Klima Center Werlte

Anschauungsobjekt vom Keller bis zum Dach

Im April 2008 war es soweit: das ehemalige Kasernengebäude in Werlte wurde seiner neuen Bestimmung als Klimacenter übergeben.

"Hier nimmt ein Innovationszentrum seine Arbeit auf, dessen Namensgebung zugleich Handlungsauftrag ist: Mit der Eröffnung des Klimacenters zeigt das Emsland seinen Willen, umweltpolitische Themen offensiv anzugehen. Wir können von regionaler und lokaler Ebene aus wichtige Impulse geben und Antworten auf die Fragen finden, wie zukünftig eine veränderte Lebensweise und eine veränderte Art des Wirtschaftens die Gefährdung des Weltklimas unterbinden kann“, sagte Bröring bei der Eröffnung.

Die Gemeinde Werlte als Eigentümerin dieses Gebäudes und der Landkreis Emsland haben mit dem Klimacenter eine regionale Schnittstelle für Unternehmen, Handwerk, Forschung und Privatleute geschaffen. An der Umsetzung der Maßnahme und Sanierung des Gebäudes hatten 55 ältere Arbeitslose im Rahmen des Bundesprojektes „Perspektive 50 Plus“ mitgewirkt. Das Klimacenter will Verbraucher neutral informieren, bietet regionalen Firmen eine außerbetriebliche Ausstellungsfläche, die von mehr als 25 Unternehmen genutzt wird, und will den erheblichen Forschungs- und Informationsbedarf der Hochschulen zu diesem Thema decken. „Insbesondere bei neuen Materialien gibt es spannende Innovationen, die es für Unternehmen stärker nutzbar zu machen gilt. Aus diesem Grund strebt der Landkreis mit dem Werlter Kompetenzzentrum 3N und der Hochschule Bremen eine Forschungskooperation unter dem Titel „Junges Wissen – Bionik“ an. Die Forschung kann im Klimacenter auf ideale Bedingungen zurückgreifen, um den Bereich der regenerativen Energien weiter voran zu treiben“, schildert Bröring die Zusammenarbeit. Neue Konstruktionswerkstoffe und Materialien unter Einbindung bionischer Konzepte und nachwachsender Rohstoffe werden im Klimacenter entwickelt.

Mit einem Farbleitsystem wird der Besucher durch das Haus geführt. Anlagenhersteller präsentieren modernste Energietechnik für das Heizen mit Holz und Biomasse sowie zur Nutzung von Solarenergie und Geothermie. Wie kommen Algen unter das Dach und warum ermöglichen gerade sie Energieeinsparungen? Wie bezieht man im Haushalt Strom und Wärme aus einer Quelle? Auf diese Fragen gibt das Klimacenter Antworten. Es wird anschaulich dargestellt, dass es in jedem Haushalt Möglichkeiten zur effizienten Energieeinsparung, Senkung der Energiekosten und damit zur CO2-Reduzierung gibt.

Das Gebäude selbst ist Anschauungsobjekt vom Keller bis zum Dach, denn hinter der auffällig bunten Fassade verbergen sich moderne Baustoffe. Dabei steht jede Farbe für den Einsatz eines anderen Dämmstoffsystems, vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Gebäude liefert durch eine moderne Messtechnik in den unterschiedlichen Fassaden wichtige Referenzdaten, die für die Altbausanierung mit innovativen Produkten genutzt werden können. „Dies ist bundesweit einmalig“, betont Bröring. Abzulesen sind die Werte in einer Messstation im Erdgeschoss des Gebäudes. „Jeder Interessent kann sich somit ein eigenes Bild davon machen, was sich an Energieeinsparungen erzielen lässt. Eine wichtige Entscheidungshilfe für Verbraucher, die Investitionen planen. Ich wünsche mir, dass die Bürger regen Gebrauch von diesem Angebot des Klimacenters machen“, so Bröring.

Informationen rund um das Klimacenter und zu nachwachsenden Rohstoffen finden Sie hier: www.3-n.info!