Sachstand der Gesundheitsregion Emsland

Was mit dem Landesmodellprojekt „Zukunftsregion Gesundheit“ seinen Anfang nahm, findet nun seine Fortsetzung in der „Gesundheitsregion Emsland“.

 

In dieser Initiative sind bis dato folgende Schwerpunkte gesetzt:

 

Förderprogramm für Nachwuchsmediziner:

 

Um einen Anreiz für Medizinstudierende sowie junge Ärztinnen und Ärzte zu schaffen, nach Absolvierung des Studiums bzw. der Weiterbildung eine Tätigkeit im Landkreis Emsland aufzunehmen, wurde ein Förderprogramm entwickelt.

 

Für Studierende der Humanmedizin ist die Vergabe von Stipendien vorgesehen, wenn Sie sich für eine spätere fünfjährige hausärztliche Tätigkeit im Landkreis Emsland entscheiden. Zudem werden die Absolvierung von Famulaturen in allgemeinmedizinischen Praxen und die Zeit des Praktischen Jahres im Landkreis Emsland gefördert. Um die Attraktivität einer Ausbildung zum Allgemeinmediziner weiter zu erhöhen, werden Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin ebenfalls finanziell unterstützt. Nähere Informationen finden Sie hier:

 


 

 

Niederlassungsförderung für Hausärzte

 

Weiterhin hat der Landkreis Emsland die Förderung der Niederlassung von Hausärzten im Emsland als dreijähriges Modellprojekt beschlossen. Ziel ist, die hausärztliche Grundversorgung in der Region auch langfristig sicherzustellen.

 

Für eine Niederlassung oder eine Anstellung einer Ärztin/ eines Arztes ist grundsätzlich eine Zuwendung von 15.000 Euro vorgesehen, bei Gründung einer Zweigpraxis sollen 10.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. In akuten Fördergebieten sollen sogar bis zu 30.000 Euro gezahlt werden.

 

Nähere Informationen finden Sie im Informationsflyer zur Niederlassungsförderung.


 

Entwicklung weiterer Projekte

 

Mit Blick auf die Themenfelder Prävention und Gesundheitsförderung wurde das „Emsländische Bündnis gegen Depression“ als Projekt der Gesundheitsregion Emsland gegründet. Es ist ein Teil des bundesweiten „Bündnis gegen Depression e. V.“. Das Projekt hat sich das Ziel gesetzt, die Versorgung von depressiv erkrankten Menschen im Emsland sowie den Stand des Wissens über depressive Erkrankungen zu verbessern.


Erreicht werden soll dieses Ziel in den kommenden drei Jahren durch eine Reihe von Veranstaltungen, die mit der Auftaktveranstaltung am 6. November 2016 eingeleitet wurde. Rund 150 Interessierte haben die Veranstaltung besucht und sich durch Vorträge und an Informationsständen über die Erkrankung informiert. Nach der Begrüßung durch Landrat Winter und einem mit Fachleuten besetzten Eröffnungsgespräch konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Vortrag von Frau Dr. Jeanette Böhler, Chefärztin der Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Südharz Klinikums Nordhausen, nähere Informationen über die Krankheit Depression erfahren. Darauf stellte Frau Johanna Sievering, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Landkreis Emsland, das Emsländische Bündnis gegen Depression vor. Im Anschluss an die Vorträge konnten die Besucher sich austauschen und an den aufgestellten Informationsständen des Sozialpsychiatrischen Dienstes, Landkreis Emsland, des Emsländischen Bündnisses gegen Depression und der Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe Informationsmaterial bekommen sowie das Gespräch mit den Experten suchen.


Weitere Aktivitäten wie z. B. Schulungen für Berufsgruppen, die bei ihrer Arbeit immer wieder depressiven Menschen begegnen, sind geplant. Zudem wird die Öffentlichkeitsarbeit, die durch die Auftaktveranstaltung begonnen hat, fortgesetzt.

 

Für das Projekt „Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Migranten im Kindes- und Jugendalter“ ist der Landkreis mit dem Niedersächsischen Gesundheitspreis 2015 ausgezeichnet worden. Genaue Informationen finden Sie in der Rubrik Migration.

 

Das Projekt „genial-Lotse. Ein übergreifendes Betreuungskonzept für Erkrankte im erwerbsfähigen Alter.“ wurde zusammen mit dem Ärztenetzwerk Genial zunächst für die Dauer von zwei Jahren entwickelt. Es hat das Ziel einer schnelleren Genesung des Patienten. Dieser wird durch einen Lotsen unterstützt, den das Ärztenetzwerk für die beteiligten Hausarztpraxen organisiert. Der Lotse koordiniert therapeutische Abläufe, erfasst hemmende psychosoziale Faktoren und soll die Eigenmotivation und Selbstorganisation des Patienten stärken. In der Praxis werden die bürokratischen Vorgänge reduziert und Krankenkassen sowie Arbeitgeber erfahren eine finanzielle Entlastung durch weniger Fehlzeiten.

 

Das Projekt „Regionales Wundmanagement im südlichen Emsland: Entwicklung und Umsetzung eines intersektoralen Versorgungskonzepts“ hat das Ziel, die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden durch Implementierung eines einheitlichen, regionalen Versorgungskonzeptes zu verbessern. Ein Zusammenwirken der Akteure soll zunächst für die nächsten zwei Jahre eine schnellere und andauerndere Wundheilung, eine Kompetenzerhöhung der Patienten und eine sichere Handhabung von Produkten bewirken. Die Vorteile sind erhöhte Transparenz und Sicherheit in Diagnostik und Therapie, eine Arbeitsentlastung bei der ärztlichen Wundversorgung, die Erweiterung der Tätigkeit von spezialisierten Pflegekräften und die Etablierung verlässlicher Kooperationsbeziehungen.

 

Die Arbeit der Gesundheitsregion wird laufend fortgesetzt. Im Hinblick auf die Felder „Älterwerden und Gesundheit“ und „Prävention und Gesundheitsförderung“ werden derzeit die Themen Hospiz- und Palliativversorgung sowie die Förderung der natürlichen Geburt behandelt.

 

Weiterhin legt der Landkreis bei der Koordination der Gesundheitsregion Emsland nach dem Leitfaden für Gesundheitsregionen Niedersachsen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort, die eigene Projektideen in die Gesundheitsregion einbringen. Bisher kann der Landkreis auf ein bereits gut funktionierendes, ausgeweitetes Netzwerk zurückgreifen.

 

Weitergehende Informationen erhalten Sie bei Julia Grönefeld unter der Telefonnummer 05931 44-1191 und der E-Mail-Adresse julia.groenefeld@emsland.de.


 

Die Gesundheitsregion Emsland ist Teil des Projekts Gesundheitsregionen Niedersachsen und hat sich aufgrund des vorangegangenen Modellprojekts als Multiplikator für andere Regionen bereit erklärt.

 

Das niedersachsenweite Projekt wird unterstützt durch:

 

  • das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
  • die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
  • die AOK Niedersachsen
  • der Verband der Ersatzkassen in Niedersachsen
  • der BKK Landesverband Mitte

 

Die fachliche Begleitung erfolgt durch die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.

 

Weitergehende Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.

 

http://www.gesundheit-nds.de/index.php/arbeitsschwerpunkte-lvg/innovation-in-der-gesundheitsversorgung/397-gesundheitsregionen

 

http://www.ms.niedersachsen.de/startseite/themen/gesundheit/gesundheitsregionen_niedersachsen/gesundheitsregionen-niedersachsen-119925.html