Großsteingräber im Emsland

Zu den bekanntesten Denkmalen aus urgeschichtlicher Zeit gehören die Großsteingräber, auch Hünengräber genannt. Die noch nach über 4.000 Jahren von ihnen ausgehende Faszination ist sicher darin begründet, dass wir uns nur schwer vorstellen können, wie der steinzeitliche Mensch mit diesen tonnenschweren Findlingen umgegangen ist. Doch alle Experimente haben gezeigt, dass dies mit Werkzeugen und Hilfsmitteln möglich ist, die man bereits in der Steinzeit kannte.
 
Die Großsteingräber dienten über längere Zeit, wahrscheinlich über Generationen, als Bestattungsplatz oder als ''Beinhaus''. Beigegeben wurden den Toten kunstvoll gestaltete, mit geometrischen Mustern verzierte Keramik, steinerne Waffen und Werkzeuge sowie Schmuck aus Muscheln, Bernstein oder - noch selten und daher besonders wertvoll - aus dem ersten Metall, dem Kupfer.
 
Etwa 80 dieser von Sagen umwogenen Denkmale gibt es noch heute im Emsland. Diese sind jedoch nur noch Ruinen der einst so imposanten Bauwerke. Nicht nur die Zerstörung während des 18. und 19. Jahrhunderts, auch der ''Zahn der Zeit'' hat in den Jahrhunderten seit der Erbauung unübersehbare Spuren hinterlassen. So ist der Erdhügel, der zu Vorzeiten die Steinbauten überdeckte längst verweht, die Decksteine sind vielfach in das Kammerinnere gesunken und von dem Trockenmauerwerk, das einst die Räume zwischen den Findlingsblöcken schloss, ist nichts mehr erhalten. Aber dennoch lohnt sich ein Besuch.