten im Bereich der neuen Bahnbrücke an. Dies gilt auch für den südlichen Anschlussbereich zwischen der alten K 158 und der neuen Trasse der K 158. Erst danach können die alte Bahnbrücke und die alte Trasse des nicht mehr benötigten Streckenabschnittes der K 158 zurückgebaut werden.

 

Flankierend zur Verlegung der Kreisstraße 158 werden während der Hauptbauphase sowie im direkten Nachgang weitere wichtige Teilmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehören die Installation von modernem Blend- und Lärmschutz sowie umfassende Schutzplankenarbeiten entlang der neuen Trasse.

 

Auch der Naturschutz spielt bei dem Großprojekt von Beginn an eine zentrale Rolle: Die erforderlichen ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen konnten außerhalb des Trassenbereichs bereits vollständig abgeschlossen werden. Die direkt im Bereich der K 158 geplanten Kompensationsmaßnahmen werden im Laufe dieses und des Folgejahres realisiert.

 

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme, die auch den schon vorhandenen Neubau eines Radwegtunnels als Unterführung der K 158 sowie den bereits fertiggestellten Neubau einer Brücke über die Bahntrasse umfasst, belaufen sich voraussichtlich auf rund 38 Mio. Euro. 60 Prozent davon fördert das Land Niedersachsen nach dem Nds. Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes. Die verbleibenden Kosten teilen sich der Landkreis Emsland und die Stadt Papenburg.

  

Bild: Ein symbolischer Schnitt für die neue Straßenverbindung: Torsten Brinker (Fa. Johann Bunte), Landrat Marc-André Burgdorf, Bürgermeisterin Vanessa Gattung und Kreisbaurat Dr. Michael Kiehl (von links) gaben die Strecke mit dem Durchtrennen des blauen Bandes frei. (Foto: Landkreis Emsland)