Meppen
Gymnasialkirche, Meppen
Die aus Ziegeln erbaute Saalkirche mit Dachreiter und wenig einspringendem tringularem Chor wurde 1743 bis 1746 nach Plänen des Paters Superior Karl Immendorf erbaut. Die Kirche ist wegen ihrer kostbaren Ausstattung weit über das Emsland hinaus als Juwel barocker Sakralarchitektur und -kunst berühmt.
Die repräsentative Ziegelfassade mit geschwungenem Giebel fügt sich in die Straßenfront der Burgstraße ein und bietet zusammen mit der Residenz und dem Rathaus einen historischen Höhepunkt in der Innenstadt.
Den eigentlichen Ruhm der Kirche bilden ihre strukturierte Decke und spätbarocke Gesamtausstattung. Im Zuge der Restaurierung von 1960 bis 1967 wurde durch Freilegung und sorgfältige Nachfassung die ursprüngliche farbige Wirkung des Innenraumes wieder gewonnen.
Die Altäre wurden von Johann Christoph Manskirch nach Entwürfen von Johann Conrad Schlaun gearbeitet. Die einheimische Bildschnitzerfamilie Jöllemann schuf unter anderem die Orgelempore, die Kommunionbank und die Kanzel. Auch die Drapierung des Gnadenbildes, eine Nachbildung der Telgter Pietà, ist eine Arbeit der Familie Jöllemann.
Im 19. Jahrhundert gelangten drei große Gemälde des Antwerpener Malers C. de Crayer als Stiftung des Herzogs von Arenberg in die Kirche, die an der Nord- und Südwand des Chores ihren Platz gefunden haben.
Högerhaus, Meppen
Die Notwendigkeit, erweiterte Geschäfts- und Arbeitsräume für die Sparkasse und die Kreisverwaltung zu schaffen, führte 1935 zum Beschluss, dafür ein neues, gemeinsam genutztes Gebäude auf dem Grundstück Bahnhofstraße/ Kolpingstraße zu errichten.
Man beauftragte den Architekten Fritz Höger aus Hamburg mit der Durchführung des Baues. Höger war besonders durch den Bau des sogenannten ''Chilehauses'' in Hamburg bekannt geworden.
Der zweigeschossige, massive Ziegelbau mit Walmdach und Gaubenbändern steht auf einem zweiflügeligen, winkeligen Grundriss. Die massige, langgestreckte Nordwestfront wird in jedem Geschoss durch unterschiedliche Fensterbänder aufgelockert. Die Schauseite der Südwestfront dominiert ein Bogengang, in dem sich auch die Eingangstreppenanlage befindet.
Das Untergeschoss beherbergte die Sparkasse, im Ober- und Dachgeschoss befanden sich die Verwaltungsräume der Kreisverwaltung. Heute dient der Ende 1937 fertig gestellte Bau der Polizei als Dienstgebäude.
Freilichtbühne Meppen
Neben dem Theaterangebot der Kulturkreise und Theatergemeinden bietet die Freilichtbühne Meppen – neben der Waldbühne in Ahmsen – mit ihrem "Theater open air" seit Jahrzehnten für alle Altersgruppen ein Erlebnis der besonderen Art. Bis heute ist es den Verantwortlichen gelungen, das Freilufttheater als unverzichtbaren Baustein des kulturellen Lebens in der Kreisstadt zu etablieren. Die großen Verdienste und das Engagement der Freilichtbühne Meppen hat der Landkreis Emsland bereits im Jahr 1989 mit der Verleihung des Kulturpreises – gemeinsam mit der Waldbühne Ahmsen – auf besondere Weise gewürdigt. Mit seinen regelmäßigen finanziellen Zuschüssen für die emsländischen Freilichtbühnen leistet der Landkreis Emsland außerdem seinen Beitrag zu einem qualitätsvollen und abwechslungsreichen Programm, das der Freilichtbühne Jahr für Jahr hervorragende Besucherzahlen – nämlich mehr als 30.000 pro Saison – beschert.
Weitere Informationen unter www.freilichtbuehne-meppen.de.
Jugend- und Kulturgästehaus, Meppen
Das Jugend- und Kulturgästehaus liegt an der unter Denkmalschutz stehenden Koppelschleuse Meppen. Es ist eingebettet in eine malerische Parklandschaft, die historische und zeitgenössische Architektur miteinander verbindet. Der alte Baumbestand und die neuen architektonischen Elemente bieten Raum für Erholung und Erlebnis und ermöglichen zugleich eine konzentrierte Wahrnehmung von Natur und Kunst. Die Entwürfe für die Architektur des Jugend- und Kulturgästehauses und die Parklandschaft stammen von dem renommierten Künstler Franz Erhard Walther, Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. In direkter Nachbarschaft zum Gästehaus befinden sich der Meppener Kunstkreis e.V. mit Kunstschule, untergebracht in dem klassizistischen Gebäude der ehemaligen königlich-hannoverschen Wasserbauinspektion, und das Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes, das nicht nur Exponate zur kulturgeschichtlichen Entwicklung der Region zeigt, sondern wechselweise auch Sonderausstellungen des bedeutenden Künstlers Otto Pankok (1893 – 1966).
Den Besuchergruppen des Jugend- und Kulturgästehauses wird im Rahmen von Schulfahrten, Freizeiten und Seminaren ein facettenreiches Programmspektrum angeboten, das sich aus attraktiven kulturellen Bausteinangeboten arrangiert. Weitere Informationen unter www.koppelschleuse-meppen.de.
Katholische Pfarrkirche St. Vitus, Bokeloh
Diese Kirche dürfte eine der ältesten Kultstätten des Emslandes sein. Sie ist mit ihrem gedrungenen einschiffigen Bau von drei Jochen mit Fünf-Achtel-Chorschluss neben der Amanduskirche zu Aschendorf ein Veteran der emsländischen Sakralarchitektur. Die Gründung der St. Vitus Kirche führt auf den Hl. Ludger zurück.
Der spätgotische Chor wurde 1462 errichtet, als Folge des spätgotischen Ausbaus ist der rekonstruierte Gewölbeeinzug zu sehen. Auf Grund der Massivität der Strebepfeiler kann man auf eine Vorgängerwölbung schließen. Da das überlieferte System 1811 durch den herabstürzenden Westturm zerschlagen wurde, sind die heutigen Kreuzrippengewölbe nach dem Vorbild des Chores rekonstruiert.
1512 wurde der blockhafte Turm mit Sandsteinquadern ummantelt und mit einem gotischen Helm versehen. Vermutlich wurde seine Gestalt nach dem Einsturz von 1811 nur zum Teil erhalten.
Sehenswert ist unter anderem der neogotische Seitenaltar, der architektonische und figürliche Fragmente eines spätgotischen Sakramentshäuschens (u. a. eine Kreuzigungsgruppe) aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts enthält. Die mit Beschlagwerk versehene Kanzel stammt aus dem früheren 17. Jahrhundert. An der Außenwand des Chores befindet sich ein Vesperbild des Künstlers Bernd Meiering aus Rheine. Des Weiteren gibt es noch zwei Gemälde, von denen eines die Bergung des Hl. Johannes v. Nepomuk zeigt. Das andere Gemälde ist ein früheres Altarblatt mit dem Motiv der Trinität.
Rathaus, Meppen
Die Schauseite des zweigeschossigen, gotisch geprägten Gebäudes mit offener Vorhalle auf vier Säulenstellungen zeigt zum langgestreckten Marktplatz.
Das Untergeschoss aus Findlingssteinen stammt aus dem Jahre 1408. Man stockte das Gebäude 1601 bis 1605 durch flache Rundbogenstellungen auf Konsolen und Ausmauerung in Ziegelbauweise um ein Geschoss auf, in dem sich der Ratssaal befand.
Der reich ornamentierte, größtenteils original erhaltene Renaissanceerker aus Sandstein an der Westseite zeigt im Dreiecksgiebel der Fensterverdachung den Hl. Paulus, den Patron des Bistums Osnabrück. Eine Chronologie weist das Jahr 1605 als Entstehungsjahr des Erkers und der Erweiterung des Rathauses aus.
Um 1910 wurde das gesamte vom Verfall bedrohte Gebäude nach Plänen des Haselünner Architekten Josef Niehaus aus dem 19. Jahrhundert gründlich renoviert. Der 1611 westlich an das Rathaus angebaute Treppenturm, den man 1885 teilweise abgebrochen hatte, wurde vollständig wieder aufgebaut. Im Zuge einer erneuten Renovierung 1959 wurde die gesamte Ornamentik an der Schauseite des Rathauses originalgetreu erneuert.
Weltkarte auf dem Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks in Meppen-Hüntel
Der Kühlturm des inzwischen stillgelegten Gaskraftwerks ist 20 Kilometer weit aus allen Himmelsrichtungen zu sehen.
Von April bis August 1994 hat der 130 Meter hohe, fast 100 Meter breite Turm mit einer Kühlturmaußenfläche von 26.0000 Quadratmetern einen neuen Anstrich erhalten.
Die Fassade ist jetzt nicht mehr grau, sondern blau mit einer orangefarbenen Weltkarte darauf.
Der Entwurf stammt von dem Künstler Christoph Rihs, der den Wettbewerb im Rahmen einer Turmrenovierung gewonnen hatte. Mit diesem Wettbewerb sollte demonstriert werden, dass Technik durchaus mit Kunst und Natur harmonisieren kann.
Koppelschleuse in Meppen
Im Emsland stehen nur sehr wenige Brücken und Schleusen unter Denkmalschutz. Die Koppelschleuse in Meppen ist von diesen besonders hervorzuheben.
Sie entstand als Übergang in die Hase am Ende des bereits 1824 bis 1828 gebauten Ems-Hase- oder Hanekenkanals. Große Teile des Ems-Hase-Kanals wurden beim Bau des Dortmund-Ems-Kanals von diesem aufgenommen. Die Koppelschleuse jedoch blieb als Vorfluter für den neuen Kanalseitengraben erhalten.
Zu der Koppelschleuse gehört das klassizistische Amts- und Wohngebäude des ehemaligen königlich-hannoverschen Kanalbauinspektors. Seit 1981 hat in diesen Räumlichkeiten der Meppener Kunstkreis e. V. seinen Sitz. Von ihm werden ein Kreativzentrum und eine Malschule für Kinder unterhalten.
Des Weiteren ist in einem modernen Museumsneubau das Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes untergebracht.







