4. Emsländischer Medienpräventionstag am 18.2.2020

Eine Welt ohne Medien ist nicht mehr vorstellbar. Für unsere Kinder und Jugendlichen gehört sie zum normalen  Alltag dazu. Der Medienpräventionstag soll Lehrkräften, Fachkräften, Eltern und allen anderen Interessierten dabei helfen, sich noch besser in die aktuelle Medienwelten unserer Kinder und Jugendlichen einzufinden. Zudem sollen bei dem Fachtag in verschiedenen Workshops pädagogische Möglichkeiten und Methoden für den Alltag vermittelt werden.

 

Der nächste Medienpräventionstag findet am Dienstag, 18. Februar 2020 von 09:00 - 16:00 Uhr
in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Emsland in Papenburg, 

Spillmannsweg 30 statt.  Den Flyer können Sie hier einsehen oder runterladen.

 

Anmelden können Sie sich über das unten stehende Formular, über VeDaB mit folgendem Link: https://vedab.de/veranstaltungsdetails.php?vid=112178 oder per E-Mail an kerstin.vogt@emsland.de mit der Nennung der Workshopwünsche. 

 

Eine Anmeldung ist bis zum 31. Januar 2020 möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 € (per Überweisung nach Erhalt der Anmeldebestätigung).

 

Programm:

 

9:00 Uhr Stehkaffee
9:30 Uhr Begrüßung
9:45 Uhr Eröffnungsvortrag "Verändertes Heranwachsen mit digitalen Medien – neue Herausforderungen für Prävention"
11:15 Uhr Pause
11:30 Uhr Workshop Runde 1
12:30 Uhr Mittag
13:30 Uhr Workshop Runde 2
14:30 Uhr Pause
15:00 Uhr Vortrag „Fortnite: Pop-Phänomen und Herausforderung für Eltern“
15:30 Uhr Vortrag „Hilfe, mein Kind will YouTuber/in werden!“
16:00 Uhr Ende der Veranstaltung

 

 

Eröffnungsvortrag

 

Verändertes Heranwachsen mit digitalen Medien – neue Herausforderungen für Prävention
Auf der Grundlage aktueller Daten zum Medienumgang junger Menschen werden die zentralen Aspekte eines veränderten Heranwachsens in der Welt digitaler Medien herausgestellt. Neben den neuen Möglichkeiten zu Austausch, Selbstausdruck und Teilhabe werden die erweiterten Risikolagen beschrieben. Die verfrühten Zugänge zu problematischen Inhalten spielen dabei ebenso eine Rolle wie die neuen konsum-, verhaltens- und kommunikationsbezogenen Risiken sowie die darauf bezogenen Möglichkeiten von Prävention.
Dr. Daniel Hajok, Uni Erfurt/ Arbeitsgemeinschaft Kindheit, Jugend und neue Medien AKJM

 

Workshops

 

1) Alles Porno? Verfrühte Zugänge zu Pornografie im Fokus präventiver Arbeit
Die Teilnehmenden setzen sich mit den verfrühten Zugängen junger Menschen zu Pornografie im Netz auseinander. Befunde zu den spezifischen Umgangsweisen von Mädchen und Jungen mit expliziten Darstellungen von Sexualität werden vorgestellt und die Gefahren für das Denken, Fühlen und Handeln junger Menschen diskutiert. Nach einem kurzen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen werden die Möglichkeiten von den bereits existierenden, gut gemachten präventiven Konzepten und Materialien diskutiert.
Dr. Daniel Hajok, Uni Erfurt/ Arbeitsgemeinschaft Kindheit, Jugend und neue Medien AKJM

 

2) Erklär-Filme mit Stop-Motion
Erklär-Filme erfreuen sich großer Beliebtheit bei Schülerinnen und Schülern. Diese lassen sich relativ einfach im Unterricht erstellen. Im Workshop werden zu Beginn verschiedene Programme zur Unterstützung vorgestellt. Daran anschließend wird ein sogenannter Stop-Motion-Film erstellt. Dies ist eine Technik, bei der einzelne Bilder aufgenommen werden und durch die Aneinanderreihung eine Illusion der Bewegung erzeugt wird.
Der Workshop richtet sich an alle Schulformen und Unterrichtsfächer.
Jessica Schattschneider, Studienrätin für Politik-Wirtschaft und Informatik am Humboldt-Gymnasium Gifhorn und Beraterin für Lernen mit digitalen Medien für das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) 

 

3) Net.Piloten
Computerspiel- und Internetgebrauch spielen zunehmend eine große Rolle im Alltag, vor allem auch bei jungen Nutzern. Somit ist es wichtig, präventiv einzugreifen, um exzessiven Verhaltensmustern entgegenzuwirken. Wir stellen Ihnen das Projekt „Net.Piloten“ vor, das auf dem Peer-to-Peer Aspekt beruht. Im Workshop werden neben inhaltlichen und methodischen Maßnahmen auch ein Austausch mit ausgebildeten Peers angeboten.
Steffi Kramer, Diakonisches Werk Papenburg, mit den Medienscouts der Oberschule Haren

 

4) Die DSGVO macht mich fertig
»Bitte löschen Sie das Foto, das Sie von mir gemacht haben«. Seit dem 25. Mai 2018 ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung in Kraft und verunsichert seitdem vom Kaninchenzüchterverein bis zum Berufsfotografen sehr viele Menschen, die mit der Nutzung von Fotografie zu tun haben. Was darf ich fotografieren? Was davon veröffentlichen? Wann brauche ich eine Einverständniserklärung? Wann mache ich mich strafbar? Wie Sie trotz dieser Hindernisse lebendige Publikationen erstellen können und dafür nicht nur leere Räume abbilden müssen, ist Inhalt eines lebendigen, interaktiven Vortrags, der aus der Praxis eines Fotografen berichtet. Am Ende sollten Sie wieder angstlos und motiviert an Ihre Aufgaben gehen!
Andreas Kühlken, Fotograf, Rheda-Wiedenbrück

 

5) Lernstände ermitteln
Der Einsatz von Rückmeldesystemen (response tools) ermöglicht der Lehrkraft lernprozessbegleitend Erkenntnisse über Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler zu erhalten, damit ggf. nachgesteuert werden kann und so die gesetzten Unterrichtsziele besser erreicht werden können (formative Evaluation).
Mündliche Leistungen zu evaluieren, zu dokumentieren und Fortschritte für die Schülerinnen und Schüler sichtbar zu machen, ist in den meisten Fächern schwierig.
Wie digitale Werkzeuge hier wirksam eingesetzt werden können, wird in dieser Veranstaltung gezeigt und ausprobiert.
Marion Bohse, Medienzentrum Emsland

 

6) Digital Na(t)ives – ein Projekt macht Schule
Im Workshop werden die wichtigsten Ergebnisse der Schülerbefragung von zusammen rund 10.000 Schüler/innen im Landkreis Emsland aus den Jahren 2015 und 2018 vorgestellt und miteinander verglichen. Sie beleuchten Präferenzen und Entwicklungen jugendlichen Medienverhaltens und bieten aussagekräftige Erkenntnisse für die Prävention in Schule und Jugendarbeit. Neben sich daraus adaptierten, weiteren Projekten dienen die Ergebnisse der Medienbefragung mittlerweile auch vielen Netzwerkpartnern als Grundlage für ihre Arbeit. Die Teilnehmenden erhalten dabei die Möglichkeit, diesen Ergebnissen die Erfahrungen aus der eigenen Praxis gegenüberzustellen.
Peter Siebert, Polizeihauptkommissar Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim, Ulrich Engling, Kreisjugendpfleger Landkreis Emsland

 

7) Cybermobbing (findet jeweils in Workshop Runde 1 und 2 statt)
Neuere Untersuchungen zum Thema Cybermobbing (JIM Studie 2018) kommen zu dem Ergebnis, dass über ein Drittel aller Jugendlichen Cybermobbing im Bekanntenkreis mitbekommen habe, 10% aller Schülerinnen und Schüler benennen eigene Cybermobbingerfahrungen. Rund 10% der befragten Lehrkräfte geben an, in den letzten 12 Monaten regelmäßig mit Cybermobbing in Berührung gekommen zu sein (statista 2018). Im Workshop Cybermobbing wird eine kurze Einführung zum Thema Cybermobbing gegeben. Ausführlich wird das jeweilige Präventionsprogramm der Beratungsstelle LOGO in Lingen und der Beratungsstelle des Kinderschutzbundes in Meppen vorgestellt. Das Programm ist ein ganzheitliches Konzept, das Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen sowie Eltern miteinbezieht.
Fachberatungsstellen des Kinderschutzbundes in Lingen und in Meppen


8) Vorstellung des Konzepts Medienscouts
Medienscouts ist ein Konzept, bei dem die Schüler/innen geschult werden, um ihre Mitschüler/innen bei der Benutzung des Internets zu beraten. Wir wollen in diesem Workshop dieses Konzept anhand unserer Schule vorstellen. Es geht um erste Schritte der Etablierung einer AG, Präsentation der Schulungsschwerpunkte durch n21, erste Bausteine der Schulung in den 5. Klassen zum Thema Cybermobbing sowie Ausblick auf weitere Ideen in den folgenden Jahrgängen 6 und 7. Neben dieser Thematik ist auch der Austausch mit geschulten Medienscouts möglich.
Doris Kruse-Bohse vom Gymnasium Papenburg mit ausgebildeten Medienscouts des Gymnasiums Papenburg

 

9) Lernen mit Lernvideos – Wie eine Methode das Lernen für immer verändern wird!
Täglich werden Lernvideos im Internet millionenfach angeklickt. Für viele Schülerinnen und Schüler sind Lernvideos ein fester Bestandteil des Lernens geworden. Die aktuelle Studie des Rates für kulturelle Bildung belegt die Bedeutung von Videos im Lernprozess. Lernvideos können den Unterricht bereichern: Flipped Classroom, Differenzierung, Individualisierung und selbstständiges Lernen können auf der Basis von Lernvideos ermöglicht werden.
„Lehrerschmidt“ ist ein YouTube Kanal aus der Kategorie Bildung. Bisher weist dieser Kanal 1700 Lernvideos auf. Fachkräfte können sich in diesem Workshop Anregungen für die Arbeit mit diesem Medium beschaffen. Der Vortrag ist so gestaltet, dass viel Raum für Fragen und Austausch über Erfahrungen bleibt.
Kai Schmidt, Schulleiter und YouTuber „LehrerSchmidt“, Uelsen

 

10) Like-abhängig: Einblicke in manipulierende Techniken von SocialMedia
Im Kampf gegen stoffabhängige Abhängigkeiten werden die Dealerinnen und Dealer verfolgt und bestraft. Während wir über medienabhängige Menschen reden, vergessen wir in der Diskussion über die Produzentinnen und Produzenten zu sprechen. Diese entwickeln Designtechniken, die so mächtig sind, dass sie Nutzerinnen und Nutzer abhängig machen. In diesem Workshop schauen wir auf die persuasive Technologie und sollten zum Schluss die Frage mitnehmen, ob sich Psychologie nicht auch an ethische Vorgaben halten muss.
Jens Wiemken, Niedersächsische Landesmedienanstalt

 

11) Fake News und die Glaubwürdigkeitsproblematik von Medien im Unterricht (Sekundarstufen I und II)
Der Einfluss von Fake News und Social Bots auf Politik und Gesellschaft wird seit einiger Zeit vor allem im Zusammenhang mit dem Wahlkampf von Trump oder der „Brexit“-Entscheidung in Großbritannien diskutiert. Aber auch in Deutschland geistert eine Vielzahl von gefälschten Berichten vor allem durch die sozialen Medien, die Einfluss auf das gesellschaftliche Klima haben.
Der Workshop stellt konkrete Unterrichtsreihen und Materialien vor, mit dem diese Thematik im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht, in Werte und Normen oder im Deutschunterricht behandelt werden kann.
Diese Materialien eignen sich für den Einsatz im Jahrgang 10 des Sekundarbereichs I, in der BBS sowie im Sekundarbereich II und umfassen die Aspekte Quellenkritik, Manipulation im Internet und extremistische Inhalte.
Jessica Schattschneider, Studienrätin für Politik-Wirtschaft und Informatik am Humboldt-Gymnasium Gifhorn und Beraterin für Lernen mit digitalen Medien für das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)

 

12) "Sexualisiertes Austauschhandeln. Zwischen sexueller Selbstbestimmung und unerwünschter Kontaktaufnahme"
Die Teilnehmenden setzen sich mit der zunehmenden Bedeutung des Austauschhandels im Netz für die sexuelle Entwicklung Heranwachsender auseinander. Gut gemachte Aufklärungs-, Informations- und Beratungsangebote spielen dabei ebenso eine Rolle wie das zunehmend sexualisierte Austauschhandeln im Spektrum von freizügigen Selbstdarstellungen, Sexting und Grooming.
Dr. Daniel Hajok, Uni Erfurt/ Arbeitsgemeinschaft Kinder, Jugend und neue Medien AKJM

 

13) Beratung von Menschen mit Medienproblematik
In der täglichen Arbeit der Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Fachambulanz Sucht Emsland nimmt die Problematik des problematischen Computerspielens und Internetgebrauchs erheblich zu.
Wir stellen unsere Arbeit und mögliche Hilfen für den Umgang mit „zockenden“ Jugendlichen vor.
Steffi Kramer und Simone Greiten, Diakonisches Werk Papenburg

 

 

Abschlussvorträge

 

1) Fortnite: Pop-Phänomen und Herausforderung für Eltern
Seit September 2018 bestimmt das Spiel Fortnite die Gamerszene. Während Ältere abwinken, spielen schon Grundschulkinder das Spiel. Was ist Fortnite und wo sind Risiken?
Jens Wiemken, Niedersächsische Landesmedienanstalt

 

2) Hilfe mein Kind will YouTuber/in werden – und warum das gar nicht so schlimm ist!
Immer häufiger höre ich in der Schule, dass Schülerinnen und Schüler den Berufswunsch YouTuber oder Influencer äußern. Klassische Berufsausbildungen verlieren bei jungen Menschen immer mehr an Bedeutung. Eltern sehen diesen „Berufs- oder Zukunftswunsch“ häufig sehr kritisch und machen sich wohlmöglich Sorgen über die berufliche Zukunft ihrer Sprösslinge.
Die eigentlichen Fragen hinter dem Wunsch und ihren Sorgen sind aber:
Wie wird mein Kind auf eine ungewisse Zukunft vorbereitet?
Welchen Einfluss wird die Digitalisierung nehmen?
Wie sieht die Berufswelt in zwanzig Jahren aus?
Kai Schmidt, Schulleiter und YouTuber „LehrerSchmidt“, Uelsen

 

 

Anmeldung zum Medienpräventionstag

Workshopauswahl
Vormittag (bitte nur eine Nennung)
Nachmittag (bitte nur eine Nennung)

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Mit der Anmeldung erklären sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten für einen begrenzten Zeitraum gespeichert werden. Näheres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

 

 

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Organisiert wird der Medienpräventionstag vom Arbeitskreis Medien

Mitglieder sind: Ludwig-Windthorst-Haus Lingen, Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Landkreis Emsland, Stadt Lingen (Ems) – Fachdienst Jugendarbeit, Diakonisches Werk – Fachambulanz Sucht im Emsland, Medienzentrum Emsland, Niedersächsische Landesmedienanstalt – Multimediamobil Süd, Jugendzentren Meppen, Papenburg und Sögel, Caritasverband – Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation, Eltern-Medien-Trainer Jürgen Ermes, SKM Lingen e.V. Krötenwerkstatt Präventionsprojekt „Jugend, Geld und Konsum“, Fachberatungsstelle des Kinderschutzbundes Lingen (LOGO), Psychologische Beratungsstelle Meppen und das Büro für offene Jugendarbeit im Bistum Osnabrück