Energie-Einsparung bei Neubauten: Beispiel Windthorst-Gymnasium
Meppen, im Herbst 2009. „Der Neubau eines Unterrichtsgebäudes mit Mensa für den Ganztagsbetrieb war zum einen erforderlich, weil das alte Gebäude energetisch unzureichend gedämmt war und sich technisch und von der Bausubstanz her als unwirtschaftlich erwies. Gleichzeitig bestand für die Umsetzung des Ganztagsangebots zusätzlicher Raumbedarf“, erläuterte Landrat Bröring die Baumaßnahme am Windthorst Gymnasium im Sommer 2009. Erhebliche Einsparungen beim CO2-Ausstoß und, als angenehmer Nebeneffekt, bei den Betriebskosten seien zukünftig zu erwarten, betonte der Landrat. Insgesamt werden etwa 13,4 Mio. Euro in den Standort Windthorst-Gymnasium investiert.
Die Kosten für das Bauvorhaben „Neubau“, an dessen Umsetzung rund 30 Betriebe beteiligt sind, belaufen sich auf rund 8,55 Mio. Euro. Davon sind zurzeit Aufträge in Höhe von 6,55 Mio. Euro an überwiegend emsländische Unternehmen vergeben worden. „Das ist viel Geld, das im Emsland bleibt“, sagte Bröring. Seit Juli 2008 laufen die Bauarbeiten für den Neubau, die im April 2010 voraussichtlich abgeschlossen werden können. Zukünftig werden vor allem naturwissenschaftliche Unterrichtsräume, die Bibliothek und die Mensa im Neubau untergebracht sein.
Derzeit wird der Neubau im Passivhausstandard errichtet. Zur Beheizung und Kühlung werden alternative Energien wie Erdwärme genutzt. Dazu werden 19 Wärmesonden bis zu einer Tiefe von 70 Metern ins Erdreich gesetzt. Weiterhin wird ein hoch effizientes, kombiniertes Heizungs- und Lüftungssystem eingebaut, welches eine Wärmerückgewinnung von rund 80 Prozent ermöglicht. Die Wände werden mit einer Wärmedämmung von 19 cm, das Dach mit einer Dämmung von 32 cm versehen. Außerdem wird das Gebäude mit dreifach verglasten hoch isolierten Fenstern ausgestattet.
Der alte, rund 2000 m² große Unterrichtstrakt, der nun durch den Neubau ersetzt wird, war 1976 bis 1978 erbaut worden und verfügte über keine oder nur eine unzureichende Wärmedämmung. Der Heizenergiebedarf des alten Gebäudes belief sich daher auf 342 kW/m² im Jahr, das entspricht 34,2 Liter Heizöl/m² im Jahr. Durch die Passivhausbauweise könne zukünftig mit einem Heizenergiebedarf von 15 kW/m² im Jahr gerechnet werden; das entspreche 1,5 Liter Heizöl pro m² und Jahr. „Das ist eine Einsparung von 95 Prozent“, sagt Bröring.
Der durchschnittliche Energieverbrauch der Liegenschaft der letzten drei Jahre betrug bei Gas (witterungsbereinigt) 1.714.826 kWh und bei Strom 333.965 kWh. „Stellt man diese Werte vergleichend gegenüber wird deutlich, dass rund 280 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können. „Das ist eine erhebliche Reduzierung“, betonte der Landrat.
Die energetischen Maßnahmen am Windthorst-Gymnasium werden mit zusätzlichen rund 4,85 Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm finanziert, darin enthalten sind u. a. die Erneuerung der Fassaden, Dächer und der Fenster in der Residenz. Etwa 60 Prozent Energieeinsparungen können mit den Gesamtmaßnahmen erreicht werden.
Das Windthorst-Gymnasium als eine der Schulen in Kreisträgerschaft war wie die Paul-Moor-Schule in Freren, die Pestalozzischule in Papenburg, das St. Ursula-Gymnasium in Haselünne, das Schulzentrum Lingen und das Hümmling-Gymnasium in Sögel im Konjunkturprogramm des Bundes und des Landes berücksichtigt worden. Sie sind damit weitere Objekte, die nach neuesten energetischen Standards saniert werden. Damit sind alle Förderanträge des Landkreises Emsland positiv entschieden worden. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen belaufen sich auf rund 14,8 Mio. Euro, davon stammen rund 11,3 Euro aus dem Konjunkturpaket. Etwa 3,5 Euro beträgt der für die Gegenfinanzierung notwendige Eigenanteil des Landkreises Emsland.







