Haselünne
Museen und Burgmannshöfe
Von den ehemals 22 Burgmannshöfen, die es in Haselünne und Umgebung gegeben haben soll, sind heute noch sechs erhalten. Seit dem 12. Jahrhundert ist für Haselünne eine Burg, die Burg ''tho Lünne'', nachgewiesen. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt Haselünne befestigt. Die Burg ''tho Lünne'' auf dem Hopfenmarkt lag dadurch nun innerhalb der Stadtmauern und verlor ihre strategische Bedeutung. Die Burgmänner erhielten nun das Recht, sich innerhalb der Stadtmauern niederzulassen. Die ersten Stadtwohnungen, Burgmannshöfe genannt, wurden bereits im Jahr 1346 urkundlich erwähnt.
An der Ritterstraße, auf dem Betriebsgelände der Kornbrennerei Berentzen, ist das Hofgelände umgeben von alten Fachwerkbauten, die als Betriebsgebäude der Kornbrennerei dienen. Mittelpunkt ist der Westerholtsche Burgmannshof. Als zweigeschossiger Wehrturm von dem Burgmann Dietrich von Schatt Ende des 14. Jahrhunderts errichtet, ist er der älteste Profanbau des Emslandes überhaupt, und von den 22 nachweisbaren Burgmannshöfen der Stadt der einzige, der in kaum veränderter Form erhalten blieb. Heute wird das Gebäude von der Familie Berentzen als Repräsentationsgebäude und für Erlebnisgastronomie genutzt.
Wenn der Besucher durch das große Tor des Freilicht- und Heimatmuseums tritt, spürt er sofort die wohlige Geborgenheit der Atmosphäre, die das bauliche Ensemble traditioneller Fachwerkhäuser ausstrahlt. In Erinnerung an die ackerbürgerliche Tradition der Hansestadt Haselünne, am Knotenpunkt zweier Handelsstraßen gelegen, hat der Heimatverein acht Gebäude wiedererrichtet, die einen Einblick in das Leben und Arbeiten unserer Vorfahren geben.
Komplettiert wird das Gebäudeensemble durch eine Zehntscheune, ein Backhaus, eine Dorfschmiede und eine Kapelle, die rund um den Dorfplatz mit seinem schönen alten Sandsteinbrunnen verteilt sind.
Ein Besuch im Freilichtmuseum vermittelt aber nicht nur einen Einblick in vergangene Schaffenskraft, sondern auch einen Eindruck heutigen Engagements des Heimatvereins Haselünne, der liebevoll die Museumsanlage unterhält.
Seit 1984 unterhält die Kornbrennerei B. Berentzen in einer ehemaligen Mälzerei ein Museum zur Geschichte des Brennereiwesens, das Brennereimuseum. Das Museum ist auf den Grundmauern eines ehemaligen Burgmannshof (s.o.), dem Bentinckhof, errichtet. Anhand von alten Geräten und Fotos wird die Tradition des Kornbrennens lebendig erhalten.
Weitere Informationen unter http://www.berentzenhof.de.
Katholische Kapelle St. Antonius Eremita, Bückelte
Der Überlieferung zufolge wurde diese kleine spätgotische, auf einer Warft gelegene Kapelle aus den Trümmern der 1401 aufgegebenen Johanniter-Kommende zu Klosterholte erbaut.
In dem Sandsteinsturz über dem Westportal ist die Jahreszahl 1508 eingemeißelt. Wahrscheinlich bezieht sich diese Angabe auf den gesamten Bau.
Das Bemerkenswerte an diesem Ziegelbau sind Abtragungen und Rillen an den Sandsteinportalfassungen, die als Schwertschleifspuren interpretiert werden. Ein besonderer Blickfang sind die Wand- und Deckenmalereien im Inneren der Kapelle, besonders die Fresken aus dem 16. Jahrhundert. Schaut man sich das Gewölbe an, kann man hier Szenen des Jüngsten Gerichts entdecken. Auch die Chorwände zeigen einen beeindruckenden Apostelfries, der aber teilweise schadhaft ist.
Im Innenraum entsteht zwischen der 1963 eingezogenen hölzernen Flachdecke im Schiff und den gotischen Gewölbekappen des Chores ein interessanter Kontrast.
Die Kapelle ist täglich geöffnet.
Museumseisenbahn Hasetal, Haselünne
Wer echte Kleinbahnatmosphäre von gestern erleben möchte, der sollte einsteigen und die Fahrt mit der Museumseisenbahn der Eisenbahnfreunde Hasetal e.V genießen. Ein unvergessliches Erlebnis erwartet die Besucherinnen und Besucher, wenn sie im altväterlichen Bimmelbahntempo das herrliche Hasetal zwischen Meppen und Quakenbrück genießen. Der Museumszug besteht aus vier Personenwagen (Bj.1901-1934), einem Salonwagen, einem Packwagen (Bj. 1924) und drei Güterwagen (Bj. 1911-1913) sowie der Dampflok Niedersachsen, welche 1922 bei Henschel in Kassel als Werklok Typ ''Bismarck'' das Licht der Welt erblickte.
Weitere Informationen unter www.eisenbahnfreunde-hasetal.de.
Pfarrkirche St. Antonius, Vinnen
Diese Saalkirche, 1853 bis 1858 erbaut, kann als Repräsentant jener Sakralbaugruppe angesehen werden, die der Bauinspektor des Herzogs von Arenberg, Josef Niehaus zu Haselünne, als gängigen Typus für eine Landpfarrkirche entwarf.
Komplizierte Strukturen wie etwa von Lingen (St. Bonifatius) und Werlte (St. Sixtus) waren nur für einzelne Projekte, nicht aber für Vinnen, verantwortbar. Der Herzog als derzeitiger Landesherr bevorzugte grundsätzlich pragmatische und ökonomische Lösungen.
Die auf den ersten Eindruck hin schlicht anmutende Baustruktur hat Maß und Stil des traditionellen Kanons. In Vinnen rhythmisieren reiche Stukkaturen in Akatur- und Gesimsform den Innenraum.
Die Ausstattung gewinnt durch die von Niehaus entworfene Kanzel und Kommunionbank nur bedingt Homogenität, da der spätbarocke Hochaltar (nach 1775) das dekorative System des Innenraums empfindlich überschneidet. Der Kirchenneubau hatte die Kirchengemeinde Vinnen derart erschöpft, dass an eine homogene Neuausstattung so schnell nicht zu denken war. Der Hochaltar ist durch den mehrmaligen Transport und restauratorische Eingriffe des 20. Jahrhunderts nicht nur fassungsmäßig als Komposit einzuschätzen.
Als ältestes Ausstattungsstück ist der Taufstein in Kelchform auf polygonalem Fuß aus dem 13. Jahrhundert zu beachten.
Berentzen-Hof, Haselünne
Hier präsentiert sich die Berentzen-Welt: das Besucherzentrum, das Brennereimuseum und die Burgmannshöfe. Auf einem Rundgang durch das Besucherzentrum erfahren die Besucher und Besucherinnen die Berentzen-Welt, die Geschichte der mittelalterlichen Burgmannshöfe sowie die Alkoholherstellung Gestern und Heute.
Auf dem Berentzen-Firmengelände befinden sich vier der ehemals 22 Adelssitze in Haselünne. Am bekanntesten ist der ''Westerholtsche Burgmannshof'', der als ältester Profanbau im Emsland (1385 erbaut) besonders beeindruckt. Über seinem Gewölbekeller, dem Burgkeller, mit den nach Norden gerichteten Schießscharten befindet sich der historische Rittersaal, der sowohl als Repräsentationsraum als auch für Feste aller Art genutzt wird. Bei einem zünftigen Rittermahl inkl. historischem Showprogramm wandeln Sie auf den Spuren einer längst vergangenen Zeit, natürlich mit den Berentzen-Produkten von heute.
Dem ständig wachsenden Interesse der Besucher wurde Berentzen auch mit dem Hansesaal gerecht. Im Hansesaal finden bis zu 100 Personen Platz. Stimmungsvolle Wandbilder zeigen dort alltägliche Szenen aus dem historischen Haselünne und Umgebung.
Im firmeneigenen Brennereimuseum können sich die Besucherinnen und Besucher ein Bild von den historischen Brenngeräten, Flaschenetiketten sowie Plakat- und Zeitungsannoncen aus alten Zeiten machen.
Weitere Informationen unter http://www.berentzen-hof.de.
Katholische Pfarrkirche St. Clemens, Holte-Lastrup
Über dem Portal dieser aus Findlingen und Ziegeln errichteten historischen Kirche lässt sich die Jahreszahl 1851 erkennen. Aufgrund der Raumnot ist die Kirche in dem Jahr um den massiven Turm und dem letzten Gewölbejoch nach Westen hin erweitert worden.
Der 1523 vollendete Saalbau entspricht in seiner Konzeption von drei Jochen und Fünf-Achtel-Chorschluss dem geläufigen Schema spätgotischer Kirchen im Emsland.
Die alte Sakristei (1763 signiert) wurde unter einem Schleppdach an die Südflucht der Kirche gebaut. Die Baunaht zwischen den historischen und neuen Kompartimenten wird am Außenbau durch den Material- und Strukturunterschied deutlich. 1954 wurde an die Nordflucht der Kirche eine großzügige Sakristei errichtet.
Als Herzstück dieser Kirche kann man wohl den Hochaltar aus dem Jahr 1715 bis 1717 bezeichnen. Es handelt sich hierbei um einen zweigeschossigen einachsigen Portalaltar mit Dreieckstellung.
Hinter dem Hochaltar sowie hinter der Kanzel fällt die blaue Vorhangwandmalerei sofort ins Auge. Diese Malerei ist im norddeutschen Raum einzigartig. Der Vorhang, der bei der Sanierung im Jahr 2000 hinter der alten Wandfarbe wiedergefunden und rekonstruiert wurde, ist in einem dunklen Blau mit goldenem Faltenwurf gestaltet.
Katholische Pfarrkirche St. Vinzentius, Haselünne
Die St. Vinzentius Kirche ist die größte der historischen Kirchen im Emsland.
Sie entstand in Eigengründung (Hofstätte) um 800 n. Chr. Die dreischiffige Halle besteht aus Chorvorjoch, Chor und Westturm. Im Wesentlichen wurde der heute existente Sakralbau im ausgehenden 15. Jahrhundert und frühen 16. Jahrhundert errichtet. 1471 wurde der romanische Turmkern um ein hohes Geschoss mit gekuppelten Schallöffnungen erweitert und mit regelmäßiger Sandsteinquaderung ummantelt. Der Turm konnte um 1500 vollendet werden. Man kann nur vermuten, dass um 1200 eine dreischiffige, romanische Basilika existiert hat, deren Grundrissmale im nördlichen Seitenschiff erhalten sind. Vor dem Ausbau zur Halle Ende des 15. Jahrhunderts wird ein größerer Umbau anzunehmen sein, der eine Verbreiterung des Mittel- und Südschiffs vorsah.
Eine Initialzündung für die spätgotische Halle wurde mit dem Turmausbau gesetzt. Es ist eine architektonische Zwischenlösung ähnlich wie in Aschendorf zu vermuten. Im Jahre 1509 wurde ein querrechteckiges Chorvorjoch und ein Chor samt seiner zweistöckigen Sakristei errichtet. Damit war der Abschluss des spätgotischen Erweiterungsbaus erfolgt. Seinen heutigen vom Quadrat ins Achteck übergehenden Spitzhelm erhielt der Turm im Jahre 1860.
Die Ausstattung der Vinzentiuskirche ist reich: Das aus Bentheimer Sandsteinen gefertigte Taufbecken stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hinzu kommen in der Kirche unter anderen ein Kronleuchter aus dem Jahre 1674, ein im frühen 18. Jahrhundert angefertigtes Weihwasserbecken aus Marmor und zwei große Altarblätter flämischer Herkunft mit den Motiven der Himmelfahrt und dem Martyrium des Hl. Vizentius. Auch der neogotische Hochaltar und die Seitenaltäre zählen zur historischen Ausstattung.











