Sögel

Schlossanlage Clemenswerth, Sögel

Im Jahr 1736 ließ Clemens August, Fürstbischof von Paderborn und Münster, verlauten, sich zu seiner "bequemeren Wohnung ein Jagdschloss auf dem sogenannten Hümmling erbauen zu lassen". Zwischen 1737 und 1747 wurden Schlossanlage und Waldpark nach den Plänen des Münsteraner Architekten Johann Conrad Schlaun (1695-1773) errichtet. In einem 42 Hektar großen, neu angelegten Park entstanden in sternförmiger Anordnung insgesamt neun Pavillons - im Zentrum der kurfürstliche Pavillon, umgeben von acht weiteren kleineren Gästepavillons. Zwischen diesen Pavillons verlaufen acht Alleen, die wiederum durch diagonal zu den Alleen angeordnete Schneisen miteinander verbunden sind.

Einer der acht äußeren Pavillons ist als Kapelle ausgebildet. Daran schließt sich ein Klostergebäude an, in dem seit 1741 Kapuzinermönche leben. Der dazugehörige Garten liegt hinter dem Gebäude und greift die Grundform der gesamten Anlage auf. Dabei wurde 1996 die barocke Zweiteilung des Gartens wieder hergestellt, und zwar befindet sich im ersten Teil der sogenannte Küchengarten, der von einer kunstvollen, etwa 300 Meter langen Hainbuchenhecke umgeben ist. Von der Mittelachse des Küchengartens aus gelangt man in den zweiten Teil des Gartens, den Obstgarten, der im Zuge der Rekonstruktion des Klostergartens 1996 neu bepflanzt worden ist. An seinem Endpunkt steht die "Gloriette", ein 1745 errichtetes Gartenhaus, in das sich Clemens August gern vom Trubel der Jagdgesellschaften zurückzog.

Im Jahr 1968 erfolgten Kauf, Übernahme und Grundsanierung der Anlage durch den ehemaligen Landkreis Aschendorf-Hümmling, ab 1977 übernahm der neu gebildete Landkreis Emsland diese Aufgabe. Auch der gesamte Schlosspark ging im Jahr 2000 in den Besitz des Landkreises Emsland über. Die vordringliche Aufgabe des Landkreises ist neben der klassischen Gebäuderestaurierung die im Herbst 2000 begonnene Wiederherstellung des achtstrahligen Alleesterns insgesamt sowie der Alleemündungen in den zentralen Schlossplatz.

Seit 1972 wird das Schloss Clemenswerth als kulturgeschichtliches Museum genutzt. Ein Hauptthema der neuen Sammlungen von Schloss Clemenswerth ist die zeitgenössische Keramik. Gedrehte und aufgebaute Gefäßkeramik, freie Objekte und Skulpturen von deutschen wie europäischen Künstlern führen den beeindruckenden Leistungsstandard in dieser Kunstgattung vor Augen. In den Kunstausstellungen von FORUM FORM Clemenswerth sind von Frühjahr bis Herbst neben zeitgenössischen Keramikern auch hervorragende Zeichner und Grafiker zu sehen.

Wer wissen möchte, wie Keramik auf der Töpferscheibe entsteht, kann in der Museumstöpferei am Rande des Parks (erbaut 1830) dem Keramiker-Ehepaar Antje und Rainer Doss bei ihrer interessanten Arbeit über die Schulter schauen. Hier entstehen farbig hochkultivierte Porzellan-Unikate (inlaid porcellain), Steinzeuge mit Reduktionsglasuren sowie bemalte Geschirre und Service im sogenannten ''Clemenswerther Blau''.

Weitere Informationen unter www.clemenswerth.de.

 

Kath. Pfarrkirche St. Jacobus, Sögel

Als Urpfarrei des Hümmlings wurde Sögel wahrscheinlich Anfang des 9. Jahrhunderts von der Missionsstation Meppen aus gegründet. Als erster Bau ist eine Holzkonstruktion anzunehmen, die im Laufe der folgenden Jahrhunderte durch einen schlichten Saal in Findlings- und Granitsteinmauerwerk abgelöst wurde.

Ein Gutachten des Eisenbahn-Bauinspektors A. Bahr vom 06.11.1856 über die zu der Zeit existierende Wacker-Kirche von 1482 beschreibt einen Bau, der zu großen Teilen in der Zeit des romanisch-gotischen Übergangsstils entstanden sein muss. Der Erweiterungsentwurf Bahrs überliefert den Grundriss der mittelalterlichen, schadhaften Kirche.

Im 19. Jahrhundert zeigen sich derartig gravierende, statische Mängel, dass die Erweiterungsentwürfe von Josef Niehaus und A. Bahr einem großen Neubauprojekt weichen müssen. Der aus Sögel stammende Architekt Johann Bernhard Hensen wird 1862 mit der Planung und Bauleitung beauftragt. Hensen konstruiert für Sögel eine dreischiffige Hallenkirche mit eingestelltem Westturm, angedeuteter Querhausachse, eingeschobenem Chorvorjoch und polygonalem Abschluss mit begleitenden Seitenkapellen.

Die heutige Kirche wirkt in ihren Proportionen gedrungen, da nach dem Einsturz des neuerbauten Westturms am 28. Dezember 1868 infolge eines Unwetters dieser um elf Meter verkürzt wieder aufgebaut wurde. Hensen verstarb kurz nach dem Unglück am 16. Januar 1870. Der Bruder des Verstorbenen, der Sögeler Unternehmer Hermann Hensen, führte den Kirchenbau zu Ende.

 

Ludmillenhof, Sögel

Am ehemaligen Ortsausgang von Sögel nach Meppen liegt der überwiegend eingeschossige Riegelbau mit nach Nordost gerichteter Repräsentationsseite in dem alten Park- und Gartengelände von spitzdreieckigem Zuschnitt. Die mehr als 50 m lange, hingelagert wirkende Fassade mit ihrem zweigeschossigen Mittelrisalit entbehrt einer barocken Sockelzone.

Auch heute noch ist der Sögeler Ludmillenhof in Maßen, Proportionen, Schmuckmotiven und in der Gestaltung des Gesamtareals ein bemerkenswertes Beispiel des klassizistischen Profanbaus im westlichen Niedersachsen, der durch seinen Baumeister Josef Alexander Niehaus in der Nachfolge des hannoverschen und Göttinger Klassizismus steht.

Der alte Lindenbestand vor der Fassade und um das Gartenareal ist heute leider nur noch teilweise erhalten.

 

Batakhaus, Werpeloh

Das Batakhaus, ein indonesisches Wohnhaus, das im Stil des Batakstammes der Bewohner der Insel Sumatra im September 1978 auf Initiative des Ortsgeistlichen der Gemeinde Werpeloh, Pater Matthäus, errichtet wurde, stellt heute mit seinem Museum ein gern gesehenes Besichtigungsobjekt in der Samtgemeinde Sögel dar.

 

Schafstall, Börger

Der Schafstall bei Börger erinnert an die Zeit, als die Schafhaltung in Sögel und Umgebung noch eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die hier lebenden Menschen hatte. Das aus dem 19. Jahrhundert stammende heutige Kulturdenkmal ist im Besitz des Kreisheimatvereins und wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach restauriert.

 

"Königsgrab", Groß Berßen

Eines der wohl bekanntesten Großsteingräber des Hümmlings ist das "Königsgrab" in Groß Berßen. Leider fehlen Überlieferungen im Volksglauben, die Rückschlüsse auf diesen Namen geben können. Die Anlage inmitten einer ovalen Einfassung liegt auf einem leicht erhöhten Plateau und hat insgesamt eine Länge von 24 und eine Breite von 12 m. Einige der Umwallungsteine fehlen, die Kammersteine hingegen sind alle vorhanden.

 

"Brutsteene", Groß Berßen

In einem Landschaftsschutzgebiet nördlich von Groß Berßen liegt nicht nur ein Großsteingrab, sondern auch sechs Grabhügel aus der Bronze- bzw. Eisenzeit.

Die "Brutsteene" stellen ein Typ von Großsteingräbern dar, der im Emsland mit seinen charakteristischen "Emsländischen Kammern" eine Ausnahme bildet. Von den vielen Großsteingräbern des Hümmlings sind nur insgesamt drei Grabanlagen nach dem Bauplan eines "Hünenbetts" errichtet worden.

Die Grabkammer wurde ursprünglich aus acht Tragsteinen an den beiden Längswänden, je einem Tragstein an den Schmalseiten und vier Decksteinen errichtet. Eine Eingangssituation lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Diese Kammer von nur 5 m Länge und 2 m Breite liegt in einer langrechteckigen Steinsetzung, dem sog. Hünenbett, das mit rund 30 m Länge ein Sechsfaches der Länge der Grabkammer misst.

Sowohl von der Grabkammer selbst, als auch von der Steinsetzung fehlen Steine bzw. sind aus ihrer ursprünglichen Lage verschleppt worden.