Beruf und Familie

Landkreis setzt weiterhin auf Familienfreundlichkeit - Bilanz und Ausblick beim Audit-Workshop

Meppen, Frühjahr 2008. „Bei keinem anderen teilnehmenden Landkreis ist so viel passiert“, bescheinigte Auditorin Martina Arnold beim so genannten Re-Auditierungs-Workshop im Meppener Kreishaus dem Landkreis Emsland ein hohes Maß an Familienfreundlichkeit. „Der Anspruch ist gestiegen – auch an uns“, gab Landrat Hermann Bröring eine mögliche Erklärung für das große Engagement der Kreisverwaltung und ihrer Mitarbeiter, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Schließlich, so sagt er, müsse der Landkreis als Arbeitgeber mit gutem Beispiel für die emsländische Wirtschaft voran gehen: „Wir müssen der Lokomotivführer sein“.

Als erste Kreisverwaltung in Niedersachsen hatte der Landkreis Emsland 2005 das Grundzertifikat zum „Audit Beruf & Familie„, einer Initiative der Hertie-Stiftung, erhalten. Damit hatte sich die Kreisverwaltung seinerzeit freiwillig verpflichtet, das Arbeitsumfeld im Sinne einer erhöhten Familienfreundlichkeit zu verbessern. Da das Zertifikat zunächst nur für die Dauer von drei Jahren gilt, wurde im Workshop unter der Leitung von Arnold eine umfassende Bilanz gezogen. Die gesteckten Ziele aus dem Jahr 2005 wie die Einführung von Telearbeit, Kursangebote für Beschäftigte in der Familienphase oder Schulungen zum Thema Zeitmanagement konnten dabei überwiegend umgesetzt werden. Es wirke sehr motivierend, wenn der Arbeitgeber Familienfreundlichkeit ermöglicht und unterstützt, so das übereinstimmende Fazit der teilnehmenden Verwaltungsmitarbeiter.

Gleichzeitig formulierten die Teilnehmer auch neue Zielvereinbarungen für die kommenden Jahre. Als weitere Maßnahmen stehen jetzt unter anderem der Ausbau von Teilzeitbeschäftigung in Führungspositionen sowie eine flexibilisiertere Arbeitszeitenregelung auf dem Programm. Auch die Bedarfsermittlung für eine individuelle, flexible Kinderbetreuung auch zu Randzeiten rückt vermehrt in den Blickpunkt. „Die Kreisverwaltung wird hier schauen, inwieweit vorhandene Betreuungsstrukturen genutzt werden können, wie beispielsweise durch Familienzentren“, erläutert Bröring. In einem geplanten Workshop unter der Leitung des Unternehmenscoach der Emsländischen Stiftung Beruf und Familie sollen diese Angebote kommuniziert werden.

 

Der Hintergrund:

Dem Landkreis Emsland wurde am 21. Juni 2005 das Grundzertifikat zum Audit Beruf & Familie® erteilt. Mit mehr als 310.000 Einwohnern und einer Fläche von über 2.880 Quadratkilometern gehört das Emsland zu den großen Landkreisen Deutschlands. Seine Kreisverwaltung versteht sich als modernes und sich ständig weiterentwickelndes Dienstleistungsunternehmen für die Bürger(innen). Zum Zeitpunkt der Auditierung waren insgesamt 969 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der Anteil weiblicher Beschäftigter lag bei 48 Prozent. Teilzeitbeschäftigt waren 26 Prozent.

Ziel der Auditierung:

  • Definition von Zielen für eine kinderfreundliche und familienbewusste Personalpolitik
  • Überprüfung von vorhandenen familienfreundlichen Maßnahmen und Aufdecken von Schwachpunkten Verbesserung der Motivation der Beschäftigten
  • Klärung des Rollenverständnisses von Frauen in Führungspositionen
  • Vorbildfunktion für Verwaltungen und Betriebe der Region

Vorhandene Maßnahmen:

  • Flexible Arbeitszeitgestaltung im Rahmen der Gleitzeitvereinbarung
  • Berücksichtigung familiärer Belange bei der Gestaltung der Arbeitszeit und bei der Koordinierung von Terminen
  • Allgemeine Weiterbildungsangebote für Beschäftigte in der Elternzeit und der Beurlaubung

Zukünftige Maßnahmen:

  • Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in  Führungspositionen wird gefördert
  • Für geeignete Arbeitsplätze kann Telearbeit vereinbart werden
  • Einrichtung eines Eltern-Kind-Arbeitszimmers
  • Beschäftigte in der Elternzeit und in der Beurlaubung werden über das Geschehen in der Kreisverwaltung besser informiert
  • Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird auch in der Öffentlichkeit geworben
  • Die Wiedereingliederung von Beschäftigten in der Elternzeit und in der Beurlaubung wird durch zusätzliche spezielle Fortbildungsangebote erleichtert.