Unfallursachen/Maßnahmen

Den Unfällen im Emsland liegen die verschiedensten Unfallursachen zugrunde. Bei näherer Analyse stellt sich heraus, dass eine der Hauptunfallursachen die unangepasste Geschwindigkeit darstellt. Bei der separat ausgewiesenen Unfall-ursache "Nichteinhaltung eines ordnungsgemäßen Abstandes" kann in den meisten Fällen ebenfalls davon ausgegangen werden, dass die Geschwindigkeit nicht den Verhältnissen angepasst war. Im Vergleich zu 2006 sind im Jahr 2007 etwa 23 % mehr Unfälle auf die Unfallursache Geschwindigkeit zurückzuführen. Daneben sind auch die Anzahl der Unfälle mit den Unfallursachen "Abstand" und "Überholen" stark angestiegen (11 % und 29 %). Hieran zeigt sich, dass sich das Verhalten im Straßenverkehr insgesamt und die gegenseitige Rücksichtnahme verschlechtert hat. Die nachfolgende Übersicht vermittelt die entsprechenden Einzelheiten:

Die zum größten Teil geraden Straßen verleiten offensichtlich viele Kraftfahrzeugführer dazu, außerhalb geschlossener Ortschaften überhöhte Geschwindigkeiten zu fahren. Insbesondere auf den Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften werden hierdurch immer wieder schwere Verkehrsunfälle verursacht. In 2007 verstarben lediglich fünf Menschen auf Straßen innerhalb geschlossener Ortschaften. Die übrigen Unfälle mit Todesfolge mussten außerhalb geschlossener Ortschaften registriert werden. Die Gefahren und Risiken auf den Landstraßen werden dabei allzu oft von den Verkehrsteilnehmern unterschätzt. Sie sind vielschichtig: Nur auf Landstraßen kommt es zu einer Verbindung von hohen Geschwindigkeiten, Gegenverkehr und Überholmanövern, und nur dort teilen sich so verschiedene Verkehrsteilnehmer wie Pkw-, Lkw- und Motorradfahrer die vergleichsweise engen Fahrstreifen mit teilweise Radfahrern, Fußgängern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Die Risikogruppe junger Fahranfänger und jungen Fahrer – die Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren – verursachte in 2007 etwa jeden vierten tödlichen Verkehrsunfall. Knapp 30 % aller Verkehrstoten im Landkreis fällt in diese Rubrik. Von den 38 Verkehrstoten auf emsländischen Straßen sind 11 Tote zwischen 18 und 24 Jahren alt. Hinzu kommen zwei Getötete unter 18 Jahren.

Von den 38 Unfalltoten auf den emsländischen Straßen sind 11 Personen bei Baumunfällen ums Leben gekommen. Offensichtlich ist hierbei in den meisten Fällen überhöhte Geschwindigkeit die festgestellte Ursache.

Die beiden vom Landkreis eingesetzten zwei Radarfahrzeuge mit fünf Messbeamten sowie die 12 stationären Geschwindigkeitsmessanlagen (zzgl. 3 in der Stadt Lingen) haben in einem ganz erheblichen Maße zur Reduzierung der Geschwindigkeiten und damit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beigetragen. Bei den Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen geht es nicht um "Abzocke" der Verkehrsteilnehmer, sondern darum, dass vor dem Hintergrund der Schwere der Unfallfolgen das Bewusstsein für die Gefahren des Fahrens mit überhöhter (unzulässig hoher oder nicht situationsangepasster) Geschwindigkeit gestärkt werden muss. Insbesondere Maßnahmen zur Durchsetzung der bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie eine Erhöhung der Kontrolldichte an Unfallhäufungsstellen müssen fortgeführt bzw. intensiviert werden.

Weiterführende Links zum Thema Verkehrssicherheit:

 www.dvr.de

 www.gdv.de

 www.dvw-ev.de

 www.landesverkehrswacht.de

 www.verkehrswacht-lingen.de

 www.landesverkehrswacht.de/verkehrswacht-meppen

 www.landesverkehrswacht.de/verkehrswacht-aschendorf-huemmling

 www.polizei-emsland.de