Lathen
Hilter Mühle
Auf dem Hilterberg, der die für emsländische Verhältnisse beachtliche Höhe von 34 Metern erreicht, streckt sich die Hilter Mühle, ein schindelgedeckter Erdholländer mit Steert und Segelflügeln, empor. Der Bau der Mühle kann heute noch genau datiert werden, denn auf dem Zierbrett an der unteren Vorderseite der Kappe ist deutlich die Jahreszahl 1818 erkennbar.
Allerdings war dieser Erdholländer bereits die dritte Mühle, die in Hilter errichtet wurde: So stand am Ortseingang bis etwa Mitte des 17. Jahrhunderts eine Wassermühle, die schließlich aufgrund zunehmender Verlandung des Mühlenteiches einer Bockwindmühle weichen musste. Im Zuge von Aufforstungsmaßnahmen erwies sich der Standort der Mühle aber bald als ungeeignet: Hohe Kiefernwälder hielten den Wind ab, die Flügel der Bockwindmühle konnten sich folglich nicht mehr ausreichend drehen. Nach damaligen modernsten Erkenntnissen der Mühlenbautechnik wurde daraufhin nur wenige Meter nördlich dieses Standortes ein Erdholländer errichtet, der bis heute auch ''Dürkensche Mühle'' genannt wird und damit an die Familie Dürken erinnert, in deren Privatbesitz sich die Mühle seit mehreren Generationen befindet.
Bis 1948 war die Hilter Mühle in Betrieb, verfiel dann aber zusehends, bis der Heimatverein Aschendorf-Hümmling im Mai 1964 die Pacht übernahm. Noch im Oktober desselben Jahres konnte eine grundlegende Renovierung abgeschlossen werden, im Zuge derer die Flügel erneuert wurden.
Katholische Pfarrkirche St. Vitus, Lathen
Der heute spätgotische Kernbau, ein dreijochiger Saal mit Fünf-Achtel-Chorschluss und Sterngewölben von 1528 bis 1531 erbaut, wurde durch Erweiterungen 1882, 1957 und 1987 zu einer dreischiffigen Hallenkirche ausgebaut. Die Kirche wurde im 9. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt.
Die barocke Skulptur des Hl. Vitus zeigt ein Modell des einstigen Saalbaus.
Bei umfangreichen Renovierungsarbeiten (1987) wurden spätgotische Fresken im Chorraum freigelegt, die Motive der Krönung Mariae, Dornenkrönung Jesu, sowie eine Darstellung des Hl. Johannes Bapt. und des Kirchenpatrons St. Vitus zeigen.
Der romanische Taufstein (Bentheimer Typ) der auf einem mit gotischen Blendmaßwerk verzierten Sockel steht, besitzt eine mit Tau-, Stab- und Blattfriesen reich gearbeitete Kuppa.
Sehenswert ist ebenfalls das Sakramentshaus mit gotischem Blendwerk aus dem 15. Jahrhundert.
Transrapid Versuchsanlage Emsland, Lathen
Auf dem 31,5 Kilometer langen Fahrweg der Transrapid Versuchsanlage Emsland (TVE) zwischen Lathen und Dörpen wird ein vollkommen neues Verkehrsmittel mit Fahrzeug, Fahrweg, Antrieb und Betriebstechnik erprobt. Der Transrapid hat keine Räder, sondern Elektromagnete, die das Fahrzeug berührungsfrei tragen, führen und in einem Abstand von 10 mm von den Schienen des Fahrwegs halten. Da es während der Fahrt keinen Kontakt zwischen Fahrzeug und Fahrweg gibt, entfällt auch der sonst bei spurgebundenen Verkehrsmitteln übliche Verschleiß.
Seit Mitte der 80er Jahre werden im Emsland alle Komponenten der Magnet-Schnellbahn Transrapid in alltagsnahen Versuchen auf Herz und Nieren getestet. Mehr als 570.000 Gäste und Besucher aus aller Welt nahmen in den vergangenen Jahren im Rahmen des Versuchsbetriebes an den Testfahrten mit den Magnetschwebefahrzeugen Transrapid 06, Transrapid 07 und mit dem Vorserienfahrzeug Transrapid 08 teil. Während der EXPO 2000 besuchten täglich fast 1.000 Gäste die Anlage in Lathen. Seit dem Unglück am 22. September 2006, bei dem 23 Menschen ums Leben kamen, sind die Besucherfahrten ausgesetzt.
Weitere Informationen unter www.lathen.de oder www.transrapid.de.








