Partnerkreis
Lidzbark-Warminski - Region der 1.000 Seen
Im Jahr 2004 wurde mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde die Zusammenarbeit zwischen dem polnischen Landkreis (Powiat) Lidzbark-Warminski im Ermland/Masuren und dem Landkreis Emsland offiziell begründet.
Mit der polnischen Verwaltungsreform 1999 entstand der heutige Landkreis Lidzbark-Warminski. Er ist Teil der Woiwodschaft Warminsko-Mazurskie (Ermland-Masuren) und hat 45.500 Einwohner, davon 15.000 in der Kreisstadt Lidzbark-Warminski (früher: Heilsberg) und 10.000 in Orneta (früher: Wormditt). Die Besiedlung ist mit 50 Einwohnern pro Quadratkilometer nur etwa halb so dicht wie im Emsland.
Die Region im Nordosten Polens gilt als „Land der tausend Seen“, die alle durch Flüsse und Bäche miteinander verbunden sind. Über 2.000 von ihnen haben eine Fläche von mehr als einem Hektar. Aufgrund der malerischen Landschaft nimmt der Tourismus stetig an Bedeutung zu. Haupterwerbszweig ist aber nach wie vor die Landwirtschaft, insbesondere die Tierhaltung. Auch in freier Wildbahn sind viele Tierarten zu sehen. In Masuren kann man im Sommer ganze Störchenkolonien entdecken. Symbol des Landes sind Kormorane und Haubentaucher. Unter den Raubvögeln erscheinen Adler und Habichte. Im klaren Wasser leben Schildkröten, Krebse und Biber.
Die geschichtsträchtige Vergangenheit hinterließ zahlreiche Denkmäler - die wertvollsten sind in Olsztyn, Elblag, Lidzbark Warminski, Ketrzyn und Reszel zu entdecken. Ein besonderer Denkmalkomplex ist Frombork – bekannt durch den Aufenthalt von Nikolaj Kopernikus, mit einem Hügel, auf dessen Gipfel sich eine monumentale gotische Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert befindet. Ein interessantes Touristik- und Kulturangebot bieten auch Olsztyn, Nidzica, Reszel, Ketrzyn und die Kreisstadt Lidzbark-Warminski mit ihren zahlreichen Schlössern und Burgen.
Masuren ist ein Vier-Kulturen-Land. Neben der polnischen sind deutsche, ukrainische und weißrussische Einflüsse zu erkennen. Deswegen sieht man neben den katholischen und protestantischen Kirchengemeinden auch orthodoxe und griechisch-katholische Kirchen.
Historische Berührungspunkte zum Landkreis Emsland
Viele Deutsche, die Pommern, Schlesien oder Ostpreußen verlassen mussten, haben nach dem Zweiten Weltkrieg in den ehemaligen Landkreisen Lingen, Meppen und Aschendorf-Hümmling eine neue Heimat gefunden.
Am 30.12.1954 übernahm der damalige Landkreis Aschendorf-Hümmling auf Initiative des Oberkreisdirektors Dr. Ernst Fischer eine Patenschaft für den Landkreis Heilsberg (heute: Lidzbark-Warminski) in Ostpreußen. Dr. Fischer war dort von 1927 bis 1933 Landrat, von 1946 bis 1959 Oberkreisdirektor in Aschendorf und damals auch Sprecher der Kreisgemeinschaft Heilsberg, einer Vereinigung von Vertriebenen des ermländischen Kreises. Die Kreisgemeinschaft unterstützt die Pflege des Heimatgedankens der Vertriebenen und trifft sich noch heute einmal im Jahr im Emsland.
Mit dem Zusammenschluss der drei Altkreise Lingen, Meppen und Aschendorf-Hümmling zum Großkreis Emsland 1977 übernahm dieser die Patenschaft für die Kreisgemeinschaft Heilsberg. Beide Regionen wiesen viele Ähnlichkeiten auf. Die Landwirtschaft dominierte, die Bevölkerung war überwiegend katholisch und der Kinderreichtum sehr ausgeprägt. Im Zuge der Öffnung Osteuropas und der Aufnahme Polens in die Europäische Union am 1. Mai 2004 gewann die Verbindung neue Bedeutung.
Enge Zusammenarbeit
Schon 2003 war eine emsländische Delegation zu Gast in Polen. Im März 2004 bereiste der polnische Landrat Jacek Protas (links) mit Vertretern aus Kreistag und Verwaltung das Emsland. Der offizielle Empfang durch Landrat Hermann Bröring fand damals auf Schloss Clemenswerth in Sögel statt.
Mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde im Sommer 2004 in Lidzbark-Warminski wurden folgende Bereiche für eine enge Zusammenarbeit vereinbart:
Gesundheitsfürsorge | |
Öffentliche Sicherheit | |
Bildung | |
Sport | |
Soziales | |
Arbeitsmarkt | |
Wirtschaft und Tourismus | |
Kommunale Partnerschaften der Städte und Gemeinden |
Nähere Informationen sind beim Landkreis Emsland im Büro des Landrats unter 05931/44-1311 erhältlich.











