Herzlake
Waldbühne Ahmsen
Seit 1949 führt die idyllisch gelegene Waldbühne Ahmsen Jahr für Jahr ein religiös orientiertes Freilichtspiel und seit 1964 zusätzlich ein Kinderstück auf. Eine rund 200-köpfige Laienspielschar hat in den vergangenen Jahren daran mitgewirkt, dass die Waldbühne mit durchschnittlich 1.383 Besucherinnen und Besuchern pro Aufführung bundesweit zu den erfolgreichsten Freilichtbühnen gehört. Nicht zuletzt wegen der Überdachung des Zuschauerraums ist seit 1949 im 300-Seelendorf Ahmsen noch keine einzige Aufführung ausgefallen.
Eine Besonderheit sind die jährlich stattfindenden Frauenkundgebungen auf der Waldbühne. Neben dem Referat einer öffentlichen Person und einem Wortgottesdienst wird das jeweils aktuelle Schauspiel dargeboten. Weitere Informationen unter www.waldbuehne-ahmsen.de.
Pfarrkirche St. Antonius, Vinnen
Diese Saalkirche, 1853 bis 1858 erbaut, kann als Repräsentant jener Sakralbaugruppe angesehen werden, die der Bauinspektor des Herzogs von Arenberg, Josef Niehaus zu Haselünne, als gängigen Typus für eine Landpfarrkirche entwarf.
Komplizierte Strukturen wie etwa von Lingen (St. Bonifatius) und Werlte (St. Sixtus) waren nur für einzelne Projekte, nicht aber für Vinnen, verantwortbar. Der Herzog als derzeitiger Landesherr bevorzugte grundsätzlich pragmatische und ökonomische Lösungen.
Die auf den ersten Eindruck hin schlicht anmutende Baustruktur hat Maß und Stil des traditionellen Kanons. In Vinnen rhythmisieren reiche Stukkaturen in Akatur- und Gesimsform den Innenraum.
Die Ausstattung gewinnt durch die von Niehaus entworfene Kanzel und Kommunionbank nur bedingt Homogenität, da der spätbarocke Hochaltar (nach 1775) das dekorative System des Innenraums empfindlich überschneidet. Der Kirchenneubau hatte die Kirchengemeinde Vinnen derart erschöpft, dass an eine homogene Neuausstattung so schnell nicht zu denken war. Der Hochaltar ist durch den mehrmaligen Transport und restauratorische Eingriffe des 20. Jahrhunderts nicht nur fassungsmäßig als Komposit einzuschätzen.
Als ältestes Ausstattungsstück ist der Taufstein in Kelchform auf polygonalem Fuß aus dem 13. Jahrhundert zu beachten.
Großsteingrab Lähden
An der Straße zwischen Lähden und Hüven befinden sich in einem kleinen Waldstück die Reste eines ursprünglich bedeutenden Großsteingrabes. Auf einer Fläche von 25 m Länge und 7 m Breite liegen die Trag- und Decksteine der Grabkammer sowie Findlinge von offenbar zwei ovalen Steinkränzen, die die Kammer ursprünglich in engem Bogen umgaben.
Die west-ost-orientierte Kammer war 25 m lang und bestand aus 15 Jochen. Von den 15 Decksteinen sind lediglich noch 10 vorhanden, von denen sechs aber nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz liegen. Auch von den beiden ovalen Steinkränzen sind nicht alle Steine erhalten geblieben; auf der Südseite fehlen sie fast gänzlich. Verschwunden sind auch die Steine des kleinen Ganges, durch den man in der Mitte der Südseite die Grabkammer betreten konnte.
Katholische Pfarrkirche St. Clemens, Holte-Lastrup
Über dem Portal dieser aus Findlingen und Ziegeln errichteten historischen Kirche lässt sich die Jahreszahl 1851 erkennen. Aufgrund der Raumnot ist die Kirche in dem Jahr um den massiven Turm und dem letzten Gewölbejoch nach Westen hin erweitert worden.
Der 1523 vollendete Saalbau entspricht in seiner Konzeption von drei Jochen und Fünf-Achtel-Chorschluss dem geläufigen Schema spätgotischer Kirchen im Emsland.
Die alte Sakristei (1763 signiert) wurde unter einem Schleppdach an die Südflucht der Kirche gebaut. Die Baunaht zwischen den historischen und neuen Kompartimenten wird am Außenbau durch den Material- und Strukturunterschied deutlich. 1954 wurde an die Nordflucht der Kirche eine großzügige Sakristei errichtet.
Als Herzstück dieser Kirche kann man wohl den Hochaltar aus dem Jahr 1715 bis 1717 bezeichnen. Es handelt sich hierbei um einen zweigeschossigen einachsigen Portalaltar mit Dreieckstellung.
Hinter dem Hochaltar sowie hinter der Kanzel fällt die blaue Vorhangwandmalerei sofort ins Auge. Diese Malerei ist im norddeutschen Raum einzigartig. Der Vorhang, der bei der Sanierung im Jahr 2000 hinter der alten Wandfarbe wiedergefunden und rekonstruiert wurde, ist in einem dunklen Blau mit goldenem Faltenwurf gestaltet.
Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus, Herzlake
Die heutige Nikolauskirche ist ein Komposit. Der historische Bauabschnitt wurde als südliche Vorhalle mit dem modernen Nachfolgebau 1966/68 verbunden. Ein Modell des historischen Zustands der Bausubstanz Ende des 19. Jahrhunderts, das sich in den westlichen Jochen der alten Kirche befindet, gibt einen Eindruck von der Außenbaukonzeption und ihren Phasen. Vermutlich war die Nikolauskirche ehemals eine Wehrkirchenanlage, dafür sprechen heute zugeschüttete Gräften an der Nordseite der Kirche.
Der zweijochige Saalbau des 13. Jahrhunderts wurde möglicherweise schon im 14. Jahrhundert um ein Joch nach Osten erweitert, Mauerstärke und Fensterschnitt legen diese Vermutung nah. Zäsuren am Steinwerk des Außenbaus machen deutlich, dass der Dachabschluss des 13. und 14. Jahrhunderts erheblich niedriger war als der spätgotische Erweiterungsbau des 15.Jahrhunderts, der den heute noch präsenten Chorabschluss bildet.
1880 wurde der historische Westturm abgetragen, nach den Plänen des Osnabrücker Architekten Franz Xaver Lütz errichtete man den neogotischen Westturm. Im Zuge des Erweiterungsbaus (1966/68) von H. Feldwisch-Drentrup/Osnabrück wurde die Nordwand der historischen Kirche in zwei westlichen Jochen entfernt, um den Neubau durch eine Akatur auf massiven Rundpfeilern für den Altbau zu öffnen.
Aus der Kirche des Übergangstils ist der romanische Taufstein des Bentheimer Typs (um 1200) erhalten geblieben. Aus der spätmittelalterlichen Ausstattungsphase stammt die Sakramentsnische (15. Jahrhundert) im Chor. Die Barockausstattung - Hochaltar, Beichtstühle und Kommunionbank - ist in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert. Die Barockfiguren entstammen der Schnitzerfamilie Jöllemann ebenfalls aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.








