Schritte zur Erinnerung       

NS-Verfolgte aus Benelux-Ländern im Zuchthaus Hameln - Ausstellungseröffnung in Gedenkstätte Esterwegen

Meppen. Polizeigefängnis Scheveningen – Zuchthaus Münster – Strafgefangenenlager Brual-Rhede: Dies waren die Stationen des im April 1941 in Den Haag zu zehn Jahren Haft verurteilten Niederländers Johannes Allers, bevor er im Oktober 1941 aus dem Emsland in das Zuchthaus Hameln transportiert wurde. Dort starb er zwei Jahre später, immer noch geschwächt von der harten Arbeit im Moor, im Alter von 65 Jahren.

Sein Schicksal wird in der Ausstellung „NS-Verfolgte aus den Benelux-Staaten im Zuchthaus Hameln 1942-1945 – Schritte zur Erinnerung“ dokumentiert, die am Samstag, 13. Februar, um 15 Uhr in der Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, in Esterwegen im Beisein des Ersten Kreisrats Martin Gerenkamp eröffnet und bis zum 29. Mai gezeigt wird. Der Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln hat diese Ausstellung im Rahmen eines EU-Projektes erarbeitet. Dessen 1. Vorsitzender, Bernhard Gelderblom, führt am Samstag in die Ausstellung ein.

Der Verein widmet die Ausstellung den 853 Männern aus den Benelux-Staaten, die in den Jahren 1942-1945 als Gefangene im Zuchthaus Hameln einsitzen mussten. Sie waren zumeist Widerstandskämpfer. 212 überlebten die Zeit der Haft nicht. Die Ausstellung entfaltet am Beispiel von acht Biographien die schmerzvolle Geschichte der „Verfolgung“ und den mühseligen Prozess der „Erinnerung“. Ihre Erarbeitung erfolgte im Dialog mit den Opfern, ehemaligen Häftlingen und den Angehörigen zu Tode gekommener Häftlinge. Zwei von ihnen werden bei der Eröffnung der Ausstellung in Esterwegen anwesend sein und als Zeitzeugen zu Wort kommen: Carla van den Hout und Maarten Geerdes.

Carla van den Hout ist die Enkeltochter des in Hameln verstorbenen Johannes Allers und die Tochter von Jan van den Hout, der nach seiner Verurteilung in Den Haag wegen „Feindbegünstigung“ ebenso wie sein Schwiegervater in das Lager Brual-Rhede transportiert, dann jedoch in das sächsische Zuchthaus Waldheim überführt und dort am 7. Mai 1945 befreit worden war.

Maarten Geerdes verlor seinen Großvater in einem vom Zuchthaus Hameln ausgehenden Todesmarsch. Bis heute sucht er nach dem genauen Todesort und dem Grab seines Opas.

Der Eintritt zu der Ausstellungseröffnung ist frei. Weitere Informationen sind telefonisch unter 05955/988950 und im Internet unter www.gedenkstaette-esterwegen.de erhältlich.
 
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