Lingen (Ems)
Evangelisch-lutherische Kreuzkirche, Lingen (Ems)
Das älteste Gotteshaus des Emslandes besteht aus einem einschiffigen barocken Kernbau von 1733/37 und einer diesem Umfang entsprechenden neoromanischen Erweiterung von 1888.
Der Bau im 18. Jahrhundert war eine aus Ziegeln errichtete Emporenkirche mit Mansarddach und kräftiger Sandsteingliederung aus rustizierten Lisenen, profilierten Gesimsen sowie Tür- und Fensterrahmungen und Grobputzwänden
Noch vollständig erhalten ist dieses Gliederungssystem an der repräsentativen, als Schaufront zum Platz der ehemaligen Universität konzipierten Nordfassade. Aufgrund ihrer Einbindung in das architektonische Ensemble des Universitätsplatzes ist die Kreuzkirche – im Unterschied zu der christlichen Ostungstradition – von Norden nach Süden gerichtet.
Im Zuge der neoromanischen Erweiterung erfolgten der Ausbau eines großen einschiffigen Ostflügels, dem nun die Funktion eines Langhauses zufällt, und die Anfügung eines kleinen rechteckigen Annexes im Westen als neuen Chorabschluss.
Kath. Pfarrkirche St. Bonifatius, Lingen (Ems)
Der herzoglich-arenbergische Bauinspektor Josef Niehaus aus Haselünne erhielt 1832 den Auftrag, für die katholische Gemeinde Lingen (Ems) eine Kirche zu bauen.
Der originale Niehausbau von St. Bonifatius wurde Anfang des 20. Jahrhunderts empfindlich verändert. So erbaute Ludwig Becker aus Mainz 1904/1906 den historisierenden Westturm, der der ursprünglichen Westfassade vorgestellt wurde und somit das von Niehaus konzipierte Mittelrisalit verdeckte.
W. Sunder-Plaßmann aus Münster ersetzte 1907 den originalen Ostabschluss durch eine neoromanische Apsis. Es entstand ein baustilistisches Komposit, das durch die Anfügung der zwei neoromanischen Sakristeien noch erweitert wurde.
Das übernommene Inventar enthält Fragmente der klassizistischen Ausstattung (Orgel, Kanzel, Kreuzigungsgruppe), weiterhin eine Sandstein-Pietà des Rheiner Bildhauers Bernd Meiering aus dem Jahre 1672/73. Überdies sind drei niederländische Gemälde aus dem 17. Jahrhundert erhalten. Diverse historische Figuren unterschiedlicher Handschrift und Ikonographie sind überliefert. Auf dem Kirchplatz befindet sich ein lebensgroßer Kalvarienberg (1854/60) als Memorialmal für die Missionen der Jahre 1854, 1865 und 1892.
Reformierte Kirche St. Walburgis, Lingen (Ems)
Die alte Stadtpfarrkirche Lingens ist ein architektonisches Komposit mit Bauteilen aus Hochmittelalter sowie dem frühen 17. und späten 18. Jahrhundert. Von einer romanischen Kirche ist das untere, aus Findlingsmauerwerk mit Ziegelausbesserung gebaute Turmsegment erhalten.
In gotischer Zeit wurde der Turm um ein Geschoss mit spitzbogigen Schallöffnungen erhöht und mit einem oktogonalen Spitzhelm versehen. Über Größe und Gestalt des östlich anschließenden Kirchenschiffes und Chores ist nichts bekannt. Diese Bauteile wurden vermutlich wegen tiefgreifender Schäden Mitte des 16. Jahrhunderts abgetragen.
1628/29 errichtete die katholische Gemeinde zu Lingen einen neuen Chor samt Chorvorjoch in der Nachfolge spätgotischer Stilelemente. Als Baumaterial dienten Sandsteinblöcke von der 1607 niedergebrannten Burg Lingen und – wie an den Steinmetzzeichen zu erkennen ist – von dem ein dreiviertel Jahrhundert zuvor niedergelegten gotischen Vorgängerbau. Jan Schrader konzipierte in Angleichung an den Chor das neue steinerne Langhaus, welches 1770/72 erbaut wurde. Das ehemalige Fachwerklangschiff musste aufgrund seines ruinösen Zustands abgerissen werden.
An älterer Ausstattung sind die Orgel und die Kanzel aus dem späteren 18. Jahrhundert zu erwähnen. Beide Inventarstücke gelangten in der Ausbauphase des 18. Jahrhunderts in die Kirche. Bemerkenswert ist der Grabstein des Droten zu Coevorden Evert van Ensse (gest. 1606) mit dem plastischen Relief eines betenden Ritters in einer Arkade mit Korbbogen, umgeben von vier Wappen.
Kivelingshaus, Lingen (Ems)
Seinen Namen hat das Haus nach den ''Kivelingen'' erhalten, die es 1981 restauriert haben.
Die Tradition dieses Vereins geht auf eine Vereinigung von Lingener Bürgersöhnen zurück, die die Stadt bei einer angeblichen Belagerung 1372 zusammen mit den Burgmännern verteidigt haben sollen.
Der zweigeschossige, nachträglich verputzte Ziegelbau stammt aus dem Jahre 1583 und weist einen unregelmäßigen Grundriss auf. Das verleiht vor allem dem hohen Satteldach eine ungewöhnliche Form. Zum Markt hin schmückt das Haus ein geschweifter Giebel.
Rathaus, Lingen (Ems)
Das in der Nordwestecke des Marktplatzes gelegene historische Rathaus war ursprünglich ein spätmittelalterlicher Ziegelbau mit Treppengiebel.
Die Fundamente stammen möglicherweise bereits aus dem 13. Jahrhundert, sicher aber aus dem 15.Jahrhundert. Durch den Stadtbrand 1548 wurde der Bau wahrscheinlich zerstört. Als massiver zweigeschossiger Bau mit offener Gerichtslaube wurde das Rathaus 1555 bis 1558 wieder aufgebaut.
Bei einem Umbau 1663 wurden die offenen Arkaden geschlossen und stattdessen eine Freitreppe mit Zugang zum Obergeschoss vorgebaut, wo sich der Gerichtssaal befand. Bei einer erneuten Renovierung 1772 erhielt das Rathaus seinen heutigen Dachreiten.
Professorenhaus, Lingen (Ems)
Mit dem Ausbau der Universität wurde 1684/85 benachbart zum Seminargebäude das so genannte ''Professorenhaus'' errichtet, in dem die Professoren und zwischen 20 und 40 Studenten der Universität wohnen konnten.
Der zweigeschossige Fachwerkbau ist eine Vierflügelanlage mit Walmdach, der nach außen hin den Eindruck eines geschlossenen Baukörpers vermittelt. Die Flügel bilden aber einen atriumartigen Innenhof. Die Schauseite zum Platz hin ist in 13 Achsen gegliedert. In der breiten Mittelachse war ursprünglich ein barockes Portal eingebaut.
Nachdem die Universität 1819 geschlossen worden war, baute man 1839/40 das Gebäude zum Wohnhaus für die Lehrer des Gymnasiums um. Der Mitteleingang wurde geschlossen; stattdessen zwei neue Eingänge gebrochen. Von den ursprünglichen jedes Feld beherrschenden Fenstern im Unter- und Obergeschoss schloss man jedes zweite, so dass die ehemals repräsentative Schauseite nun einfacher wirkt.
Seit 1981 gehört das Haus der Stadt Lingen, wurde von ihr aufwendig restauriert und wird heute als Kulturzentrum genutzt.
Alte Posthalterei, Lingen (Ems)
Bereits seit 1550 gab es eine Poststation in Lingen (Ems). 1653 wurde gegenüber vom Rathaus in repräsentativer Ecklage eine Posthalterei erbaut.
Das Ständerwerk des zweigeschossigen Fachwerkbaus mit Walmdach ist zur Schauseite des Marktes hin in sieben Achsen gegliedert. In der Mittelachse befindet sich die Eingangstür, deren Gewände aus Holz ist, dessen Formen sich aber an zeitgenössischen Steinrahmungen orientieren.
Am Grundriss des langgestreckten Gebäudes lässt sich noch an den Stallungen die alte Nutzung ablesen. Heute wird das Gebäude als Gaststätte genutzt.














