Versorgung

Ziel:

Die Verfügbarkeit der notwendigen Dienstleistungsangebote ist als Nahversorgung zu organisieren. Diese muss weitestgehend die Versorgung mit Post- und Bankserviceleistungen, Einkaufsmöglichkeiten am Ort und eine medizinisch-ärztliche Grundversorgung in guter Erreichbarkeit umfassen.

Bisherige Handlungsansätze:

Die Bedeutung der Nahversorgung für die künftige Lebensqualität im Emsland soll mit einer Imagekampagne „Nahversorgung ist Lebensqualität” im Bewusstsein der Bevölkerung neu verankert werden.

Eigeninitiativen zur Entwicklung der Dorfzentren sowie neuer Modelle der Nachbarschaftshilfe sollen gefördert werden.

Die vorhandene Versorgungsstruktur mit ambulanten Pflegediensten soll bedarfsgerecht ausgebaut werden. Dabei sind Formen der kooperativen Zusammenarbeit mit Altenpflegeeinrichtungen zu optimieren.

Das im Aufbau befindliche Projekt „pflegeBegleiter“ soll zur Unterstützung pflegender Familienangehöriger als ein Angebot für ehrenamtliche
Tätigkeit weiter entwickelt werden.

Die hausärztliche und notärztliche Versorgung der Bevölkerung soll durch mobile Angebote verbessert werden.

Es soll ein Dienstleistungsangebot für die Übernahme von Teilleistungen häuslicher Arbeit durch Dritte organisiert werden. Dabei ist sowohl an kommerzielle als auch an ehrenamtliche Angebote zu denken, sowie daran, auf örtlicher Ebene „Börsen” für Angebote und Nachfrage solcher Dienste zu schaffen.

Es sollen Angebote für den Umgang und die Nutzung der IT-Technologie für Seniorinnen und Senioren geschaffen werden.

Der Ausbau der Familienzentren mit neuen bedarfsgerechten Angeboten für die Kinderbetreuung ist als Teil der Anpassung der Nahversorgung an den demografischen Wandel einzubeziehen.

Was wurde/wird gemacht:

Im Rahmen der Planerwerkstatt in Wippingen wurde in Zusammenarbeit mit der FH Osnabrück, Departement Lingen, eine Imagekampagne mit dem Titel „Wir sind Wippingen“ zur Aufwertung des Dorflebens durchgeführt. Die Ergebnisse wurden unter anderem empfehlend im Arbeitskreis Demografie vorgestellt.
 
  Mit der kreisweiten Aktion Tatort Dormitte (vgl. www.tatort-dorfmitte.de) sollen möglichst viele Kommunen, Vereine und Bürgerinnen und Bürger sensibilisiert werden, die Lebensqualität im Dorf zu sichern und speziell die innerörtlichen Strukturen zu stabilisieren. Denkbar sind in diesem Zusammenhang auch spezielle Dienstleistungsangebote. Eine Projektevaluation ergab bei den beteiligten Ansprechpartnern der emsländischen Kommunen größtenteils eine positive Bewertung. Die beteiligten Akteure unterstützen weiterhin dieses Projekt, dessen Zielsetzung nach wie vor höchste Aktualität besitzt. Angesichts des allgemeinen Zuspruchs für diese Aktion sind weitere konkrete Maßnahmen absolut wünschenswert, bedürfen aber auch der Unterstützung durch Führungspersönlichkeiten aus Politik und Verwaltung.

Von der Unterstützung eines „Dörpsladen“ in Spahnharrenstätte profitieren insbesondere die Alten und die Jungen. Dieses Leader-Projekt im Bereich der LAG Hümmling wurde vom Landkreis Emsland seinerzeit mit 10.000 € gefördert.

Pflegestützpunkt/Das „pflegeBegleiter“ - Projekt ist ein Modellprojekt der Spitzenverbände der Pflegekassen und wurde im Frühjahr 2008 im Landkreis Emsland umgesetzt. Gemeinsam durch die Beratungsagentur für Pflege (jetzt Pflegestützpunkt Emsland – Beratungsagentur –) und den Ehrenamtsservice wurden 16 Freiwillige im Rahmen einer 40-stündigen Qualifizierung zu Themen wie gesetzliche Grundlagen, Kommunikation, Krankheitsbilder und Netzwerke geschult, um als ehrenamtliche Pflegebegleiterinnen und -begleiter pflegende Angehörige zu unterstützen.

Seit der Einstellung eines Gesundheitsökonoms im Oktober 2010 organisiert der Landkreis ein regionales Netzwerk für Ärzte, durch das verbesserte Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen (zum Beispiel durch hochwertige Weiter- und Fortbildungsangebote oder eine verbesserte Kooperation zwischen Ärzten und Krankenhäusern). Ferner nimmt der Landkreis als Modellregion an dem Landesprojekt „Zukunftsregion Gesundheit“ teil.

Ein Alltagshilfenregister befindet sich im Aufbau. Nachdem das Seniorenservicebüro in 2009 bei seiner Veranstaltungsreihe „Leben und Alter“ das Thema Alltagshilfen beraten hat, ist es derzeit dabei in Kooperation mit den emsländischen Kommunen ein spezielles Internetangebot der regionalen Firmen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Hilfen zu entwickeln.

Mit der Schülerfirma „SchulEngel“ der Haupt- und Realschule Spelle wurde bei verschiedenen Gelegenheiten empfehlend auf das soziale Engagement der jungen Menschen hingewiesen. Derartige Modelle eignen sich in besonderer Weise für eine hilfreiche Zusammenführung der Generationen, bei der Alt und Jung zugleich den Respekt und die Kommunikation untereinander verbessern können.

Eine weitere Schülerfirma nach dem Vorbild der Speller „SchulEngel“ wurde in Abstimmung mit dem Seniorenservicebüro des Landkreises und der Stadt Meppen bei der Johannesschule begründet.

Ergänzende Handlungsansätze/Fortschreibung:

Für das vorbildliche Modell der Schülerfirma „SchulEngel“ wird weiterhin aktiv geworben und im Bedarfsfall beim Aufbau beratend Unterstützung angeboten (z. B. durch Einsatz eines Alterssimulationsanzuges oder ähnliches).

Es gilt, die vorhandenen Dienstleistungsangebote zielgruppenorientiert und ortsnah deutlicher darzustellen (unter anderem durch das „Alltagshilfenregister“, siehe Abbildung oben).

Impulse für eine zeitgemäße dörfliche Nahversorgung dürfen von einem Forschungsprojekt der Universität Hannover mit dem Titel „Zukunftschancen der bedarfsgerechten Nahversorgung in ländlichen Räumen Niedersachsens am Beispiel ausgewählter Regionen“ erwartet werden, sofern dieses Projekt, für das der Landkreis seine Kooperationsbereitschaft erklärt hat, zustande kommt. Die hiesigen LEADER-Regionen Hümmling, Hasetal und W.E.R.O. beteiligen sich an der Studie und können weitere Ideen und konkrete Handlungsansätze hervorbringen.

Konkrete Informationen:

Vorschläge für eine Imagekampagne "Nahversorgung ist Lebensqualität" wurden modellhaft von der Fachhochschule Osnabrück-Lingen für die Gemeinde Wippingen erstellt. Eindrücke und Ideen dieser Imagekampagne können sie hier erlangen. Festzustellen ist auf jeden Fall, dass das Thema Nahversorgung zunächst einmal eine "Kopfsache" ist. Jedem einzelnen muss bewusst sein, wie wichtig und wertvoll die lokalen Strukturen sind.


Zur "Ärztlichen Versorgung" gibt es hier einen speziellen Flyer als Wegweiser für akute Erkankungen und Unfälle.