Papenburg
Meyer Werft
Weit über das Emsland hinaus berühmt ist die Meyer Werft in Papenburg. Immer wieder sorgen die Überführungen der hier gefertigten Kreuzfahrtschiffe aus der Inlandswerft über die Ems in die offene Nordsee für Besucherströme und sind immer wieder Gegenstand von Fernsehberichten und -reportagen.
Die Meyer Werft zählt zu den bekanntesten und größten Werften der Welt. Hier werden Kreuzschiffe der Superlative gebaut.
Werftbesichtigungen gehören zu den Highlights für Touristen, die ihren Aufenthalt im Emsland mit einem Besuch der Meyer Werft krönen.
Weitere Infos erhalten Sie unter www.papenburg.de oder auch direkt auf der Homepage der Meyer Werft unter www.meyerwerft.com.
Forum Alte Werft, Papenburg
Am 7. Januar 1795 ersteigerte der Schiffszimmermann Willm Rolf Meyer ein westlich des Hauptkanals gelegenes Grundstück, die sogenannte „Turmwerft“, um sich dort selbstständig zu machen. Als der Holzschiffbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Erliegen kam, ließ Joseph L. Meyer, Enkel von Wilm Meyer und mittlerweile Inhaber der Werft, eine Eisenschiffswerft mit Eisengießerei und Maschinenfabrik errichten. Zunächst spezialisierte er sich auf den Bau kleinerer Schiffe, bis die Eröffnung einer neuen Seeschleuse im Jahr 1902 auch den Bau von größeren Dampfschiffen zuließ.
Bis weit in die 60er Jahre wurde die Werft ständig modernisiert, um sie dem Wandel im Schiffbau anzupassen. Anfang der 70er Jahre wurde aber dennoch deutlich, dass die Werft einen neuen Standort brauchte, um durch den Bau entsprechend großer Schiffe dem internationalen Konkurrenzdruck standhalten zu können. Im Industriegebiet Papenburgs fand sie ein neues Domizil und prägt mit der größten Schiffbauhalle der Welt die Silhouette der Stadt.
Die Stadt Papenburg hat mit dem Ausbau der Alten Werft zum Kulturzentrum Forum Alte Werft“ einem großen Teil dieser alten Schiffbautradition ein bleibendes Denkmal gesetzt.
Weitere Informationen unter www.papenburg.de.
Historisch-ökologische Bildungsstätte, Papenburg
Die Historisch-ökologische Bildungsstätte in Papenburg ist eine anerkannte Heimvolkshochschule des Landes Niedersachsen in Trägerschaft des Landkreises Emsland und der Stadt Papenburg. Als Einrichtung der Erwachsenenbildung wird hier in Seminaren, Workshops und Tagungen zu unterschiedlichen Themen die Idee des Lebens, Lernens und Arbeitens unter einem Dach umgesetzt.
Die Gestaltung der Bildungsstätte nach ökologischen Prinzipien ermöglicht den unmittelbaren Zugang zu den Fachbereichen Ökologie, Energie- und Bautechnik sowie Gesundheit und Ernährung.
Das Angebot der Bildungsstätte umfasst außerdem die fünf Fachbereiche
- Geschichte, Zeitfragen
- Rhetorik, Kommunikation, Organisationsentwicklung
- Persönlichkeitsbildung
- Bildung und Erziehung
- Kultur und Kreativität
Das benachbarte Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) ist eine eigenständige Erweiterung der HÖB. Das RUZ ist ein außerschulischer Lernort, der verschiedene Umweltaspekte durch handlungs- und erlebnisorientierte Methoden begreiflicher machen will. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen können hier einen etwas ''anderen Schulalltag'' erleben.
Neben einem Werkraum mit Übungsküche und Labor stehen drei Seminarräume sowie ein Forum für Veranstaltungen mit bis zu 180 Personen zur Verfügung. Außerdem bieten HÖB und RUZ drei Gartenanlagen mit unterschiedlicher Zielsetzung, Freiluftklassenzimmer, Freifläche mit Gartenarche, Indianertipis und Feuerstelle.
Weitere Informationen unter www.hoeb.de.
Katholische Pfarrkirche St. Michael, Papenburg
Der 1784 geweihte Vorgängerbau war ein schlichter rechteckiger Saal mit stirnweise vorgesetzter Sakristei, dessen Langhaus 1842 beträchtlich verlängert und erhöht wurde. 1848 wurde der Grundstein zu jenem Turm gelegt, der heute noch separat als Wahrzeichen des Obenendes erhalten ist und als Gedenkstätte für die Toten der beiden Weltkriege genutzt wird. Die Kuppel des Turms krönt die Dachreiterkuppel der zerstörten Klosterkirche zu Aschendorf, die Josef Rieke aus Papenburg-Obenende am 12. August 1848 vom damaligen Eigentümer des Klosters erstand.
1909 entwarf der Münstersche Architekt W. Sunder-Plaßmann den Neubau der Michaelskirche. Der Altbau wurde nach der Fertigstellung des Neubaus 1911 bis auf den Turm abgetragen, der der alten Kirche ehemals westlich vorgestellt war. Sunder-Plaßmann konzipierte eine neoromanische dreischiffige Basilika mit Vierung. Querhäuser und Chor besitzen einen apsidialen Abschluss. Das Langhaus ist flachgedeckt; die Seitenschiffe sind kreuzgewölbt.
Der Architekt synthetisierte hier die großen architektonischen Inventionen der abendländischen Kunstgeschichte.
Kath. Pfarrkirche St. Antonius, Papenburg
Der Gründungsbau der Antoniuskirche wurde am 7. Dezember 1680 unter dem Münsteraner Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg auf dem Grundstück der späteren Kirchschule geweiht. Der Vorgänger Fürstenbergs, Christoph Bernhard von Galen, hatte für den Bau in seinem Testament eine Summe von 500 Reichstalern bestimmt.
Ab 1847 zeichneten sich Bemühungen ab, die alte Kirche durch einen Neubau abzulösen. Am 11. Juni 1873 wurde der Kontrakt mit dem leitenden Architekten, Alexander Behnes aus Osnabrück, geschlossen, der ein Gesamtkunstwerk, einschließlich des Inventars entwarf. Am 11. Dezember 1877 erfolgte die Konsekration.
Nach alternativen Vorentwürfen konzipierte er eine neogotische Backsteinhalle mit drei übergreifenden Langhausjochen, einem Querhaus, und einem polygonalen Chorschluss mit Vorjoch. Die Hallenarchitektur schafft durch die gleichmäßige Ausleuchtung von Seiten- und Mittelschiff ein Raumkontinuum, das durch die teppichhafte Ausmalung der Steinfassungen und szenischen Illustrationen durch den Münsteraner Maler Gerhard Lammers zu einem Gesamtkunstwerk wird.
Katholische Pfarrkirche St. Amandus, Aschendorf
Die legendären Überlieferungen um den noch heute präsenten Kompositbau, dessen älteste Substanz nachweislich in die Spätromantik des 13. Jahrhunderts zu datieren ist, nehmen Bezug auf die ''zentrale Taufkirche des sächsischen Emsgaus'', die mit hoher Wahrscheinlichkeit als Eigengründung des Friesenmissionars und späteren Bischofs von Münster, Ludger, betrachtet wird.
In Aschendorf wurde die erste Kirche um 800 n. Chr. gegründet. Sie wird ein Fachwerkbau gewesen sein. Aufgrund eines Feldsteingusswerks am Fuße des heutigen Westturms vermutet man sogar eine frühmittelalterliche Wehranlage (Kirchburg). Man nimmt an, dass spätestens in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts der verfügbare Raum nicht mehr ausreichte. Aus diesem Grund wurde das Südwestjoch asymmetrisch errichtet. Durch die umfassende gotisierende Überarbeitung der Amanduskirche war aus der asymmetrisch ausgebauten ''Kreuzkirche des Übergangsstils'' eine dreischiffige, zweijochige Halle geworden. Zu der Überarbeitung kam noch hinzu, dass das Nordwestjoch symmetrisch zum südlichen Ausbau des Übergangsstils ergänzt wurde. Schließlich wurde 1969 ein großzügiger Neubau geschaffen, entworfen vom Architekten H. Ostermann aus Münster. Dieser Neubau wurde durch die Niederlegung des spätgotischen Chores mit dem historischen Langhaus verknüpft.
Die Amanduskirche verfügt über ein reiches historisches Inventar: Schlicht profiliert ist die Bentheimer Sandsteintaufe aus dem 13. Jahrhundert. Kuppe und Fuß sind überarbeitet.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind z. B. die Gnadenstuhlgruppe (Anfang des 16. Jahrhunderts), eine spätgotische Pietà, deren Strenge und Reserviertheit auf den Einfluss der regionalen Kunstgeographie zurückzuführen ist.
In der St. Amandus Kirche gibt es viele Skulpturen (der Hl. Joseph als Nährvater Jesu, die Maria unterweisende Hl. Anna, der Hl. Anotius v. Padua, etc.). Auch kann man hier spätbarocke Ausstattungen entdecken, z. B. zwei barocke Monumentalgemälde, die wohl ursprünglich für Retabelaufbauten konzipiert waren.
Alte Drostei, Papenburg
Die alte Drostei ist das älteste historische Gebäude der Stadt. Ursprünglich stand an seiner Stelle das Amtshaus Dietrich v. Velens, des emsländischen Drosten des Bischofs von Münster.
Noch sichtbare Gräften weisen darauf hin, dass der kleine Herrensitz nach dem 30-jährigen Krieg im Stile ähnlicher westfälischer Anlagen errichtet wurde.
1716 verkaufte Christoph Alexander v. Velen das Gebäude an seinen Sekretär Dallmeyer. Dieser ließ kurz darauf den jetzigen Gebäudekomplex mit Herren- und Quartierhaus errichten. Geschmückt wird das schlichte, verputzte, eingeschossige Herrenhaus mit Walmdach nur durch Blendrahmen und Verdachungen aus Sandstein. Das zweigeschossige ebenfalls verputzte Quartierhaus wurde ursprünglich als Speicherhaus genutzt. Der Umbau erfolgte ähnlich wie beim Hauptgebäude. Die angebrachte Jahreszahl 1636 steht wohl nicht im Zusammenhang mit der Errichtung des Gebäudes.
Heute wird das Gebäude geschäftlich genutzt.
Villa Dieckhaus, Papenburg
Um die Jahrhundertwende ließ der Papenburger Kommerzienrat Joseph Dieckhaus sein Elternhaus zu einer Jugendstilvilla umbauen.
Die Schauseite des insgesamt weiß verputzten Gebäudes zum Hauptkanal wird von einem spätgotischen, geschweiften Stufengiebel mit Pyramidenaufsätzen dominiert. Ein Eckvorbau mit dem Haupteingang ist seitlich vorgesetzt. Die Dachlandschaft wird durch zwei Zwerchhäuser mit Krüppelwalmdach, die in Fachwerkbauweise aufgeführt sind aufgelockert.
Im Inneren des Gebäudes sticht das großzügige Treppenhaus mit Stukkaturen, Wandgemälden und bleiverglasten, farbig gefassten Fenstern ins Auge. Weiterhin sehenswert sind ein zum Haus gehörender parkähnlich angelegter großer Garten und ein Kutscherhaus.
Seit 1984 ist die Villa im Eigentum der Stadt Papenburg, die es aufwendig restaurieren ließ.
Heute befinden sich in dem Gebäude das Kulturamt und die Volkshochschule der Stadt.
Gut Altenkamp, Aschendorf
Am östlichen Ortsrand von Aschendorf liegt umgeben von seinem großen Park- und Gartenarenal das Haus Altenkamp. Der ehemalige Herrensitz des emsländischen Drosten Hermann Anton Bernhard v. Velen wurde in der Zeit von 1728 bis 1732 erbaut.
Der barocke Garten hinter der Rückfront des Hauses, lässt noch heute etwas von seinem Repräsentationsbedürfnis seines Erbauers erahnen. Der Garten gilt als herausragendes Beispiel der holländischen-norddeutschen Gartenkunst des Barock. Neben quadratischen Heckenquartieren, die ehemals für Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angelegt waren, kann man bis zu vier Meter hohe Taxushecken bestaunen.
Umfangreiche Restaurierungen haben den Bestand dieses alten westfälischen Adelssitzes gesichert. Heute werden hier bedeutende kulturhistorische Ausstellungen von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin ausgerichtet.
Klappbrückennachbauten, Papenburg
Einst war das Bild der Fehnkolonie Papenburg von Klappbrücken geprägt, die es den Menschen und Fuhrwerken ermöglichten, die vielen Kanäle zu überqueren.
Zum Passieren der Schiffe wurden die Brücken hochgeklappt, so dass ein reibungsloser Schiffsverkehr der Torfkähne gewährleistet wurde.
1797 zählte man insgesamt 17 solcher Klappbrücken, wovon 12 für Fuhrwerke befahrbar waren.
Von den Originalbrücken ist keine erhalten geblieben.
In den letzten Jahren wurden allerdings, als Reminiszenz an eine längst vergangene Zeit, Nachbauten dieses Brückentyps gefertigt, die dem heutigen Stadtbild wiederum ein prägnantes Aussehen geben.
''Die große Welle'' von Ferdinand Hees, Schiffbauhalle der Meyer-Werft in Papenburg
''Die große Welle'' befindet sich an der Außenwand der Schiffbauhalle. Sie soll die für den Schiffbau so wichtigen ''traditionellen'' Elemente Wasser und Wind veranschaulichen.
Die Qualität seiner Wellen wurde bereits 1983 erkannt.
Die erste Wellengeneration des Künstlers, Malers und Kunsterziehers Hees ist jedoch längst verschwunden. Man kann sagen, dass seine Wellenkompositionen immer höher und länger wurden – je nachdem, in welchem Maße sich die Wandflächen der Werkshallen der Meyer-Werft vergrößert hatten.
Das jetzt 420 Meter lange Band von Wellenbergen und -tälern sticht schon von Weitem ins Auge. Ein riesiger Block mit leichten Dachneigungen in strahlendem Weiß, auf dem Wellen in den Farben dunkelblau, hellblau und türkis mit weißen Schaumkronen das Stadtbild Papenburgs in beeindruckender Art und Weise prägen.






