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03.02.09

Landkreis Emsland legt Bußgeldstatistik 2008 vor

Zahl der Verstöße macht Verkehrskontrollen weiter notwendig

Meppen. Auch im Jahr 2008 konnte im  Landkreis Emsland – anders als auf Bundesebene – kein Rückgang bei den Unfalltoten festgestellt werden: Mit 39 tödlich Verletzten ist die Zahl unverändert hoch (2007 waren es 38 Unfalltote). Die Zahl der Verkehrsverstöße liegt mit kreisweit 37.122 ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres. Demzufolge blieben auch die Bußgeldeinnahmen mit rund 1,5 Mio. Euro konstant (Vorjahr: 1,54 Mio. Euro). Das ergibt sich aus der jetzt vom Landkreis Emsland vorgestellten Bußgeldstatistik für das vergangene Jahr.

Der überwiegende Teil der Bußgelder ergibt sich aus den über 26.200 Tempoüberschreitungen, die die kreisweit an insgesamt 450 Standorten eingerichteten mobilen und stationären Messstellen im Jahr 2008 verzeichnet haben. Davon sind 15 stationäre Messstellen bei Geschwindigkeitskontrollen, zwei Radarfahrzeuge und seit Mitte des vergangenen Jahres auch ein Radarmesscontainer im Einsatz. Zusätzlich werden drei stationäre Anlagen sowie eine Rotlichtüberwachungsanlage von der Stadt Lingen betrieben.

„Wem dieses Aufgebot an Starenkästen und Kontrollen aufwändig erscheint, sollte sich vor Augen führen, dass eine zu hohe bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit nach wie vor Unfallursache Nummer eins ist. Angesichts dieser Tatsache und der unverändert hohen Zahl der Verkehrsverstöße, machen Geschwindigkeitskontrollen Sinn und dienen ausschließlich der Verkehrssicherheit“, betont Landrat Hermann Bröring. 

In 1013 Fällen waren die Geschwindigkeitsübertretungen so schwerwiegend, dass die Fahrer ein Fahrverbot erhielten. Den negativen Rekord stellten hierbei eine Fahrerin aus Surwold und ein Fahrer aus Nordhorn auf. Die Surwolderin bewegte sich mit 116 statt der erlaubten 50 km/h durch Börger; der Fahrer aus Nordhorn fuhr mit 189 statt der vorgegebenen 100 km/ durch eine Baustelle auf der A 30. Die Regelgeldbuße in diesen Fällen liegt zur Zeit noch bei 300 bzw. 375 Euro, vier Punkten und drei Monaten Fahrverbot. Ab Februar wird es mit dem neuen Bußgeld- und Punktekatalog deutlich teurer: Dann beläuft sich das Bußgeld für derartig hohe Tempoverstöße auf 480 bzw. 600 Euro; Punkte und Fahrverbot bleiben jedoch unverändert.
 
Doch nicht nur Raserei führte zum Verlust der Fahrerlaubnis: 122 Fahrer mussten ihren Führerschein abgeben, weil sie unter Alkoholeinfluss standen, und 84 Fahrer (Vorjahr: 48) verloren zeitweise ihren Führerschein, weil sie Drogen genommen hatten. Zudem wurde gegen drei Fahranfänger wegen eines Verstoßes gegen die Null-Promille-Grenze ein Bußgeld verhängt.

Der neue Bußgeld- und Punktekatalog soll vor allem Raser und Drängler in ihre Schranken weisen. Sie müssen mit deutlich höheren Bußgeldern rechnen. Dies gilt auch für Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Schon beim ersten Verstoß ist hier ein Bußgeld von 500 Euro fällig, ein einmonatiges Fahrverbot sowie vier Punkte in Flensburg. Liegen bereits entsprechende Voreinträge im Flensburger Verkehrszentralregister vor, erhöhen sich Bußgeld und Fahrverbot entsprechend. Auch Fahranfänger zahlen bei Verstößen gegen das absolute Alkoholverbot in der Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres 250 und nicht mehr 125 Euro Bußgeld. Bei Verwarnungsgeldern und Parkverstößen bleibt jedoch alles beim Alten. Auch die Dauer der Fahrverbote bleibt unverändert.

Der Bußgeldkatalog steht unter www.emsland.de (Rubrik „Auto und Verkehr“) im Internetauftritt des Landkreises Emsland zum Download bereit. Gedruckte Exemplare sind außerdem in den Zulassungsstellen Meppen, Lingen und Aschendorf sowie an der Information im Kreishaus erhältlich.