Das Erbe der Kriegskinder

 

mit Dr. Christian Hutter

 

(Dipl.- Päd., Dipl.-Theol., Leiter des Psychologischen Beratungszentrums (efle) Lingen

organisiert vom Seniorenstützpunkt (SPN) des Landkreises Emsland

 

Meppen. Der voll besetzte Sitzungssaal des Kreistags in Meppen am 23.09.2014 war eine Bestätigung der These von Christoph Hutter, dass „das Erbe der Kriegskinder“ bis heute aktuell ist, weil es Familien belastet.

 

Hutter, Leiter der Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung (efle) des Bistums Osnabrück in Lingen, sprach auf Einladung des Seniorenstützpunkts des Landkreises Emsland über seine Beratungserfahrung und die Beschäftigung mit den Generationen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Ihn beschäftigt die Frage, welche Auswirkungen der Krieg über Generationen hinweg auf das Miteinander der Menschen hat. „Es geht nicht um Schuld, sondern um Verstehen“, stellte er zu Beginn klar.

 

Der Pädagoge und Theologe beschrieb „den Fluss des deutschen Schweigens“, der aus dem Unvermögen entstanden ist, über das kaum zu Ertragende, das erlebt wurde, zu reden. Die jüngere Generation sei in den Schulen mit großer Wucht mit Faktenwissen zu den Geschehnissen konfrontiert worden, aber eine Beschäftigung mit der eigenen Familie folgte selten darauf. Häufiger sei dagegen eine Strategie des Umerzählens der Familiengeschichte ins Positive.

 

Die Belastung des Familienlebens durch das Schweigen über das Geschehene habe Folgen bis in die Enkelgeneration, berichtete Hutter aus dem Beratungsalltag. Erscheinungen wie fehlendes Mitgefühl, die Neigung, die Rollen von Täter und Opfern umzukehren, und plötzliche Ausbrüche von Jähzorn und Sadismus führt der Berater darauf zurück. „Je hartnäckiger geschwiegen wird, umso eher wird etwas in die nächste Generation übertragen.“ Weiterlesen im vollständigen Presseartikel vom 27.09.2014 aus der Meppener Tagespost (Seite 10 von Manfred Fickers)

 

Bildergalerie: Landkreis Emsland

 


Zudem finden Sie Vertiefende Informationen zum Vortrag im Vorwort eines neuen Artikels mit dem Titel: "Kein Sterbenswörtchen - Vom Schutz und Schatten des Schweigens (von Christoph Hutter) auf der Homepage der Familienberatung des Bistums Osnabrück unter www.efle-beratung.de

 

Weitere Informationen zum Seniorenstützpunkt (SPN) bei Kerstin Knoll unter Telefon 05931 44-1267 und per E-Mail an seniorenstuetzpunkt@emsland.de